Die Auswirkungen der Anorexia nervosa auf die Messergebnisse der Quantitativen Ultrasonometrie (QUS) am Os calcaneus

Einleitung: Von der Knochenstoffwechselkrankheit Osteoporose, die durch nie-drige Knochenmasse und Störung der Mikroarchitektur des Knochengewebes mit erhöhter Knochenbrüchigkeit charakterisiert ist, sind in Deutschland mehr als 6 Millionen Menschen betroffen. Besonders häufig leiden postmenopausale...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Dietrich, Stefanie Anne
Beteiligte: Hadji, Peyman (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2007
Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Einleitung: Von der Knochenstoffwechselkrankheit Osteoporose, die durch nie-drige Knochenmasse und Störung der Mikroarchitektur des Knochengewebes mit erhöhter Knochenbrüchigkeit charakterisiert ist, sind in Deutschland mehr als 6 Millionen Menschen betroffen. Besonders häufig leiden postmenopausale Frauen an Osteoporose. Sie kann jedoch auch bei Männern, Kindern und Jugendlichen auftreten, hier allerdings meist als so genannte sekundäre Osteoporose im Rahmen anderer Grundkrankheiten, wie beispielsweise der Anorexia nervosa (AN), einer Störung des Essverhaltens, die durch einen absichtlich herbeigeführten Gewichtsverlust und Untergewicht mit entsprechenden Folgen gekennzeichnet ist, und von der eine zunehmende Zahl jugendlicher Mädchen betroffen ist. Eine der wahrscheinlich nicht komplett reversiblen Folgen der Magersucht ist die Osteoporose, die bei mehr als 50% der Anorektikerinnen auftritt. Auf Grund der Nahrungsverweigerung kommt es über die verminderte Kalziumzufuhr sowie Vitamin-D-Mangel und das reduzierte Körpergewicht mit geringem Körperfettanteil zu einer Verminderung der peak bone mass. Erhöhte Kortisolspiegel, Verminderung des IGF-1 und exzessive körperliche Betätigung tragen ebenso wie die gestörte Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse mit Amenorrhoe und Hypoöstrogenämie zur Entstehung der Osteoporose bei. Material und Methoden: In unsere Untersuchung zur Auswirkung einer AN auf die Messergebnisse der Quantitativen Ultrasonometrie (QUS) wurden in einer Querschnittstudie 46 Anorexiepatientinnen im Alter zwischen 11 und 25 Jahren und 124 gesunde Kontrollpersonen gleichen Alters eingeschlossen. Bei allen Personen wurden mittels standardisiertem Fragebogen erhobene anamnestische Daten sowie am Calcaneus mit Hilfe des Achilles Plus Ultrasonometers (GE/ Lunar) gemessene Schallleitungsgeschwindigkeit (SOS), Breitbandultraschallabschwächung (BUA) und Steifigkeitsindex (SI) erfasst. Mädchen mit Knochenstoffwechsel-relevanten Erkrankungen wurden ausgeschlossen. Die erhobenen Daten wurden durch Matched-Pair-Analyse nach Alter, Größe und Menarchealter verglichen. Um die kombinierten Auswirkungen der verschiedenen Variablen und Einflussgrößen auf die Messwerte der QUS zu untersuchen, wurde eine lineare multiple Regressionsanalyse durchgeführt. Ergebnisse: Nach paarweisem Matching hatten die Anorexiepatientinnen signifikant niedrigere BUA-Werte als die Kontrollen. Für die übrigen QUS-Werte lagen keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen vor. Wir fanden einen signifikanten negativen Zusammenhang zwischen QUS-Parametern und Anorexiedauer sowie zwischen Menarchealter und SOS. Für die Amenorrhoedauer fand sich ein Trend zu niedrigeren QUS-Werten, welcher nicht signifikant war. Signifikante positive Zusammenhänge mit QUS-Parametern fanden wir für Größe und Sporthäufigkeit (allerdings nicht für die Subgruppe der Patientinnen). Unter der Einnahme von Kontrazeptiva lagen für die Gesamtheit der Studienteilnehmerinnen höhere QUS-Werte vor, bei den Anorektikerinnen dagegen zeigte sich hierunter ein starker Trend zu schlechteren QUS-Parametern. Für den tiefsten Body Mass Index (BMI) sowie die Intensität des Rauchens konnten keine signifikanten Zusammenhänge mit den QUS-Parametern gefunden werden. Diskussion: Vorliegende Arbeit ist die erste Matched-Pair-Analyse mit mehreren Matchingparametern, die den Verlust der Knochenmasse bei AN mit der QUS untersucht. Ebenso wie in anderen Untersuchungen ist bei Anorexiepatientinnen im Vergleich zu den Kontrollen als einziger QUS-Parameter die BUA signifikant erniedrigt, liegt aber sehr nah an den Werten der gesunden Kontrollpersonen, so dass für die Praxis keine ausreichende Diskriminierung vorliegt. Dennoch wird deutlich, dass auch mittels QUS eine Verschlechterung der Knochenbeschaffenheit im Verlauf der Erkrankung nachgewiesen werden kann.