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Titel:Orogene Prozesse im Spiegel synorogener Sedimente - Korngefügekundliche Liefergebietsanalyse unterkarbonischer Sedimente aus dem Frankenwald und den Westsudeten
Autor:Litjes, Barbara
Weitere Beteiligte: Prof. Dr. Wolf Stefan Vogler
Erscheinungsjahr:2003
URI:http://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2003/0125
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2003-01255
DOI: https://doi.org/10.17192/z2003.0125
DDC: Geowissenschaften
Titel(trans.):Grainfabric Analysis on sediments of the Lower Carboniferous of the Frankenwald Area and the Western Sudetes

Dokument

Schlagwörter:
synorogenic sedimentation, Korngefüge, Geologie, Lower Carboniferous, Graifabrics, Variscides, Korngefügekundliche Komponentenanalyse, Paläogeographie, Überschiebungstektonik, Unterkarbon, Resedimente, Liefergebietsanalyse, Hebung, source area

Zusammenfassung:
Die Gefüge der Komponenten siliziklastischer Sedimente haben unzählige Informationen gespeichertm die mit Hilfe der Korngefügekundlichen Komponentenanalyse sichtbar gemacht werden. Die unterschiedlichen Gefüge reflektieren zum einen die Komposition ihres Liefergebietes. Zum anderen ist es möglich, die orogenen Prozesse sowie die unterschiedlichen Stadien der geologischen Entwicklung des Liefergebietes zu rekonstruieren. Der Fokus der Arbeit wurde auf den Frankenwald und die Westsudeten gelegt: Der Frankenwald nimmt eine zentrale Position innerhalb der Varisziden ein, mit der charakterisistischen Überschiebungstektonik. Die Westsudeten befinden sich am östlichen Rand der Varisziden und weisen eine ganz andere Tektonik auf, hier ist es eine strike-slip Tektonik. Im Frankenwald wurden 4 unterkarbonische Konglomerate beprobt und mittels der Korngefügekundlichen Komponentenanalyse eingehen analysiert. Es sind dies das Teuschnitzer Konglomerat (oberes Visé), das Wurstkonglomerat (mittleres Visé), das Poppengrüner Konglomerat (oberes Torunai) sowie das Kalkkonglomerat (unteres Tournai). In der Stratigraphie des Frankenwaldes gefinden sich neben tlichen Schieferserien auch mächtige Turbiditsequenzenm in denen resedimentierte Konglomerate als Schuttströme vorkommen. Nach der Analyse der Gefüge lässt sich für die unterkarbonischen Sedimente des Frankenwaldes eine "normale" Hebungsgeschichte ableiten, die Heungsgeschichte einer kontinentalen Kruste. Das Modell der Liefergebietsanalyse weist eine komplexe Entwicklung auf, deren Motor die einsetzende variszische Überschiegungstektonik ist. Der betrachtete Sedimentationsraum schließt im Norden direkt an das Postkaledonische Molassebecken an, im Süden des hier betrachteten Sedimentationsraumes nähert sich das variszische Orogen von S. In einzelnen Liefergebieten hat sich zunächste die charakteristische Stratigraphie vollständig entwickelt. Aus ihr wird deutlich, dass die Entwicklung der Liefergebiete eine marine Entwicklung durchlaufen hat, mit einer Regression von der Kieslschieferfazies (Wurstkonglomerat) bis hin zur Karbonatfazies (Kalkkonglomerat). Das Einsetzen der variszischen Überschiebungstektonik führt zur episodischen Hebung und Denudation des Liefergebietes, so dass sukzessive die einzelnen Liefergebiete gehoben werden und ihr Material auf den vorgelagerten Schelf geschüttet wird. In einem letzen Resedimentationszyklus wird die Stratigraphie, wie sie heute im Frankenwald vorliegt, geschaffen. In der Innersudetischen Mulde der Westsudeten wurden fünf unterkarbonische Konglomerate beprobt und ebenfalls mittels der Korngefügekundlichen Komponentenanalyse untersucht. In allen analysierten Konglomerten der Westsudeten treten Sedimente und Resedimente auf, die auf ein älteres Ereignis im Liefergebiet hinweisen. Der Liefergebietsanalyse der Innersudetischen Mulde zu Grunde gelegt wird das Modell eines pull-apart Beckens. Die sTruktur wird nach Osten begrenzt durch das Elbe-Lineament, nach NW durch das Oder-Lineament. Zwischen diesen Störungen entwickelte sich ein Becken, über dessen Flanken und Schwellen das erodierte Sedimentmaterial von den umliegenden Gebirgsmassiven hinein sedimentiert wurde. Die Innersudetische Mulde als pull-apart Becken erhält demnach ihr Sedimentmaterial aus der unmittelbaren Umgebung. Die umnliegenden Gebirgsmassive des Eulengebirges und des Iser- und Riesengebirges sedimentieren ihr Erosionsmaterial in das Becken. Dabei ist ein kontinuierlicher Übergang zwischen den einzelnen Schüttungen zu erkennen. Damit zeichnet sich hier eine ganz andere Liefergebietsanalyse ab, als im Frankenwald zu beobachten ist. Dort läßt sich die heutige Stratigraphie durch progradierende Überschiebungstektonik erklären.

Summary:
Fabrics which are stored in the clastic components of sedimentary rocks hide numerous information about the orogenic history of their souce area. The souce areas are no longer available for geologists since they were eroded or involved in much younger geological and orogenic events. By usind the method of grain fabric analysis components of sedimentary rocks of the lower carboniferous of the Frankenwald Area and the Western Sudetes are investigated. Going this way all the informatins stored in each of these components are telling the story of the orogenic history of these two areas. Four conglomerates of the Frankenwald Area were investigated. Each is characterized by dominating components. The engine of the orogenic history was thrust-tectonic which took place from the s to the N. But before that, all four source areas of the conglomerates were completly developed and were thrustet one after the other from S to N onto the Schelfbasin until the stratigraphie of the Frankenwald Area was built. The five conglomerates of the Western Sudetes show a very diferent kind of orogenic history. There were no characteristic components in each of them. The modell of source area analysis here is based on the modell of an pull-apart basin. This basin hat reached its sedimentary infill/content right from the massivs in the surrounding area. These massivs like the Eulengebirge or the Iser- and Riesengebirge were uplifted, eroded and supplied their sedimentary material in to the pull-apart basin. The Frankenwald Area had a central position in the Variscides, the Western Sudetes are situated at the eastern part of the Variscides. These different postitions are causing the different orogenic history of these two areas.


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