Ist die Durchblutung des ileokolischen Interponates nach Ösophagusresektion regelhaft ausreichend für eine Anastomose?

Einleitung: In der Ösophaguschirurgie wird bei Nicht-Verfügbarkeit des Magens in der Literatur überwiegend die Nutzung des linken Hemikolons als Ösophagusersatz empfohlen. Die Bevorzugung des linken Hemikolons als Interponat hat nicht nur einen traditionellen chirurgischen Hintergrund. Argumentiert...

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Main Author: Galanis, Michail
Contributors: Gerdes, Berthold (Prof. Dr. med.) (Thesis advisor)
Format: Doctoral Thesis
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2018
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Einleitung: In der Ösophaguschirurgie wird bei Nicht-Verfügbarkeit des Magens in der Literatur überwiegend die Nutzung des linken Hemikolons als Ösophagusersatz empfohlen. Die Bevorzugung des linken Hemikolons als Interponat hat nicht nur einen traditionellen chirurgischen Hintergrund. Argumentiert wird unter anderem, dass das linke Hemikolon gegenüber dem rechten Hemikolon eine geringere anatomische Variabilität aufweist. Ziel dieser Studie war es, die Durchblutung des terminalen Ileums und des rechtsseitigen Kolons unter Erhalt der Ileozäkalklappe als Refluxbarriere zum Ersatz des Magens und der Speiseröhre zu prüfen. Material und Methoden: Im Rahmen dieses Promotionsprojektes habe ich eine prospektive Beobachtungsstudie an 20 Patienten, bei denen die Indikation zur rechtsseitigen onkologischen Kolonresektion gegeben war, zur Prüfung der Durchblutung des ileokolischen Segmentes durchgeführt. Es wurde jeweils eine Hemikolektomie rechts in kompletter mesokolischer Resektionstechnik mit zentraler Durchtrennung der ileokolischen Gefäße, des Kolon transversum und des Ileums unter Erhalt der Arteria und Vena colica media und der Randarkaden des Kolons vorgenommen. Anschließend wurde die Perfusion aller vier resultierenden Darmenden durch chirurgische Inspektion, sowie durch Indocyaningrün (ICG) Perfusionsmessung (Image1S, Karl-Storz GmbH ©, VITOM Kamera) sowohl anhand intraoperativer als auch postoperativer Beurteilung von Videomitschnitten bewertet. Ergebnisse: Bei allen 20 Patienten war die Perfusion der verschiedenen Darmenden nach oben ausgeführter Präparation eines ileokolischen Segmentes gestielt an der Arteria colica media auch nach Durchtrennung der Darmlumina identisch dem jeweils korrespondierenden Darmende. Hierbei fand sich auch bei den verschiedenen Methoden der Perfusionseinschätzung kein Unterschied. Bei jedem der 20 Studienpatienten war die Perfusion des Ileokolischen Segmentes über die Arteria colica media vor der endgültigen Durchtrennung der rechtsseitigen Äste der Arteria colica media ausreichend für eine potentielle intestinale Anastomose. Nach der Hemikolektomie rechts heilten alle Anastomosen ohne Insuffizienz ab. Schlussfolgerung: Ein an der Arteria colica media gestieltes rechtsseitiges ileokolisches Segment unter Erhalt der refluxverhindernden Ileozäkalklappe war im Rahmen dieser Studie regelhaft gut durchblutet. Aufgrund des Erhaltes der ileokolischen Refluxbarriere und der regelhaft guten Durchblutung legt meine Studie nahe, dass das rechte ileokolische Segment dem linksseitigen Kolon vorgezogen werden könnte, wenn eine Koloninterposition in der Ösophaguschirurgie erforderlich ist.
Physical Description:82 Pages
DOI:10.17192/z2018.0421