Studie zum Outcome von Patienten mit LUTO (Lower Urinary Tract Obstruction) nach interventioneller antenataler Therapie

Hintergrund: Der Begriff Lower Urinary Tract Obstruction (LUTO) umfasst kongenitale Erkrankungen des unteren ableitenden Harnwege. Die häufigste Ursache sind posteriore Urethralklappen (PUV). Eine frühe pränatale Manifestation ist mit einer hohen Mortalitäts- und Morbiditätsrate verbunden. Es stehe...

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Main Author: Hahn, Charlotte
Contributors: Weber, Stefanie (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Doctoral Thesis
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2023
Subjects:
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Description
Summary:Hintergrund: Der Begriff Lower Urinary Tract Obstruction (LUTO) umfasst kongenitale Erkrankungen des unteren ableitenden Harnwege. Die häufigste Ursache sind posteriore Urethralklappen (PUV). Eine frühe pränatale Manifestation ist mit einer hohen Mortalitäts- und Morbiditätsrate verbunden. Es stehen verschiedene pränatale Therapien in spezialisierten Zentren zur Verfügung, unter anderem der vesiko-amniotische Shunt (VAS). Methoden: Es wurden retrospektiv und prospektiv Daten zu insgesamt 22 LUTO-Patienten mit PUV nach VAS-Therapie erhoben und ausgewertet. Ergebnisse: Die postnatale Mortalität war in dieser Studie mit 14 % gering. Die postnatale Nierenfunktion war trotz fetaler Therapie deutlich beeinträchtigt. Nach 1 Jahr hatten 59% der Kinder eine chronische Nierenerkrankung (CKD) im Stadium 5; alle Patienten hatten eine CKD, mindestens im Stadium 2. Dementsprechend waren in unserer Studienkohorte im Alter von 3 Jahren 43 % der Patienten dialysepflichtig und 29 % waren bereits nierentransplantiert.. Bei 6/8 Patienten (75 %) stellten wir im Alter von 12 Monaten eine unterdurchschnittliche Entwicklung der motorischen Fähigkeiten fest. Sowohl bei der Sprache als auch bei der Kognition wurde bei 5/8 Patienten (62,5 %) eine durchschnittliche Entwicklung festgestellt. Außerdem beobachteten wir eine begrenzte somatische Entwicklung (MW < 20. P.). Im PedsQL-Fragebogen ergab sich für die Auswirkungen auf die Familie ein mittlerer Gesamtwert von 74 (max. 100), was auf ein gute Funktionalität der Familie hinweist. Für die gesundheitsbezogene Lebensqualität der Patienten (QoL) ergab sich ein mittlerer Gesamtwert von 85. Schlussfolgerung: Diese Daten unterstützen die Ergebnisse anderer Studien, die keinen Vorteil der VAS-Therapie im zweiten Trimenon bezüglich der Nierenfunktion zeigen. Zudem ist die Morbidität auch durch weitere Faktoren groß und sollte berücksichtigt werden.
DOI:10.17192/z2023.0568