Faktoren, die mit der Dokumentation einer Depressionsdiagnose bei Frauen in gynäkologischen Praxen in Deutschland assoziiert sind – eine retrospektive Studie

Es gibt viele Diagnosen im Fachbereich der Gynäkologie, welche die Lebensqualität der Patientinnen stark beeinflussen können und die das Risiko erhöhen, eine Depression zu entwickeln. Das Ziel dieser Studie war es, zu untersuchen, welche gynäkologischen Diagnosen mit Depressionen assoziiert sind. D...

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Main Author: Drewes, Maja
Contributors: Kostev, Karel (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Doctoral Thesis
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2023
Subjects:
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Description
Summary:Es gibt viele Diagnosen im Fachbereich der Gynäkologie, welche die Lebensqualität der Patientinnen stark beeinflussen können und die das Risiko erhöhen, eine Depression zu entwickeln. Das Ziel dieser Studie war es, zu untersuchen, welche gynäkologischen Diagnosen mit Depressionen assoziiert sind. Diese retrospektive Fall-Kontroll-Studie basiert auf Daten aus der Disease Analyzer Datenbank (IQVIA). In die Studie eingeschlossen wurden 5.893 Frauen im Alter von 18 Jahren oder älter mit Depressionen und 5.893 im Alter angeglichene Kontrollen ohne Depressionen, die im Jahr 2019 (Indexdatum) in einer von 256 gynäkologischen Praxen in Deutschland untersucht wurden. Es wurde ein multivariates logistisches Regressionsmodell angewandt, um die Assoziation zwischen den 33 vordefinierten Diagnosen, die innerhalb von fünf Jahren vor dem Indexdatum dokumentiert wurden, und Depressionen zu untersuchen. Insgesamt waren 9 Krankheiten signifikant mit der Diagnose einer Depression assoziiert. Die stärkste Assoziation wurde für Brustkrebs ermittelt (OR=2,11 (95% Konfidenzintervall (CI)=1,76-2,52)), gefolgt von Infertilität (OR=1,91 (95% CI=1,48- 2,47)), Krebs der weiblichen Genitalorgane exklusive der Brust (OR=1,87 (95% CI=1,32-2,66)), und sexuelle Dysfunktion (OR=1,63 (95% CI=1,27-2,09)). Weitere Krankheiten, die eine signifikante Assoziation mit Depressionen hatten, waren Endometriose, Mastodynie, Kandidose, Infektionen, die vorwiegend durch Geschlechtsverkehr übertragen werden, und Harninkontinenz. Außerdem wiesen Patientinnen, die an mehreren Krankheiten gleichzeitig litten, eine höhere Wahrscheinlichkeit dafür auf, mit Depressionen diagnostiziert zu werden (OR=1,40 für zwei Krankheiten bis zu OR=2,38 für >6 Krankheiten im Vergleich zu keinen Krankheiten). Eine große Bandbreite von Krankheiten, die in gynäkologischen Praxen diagnostiziert wurden, waren mit der Diagnose einer Depression assoziiert. Diese Zusammenhänge zu kennen und zu verstehen, kann Gynäkologen dabei helfen Depressionen bei ihren Patientinnen zu erkennen und sie direkt an Psychologen oder Psychiater zu verweisen und so dazu beizutragen, dass Depressionen in unserer Gesellschaft besser bewältigt werden.
DOI:10.17192/z2023.0444