Auswirkungen des MEN1 Gens auf den Apoptose Signalweg in pankreatischen neuroendokrinen Neoplasien

Die multiple endokrine Neoplasie Typ 1 (MEN1) ist eine seltene autosomal dominant vererbte Tumorerkrankung. Eine inaktivierende Keimbahnmutation des MEN1-Gens (Chromosom 11q13), welches als Tumorsuppressorgen fungiert, löst die Erkrankung aus. Patienten, die von MEN1 betroffen sind, entwickeln neuro...

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Main Author: Wagener, Nele
Contributors: Buchholz, Malte (Prof. Dr. ) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2021
Medizin
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Die multiple endokrine Neoplasie Typ 1 (MEN1) ist eine seltene autosomal dominant vererbte Tumorerkrankung. Eine inaktivierende Keimbahnmutation des MEN1-Gens (Chromosom 11q13), welches als Tumorsuppressorgen fungiert, löst die Erkrankung aus. Patienten, die von MEN1 betroffen sind, entwickeln neuroendokrine Tumore, hierbei stellen der primäre Hyperparathyreoidismus, Hypophysenadenome, sowie gastroenteropankreatische neuroendokrine Neoplasien die Hauptmanifestation dar. Einige Patienten können auch Bronchial- und Thymuskarzinoide entwickeln, sowie Adenome in der Nebenniere. Eine hohe Sterblichkeitsrate der MEN1-Patienten ist auf duodenopankreatische neuroendokrine Tumore und das Thymuskarzinoid zurückzuführen. Bisher gibt es keine Therapieansätze, um das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten. Die genaue und komplette Funktion des Menins ist bis heute noch nicht vollständig aufgeschlüsselt. Bisher gibt es nur wenige Untersuchungen, in wie weit Menin Einfluss auf den Apoptosesignalweg nimmt. Apoptose ist der programmierte Zelltod, der durch Caspase-8 auf dem extrinsischen Apoptosesignalweg eingeleitet und durch Aktivierung der Effektorcaspase 3/7 ausgeführt wird. Um dieser Fragestellung auf den Grund zu gehen, wurde nach Apoptoseinduktion mit Staurosporin eine Caspase 8 und 3/7 Aktivitätsmessung in zwei humanen neuroendokrinen Zelllinien (BON1, QGP) durchgeführt. Zudem wurde eine Herunterregulation des MEN1- Gens in den Zelllinien durch Zugabe des Transfektionsreagens MEN1-siRNA vorgenommen. Neben den genannten Zelllinien wurde die Caspase-Aktivität in MEN1-Knockout Mäuseembryofibroblasten (MEF-Zellen) und in humanen Pankreassternzellen (HPSC- Zellen) untersucht. Nach Apoptoseinduktion konnte in den Zelllinien MEF und HPSC 2.2. gezeigt werden, dass die Expression von Caspase-8 und Caspase-3/7 zwischen MEN1- Wildtyp und MEN1-Knockdown bzw. Knockout einen signifikanten Unterschied aufzeigt. Ein weiterer Weg zur Apoptoseauslösung erfolgt durch TP53 über die intrinsische Signalkaskade. Durch Real Time qPCR konnte gezeigt werden, dass ein intaktes MEN1-Allel die Genexpression von TP53 und p21 aufreguliert. Zusammenfassend deuten die Ergebnisse daraufhin, dass Menin einen Einfluss auf den Apoptosesignalweg in humanen Zelllinien durch Aufregulation der Caspase-8 und-3/7 nimmt. Nach Ausschaltung des Menins scheint die Apoptose herunterreguliert zu sein. Diese Tatsache kann als neuer Therapieansatz bei MEN1 Patienten genutzt werden.
Physical Description:86 Pages
DOI:https://doi.org/10.17192/z2021.0210