1-Jahresergebnisse der Nanos Kurzschaftendoprothese im Vergleich zur Standardendoprothese ProxyPlus unter Berücksichtigung der Geschlechter

Deutschland ist europaweit eines der führenden Länder in der Hüftendoprothetik. Das Alter zum Operationszeitpunkt nimmt immer weiter ab. Bereits über 20% der Patienten sind zum Zeitpunkt der Operation jünger als 60. Diese sind aktiver und anspruchsvoller bezüglich der Hüftgelenksfunktion. Auch ist a...

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Main Author: Akhavanpoor, Mehrnoosh
Contributors: Werner, Siebert (Prof. Dr. med) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2018
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Deutschland ist europaweit eines der führenden Länder in der Hüftendoprothetik. Das Alter zum Operationszeitpunkt nimmt immer weiter ab. Bereits über 20% der Patienten sind zum Zeitpunkt der Operation jünger als 60. Diese sind aktiver und anspruchsvoller bezüglich der Hüftgelenksfunktion. Auch ist aufgrund einer ansteigenden Lebenserwartung mit mindestens einem Revisionseingriff zu rechnen. Knochensparende und weichteilschonende Operationen werden deswegen angestrebt, was zur Entwicklung der Kurzschaftprothese Nanos geführt hat. Durch eine metaphysäre Kraftübertragung soll das „stress-shielding“ weitestgehend reduziert werden. Das Offset sollte nicht reduziert sondern verlängert werden, um eine Instabilität der Hüfte zu vermeiden. Die Vielzahl der auf dem Markt vorhandenen Kurzschäfte mit unterschiedlichen Designs, Verankerungen, Biomechaniken sowie Implantationstechniken verlangt eine genaue Untersuchung dieser Implnatate, um die richtige Implantatauswahl zu treffen. Die Zielsetzungen unserer Arbeit waren zum einen die Untersuchung, ob die Nanos-Kurzschaftprothese vergleichbar gute Ergebnisse zur ProxyPlus-Standardprothese erzielen kann und ob geschlechterspezifische Unterschiede vorliegen. Die Daten wurden anhand des HHSs, Röntgenaufnahmen sowie Patientenfragebögen präoperativ sowie 1 Jahr postoperativ erhoben. In unserer Arbeit verbesserte sich der Harris Hip Score präoperativ vs 1 Jahr postoperativ signifikant in der Nanos-Gruppe von 48,16 auf 82,94 und in der ProxyPlus-Gruppe von 43,24 auf 77,65. Im direkten Vergleich beider Gruppen schneidet die Nanos-Gruppe 1 Jahr postoperativ bzgl. des Harris Hip Scores signifikant besser ab als die ProxyPlus-Gruppe. Dies spiegelt sich jedoch nicht in allen Parametern des Scores wieder. Vergleicht man die männlichen Patienten beider Gruppen so sind die Männer der Nanos-Gruppe in der Gesamtpunktzahl, in der Funktion und Schmerzen besser. In der Beweglichkeit sind die Männer beider Gruppen gleich gut. Nur das Gesamtergebnis ist signifikant. Beim Vergleich der weiblichen Patienten sind die Nanos-Frauen in den Rubriken Gesamtpunktzahl und Funktion besser als die ProxyPlus-Frauen. Bezüglich der Schmerzen und Beweglichkeit sind beide Gruppen gleich gut. Nur die das Ergebnis der Gesamtpunktzahl und der Beweglichkeit waren signifikant. Der CCD-Winkel der Nanos-Gruppe nimmt um +6,74° 1 Jahr postoperativ zu (von 128,45° auf 135,19°). Das femorale Offset erhöht sich um +3,9mm (von 41,69mm auf 45,59mm). Postoperativ verlängert sich das operierte Bein im Vergleich zur gesunden Seite um +2,14 (von 7,76mm auf 9,9mm) länger. Im Vergleich dazu nimmt der CCD-Winkel der ProxyPlus-Gruppe um +3,23° zu (von 130,06° auf 133,29°). Das femorale Offset erhöht sich um +4,61mm (von 40,39mm auf 45mm). Postoperativ verlängert sich die operierte Seite um +3,06 (von 5,12mm auf 8,18mm). Im Vergleich zur Nanos-Gruppe veränderten sich der CCD-Winkel und das femorale Offset der Gesamtzahl der ProxyPlus-Patienten sowie der Frauen 1 Jahr postoperativ geringer gegenüber den Ausgangswerten. Die BLD verlängerte sich zwar bei beiden Gruppen sowie auch bei beiden Geschlechtern 1 Jahr postoperativ, dabei aber etwas geringer in der Nanos-Gruppe. Für alle diese radiologischen Ergebnisse und Messdaten konnte keine Signifikanz festgestellt Wir kommen zu dem Gesamtfazit, dass die Nanos-Kurzschaftprothese verglichen mit der ProxyPlus-Standardprothese ähnlich gute Ergebnisse erzielen kann und eine gute Alternative zu den Standardprothesen darstellt. Nur geringgradige geschlechterspezifische Unterschiede konnten nachgewiesen werden. Weiterführende Studien über einen längeren Beobachtungszeitraum wären wünschenswert.
Physical Description:170 Pages
DOI:https://doi.org/10.17192/z2018.0438