Validierung der Myokard-SPECT mit Technetium-99m-Sestamibi und der Drei-Kopf-Gammakamera (MSP 3)durch ROC-Analyse

Die Myokardszintigrafie mit 99mTc-Sestamibi ist eine anerkannte nicht invasive Methode in der Diagnostik, Verlaufs- und Therapiekontrolle der koronaren Herzerkrankung (KHK). Um eine effiziente und kosteneffektive Myokardszintigrafie durchzuführen, ist die regelmäßige Qualitätskontrolle unabdingbar....

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Scheuren, Catrin
Beteiligte: Hoeffken, Helmut (Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2006
Radiologie
Schlagworte:
CAD
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Die Myokardszintigrafie mit 99mTc-Sestamibi ist eine anerkannte nicht invasive Methode in der Diagnostik, Verlaufs- und Therapiekontrolle der koronaren Herzerkrankung (KHK). Um eine effiziente und kosteneffektive Myokardszintigrafie durchzuführen, ist die regelmäßige Qualitätskontrolle unabdingbar. Dazu zählen neben den qualitätssichernden Maßnahmen der Geräte und Radiopharmaka auch die Qualitätssicherung in der Auswertung und Interpretation der Befunde. Seit der Einführung der Siemens Multi-SPECT-Drei-Kopf-Gammakamera (MSP 3) 1994, ist das quantifizierte Auswertungsprogramm mit den in Marburg verwendete Gammakamerasystem bislang noch nicht exakt validiert worden. Für diese Arbeit wurden retrospektiv Patienten ausgewählt, die in den Jahren 1998, 1999 und 2000 eine Myokardszintigrafie mit der MSP 3 Kamera und eine Koronarangiografie erhielten. Ausgeschlossen sind Patienten mit einer Revaskularisation (PTCA) oder einem Aorto-Coronaren-Bypass (ACB) in der Vorgeschichte. So konnten die Ergebnisse von 298 Patienten in diese Arbeit eingeschlossen werden. Die Linksherzkatheteruntersuchung zeigte bei 174 Patienten eine Stenose ≥ 50% und bei 124 Patienten keine relevante Stenose. Es ergaben sich 68 Patienten mit Ein-Gefäß KHK, 51 Patienten mit Zwei-Gefäß KHK, 55 Patienten mit Drei-Gefäß KHK und 124 ohne koronarangiografisch relevante Stenosen. Die durchgeführte ROC-Analyse ermöglichte die optimale Trennschwelle für den klinischen Alltag zu ermitteln, bei der Sensitivität und Spezifität möglichst gleich groß werden (fehleroptimierte Schwelle). Die Myokardperfusionsszintigrafie zeigt bei Anwendung der quantifizierten Auswertung eine fehleroptimierte Sensitivität und Spezifität von 67%. Eine hinsichtlich der ergometrischen Belastung durchgeführte ROC-Analyse ergab keine wesentliche Erhöhung der Sensitivität und Spezifität in einer Patientengruppe mit ausreichender Belastung. Diese im Vergleich zu der Literatur unbefriedigenden Ergebnisse spiegeln den klinischen Alltag wider. Im Gegensatz zu den meisten Studien der angegebenen Literatur erfolgte eine retrospektive Auswertung. Außerdem wurden Patienten wegen unzureichender Belastung oder nicht koronarer Herzerkrankung nicht ausgeschlossen. In der klinischen Routine sind hauptsächlich Patienten mit einer pathologischen Myokardszintigrafie einer Herzkatheteruntersuchung zugeführt worden. Aus dieser Arbeit ergibt sich eine praktische Anwendung zur Durchführung der Myokard-SPECT in der Klinik für Nuklearmedizin der Philipps-Universität Marburg. So wird in Zukunft die Aufnahme von Myokardszintigrammen mit 99mTc-Sestamibi mittels der MSP 3 Kamera bei einer Einstellung des Offsets von x= N Median - 12 und einer Eingabe der Verminderung der Aktivitätsanreicherung in mindestens 3 Sektoren zu einem Sensitivitäts- und Spezifitätsgewinn führen. Diese Schwelle lässt sich je nach Anforderung variieren. Eine hochsensitive Einstellung ist daher ebenso möglich. Sie findet in der Untersuchung von Patienten mit bekannter KHK oder nach PTCA in der Erkennung von Re-Stenosen Verwendung und wird mit einer Sensitivität von 95% definiert. Die ROC-Analyse ergibt hierfür einen Offset von x= N Median - 3 (mit i= 3 Sektoren).