Cause and Effect in Victim Sensitivity: Analyses of Associated Social-Cognitive Processes

Victim sensitivity (VS) – as one facet of justice sensitivity – is conceptualized as a personality disposition reflecting a combination of a strong need to trust others together with a latent expectation that other people are malevolent and untrustworthy. Previous research has linked victim sensitiv...

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Main Author: Buchholz, Merle
Contributors: Gollwitzer, Mario (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:English
Published: Philipps-Universität Marburg 2021
Psychologie
Subjects:
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Table of Contents: Opfersensibilität (OS) – als eine Facette der Gerechtigkeitssensibilität – wird als Persönlichkeitsdisposition konzeptualisiert, welche eine Kombination aus einem starken Vertrauensmotiv sowie einer latenten Erwartung, dass andere Menschen böswillig und vertrauensunwürdig sind, widerspiegelt. Frühere Forschung hat Opfersensibilität mit einer Vielzahl von emotionalen und Verhaltensproblemen in Verbindung gebracht, die sowohl Auswirkungen auf das jeweilige Individuum als auch auf sein soziales Umfeld haben. Bislang mangelt es allerdings noch an Wissen darüber, wie genau OS die Informationsverarbeitung und das Verhalten prägt. In dieser Dissertation wird eine sozial-kognitive Perspektive auf Opfersensibilität eingenommen, um ein umfassenderes Verständnis der psychologischen Prozesse zu erlangen, die die Reaktionen opfersensibler Menschen formen. Um die zugrundeliegenden Ursachen und Wirkungen zu analysieren, wurden vier Studien durchgeführt, die hochmoderne Verfahren (z.B. Eye-Tracking oder Virtual-Reality-Technologie) verwendeten. Zwei wichtige Schlussfolgerungen können aus dieser Forschung gezogen werden: Erstens bestätigen die Ergebnisse, dass Opfersensibilität Emotionen, Kognitionen und Verhalten in einer dysfunktionalen Art und Weise beeinflusst. Insbesondere legen die Ergebnisse nahe, dass OS mit feindseliger Informationsverarbeitung (Studie II) assoziiert ist und sogar zu pathologischen Formen zwischenmenschlicher Dysfunktion beiträgt (Studie I). Zweitens zeigt die vorliegende Untersuchung allerdings auch, dass es möglich ist, die negativen Folgen von Opfersensibilität abzuschwächen. So wurde in Studie III festgestellt, dass Personen mit hoher OS in der Lage sind, ihr habituelles Misstrauen zu überwinden, wenn ein Gefühl der Kontrolle wiederhergestellt wird. Darüber hinaus konnte in Studie IV gezeigt werden, dass Personen mit hoher OS ihre Aufmerksamkeit bevorzugt auf Informationen richten, die ihre negativen sozialen Erwartungen verletzen, was diese Erwartungen langfristig reduzieren könnte. Zusammengenommen erweitert die in dieser Arbeit beschriebene Forschung unser Wissen über sozial-kognitive und motivationale Prozesse, die der Opfersensibilität zugrunde liegen und hat daher wichtige Implikationen für die Forschung zu gerechtigkeitsbezogenen Persönlichkeitsdispositionen.