Contact Interventions in Intractable Conflicts: Long-Term Attitude and Behavior Intention Changes in Israel

“Conflicts based in ethnic, religious, and racial differences continue to erupt around the world, despite decades of interventions and scholarly research.” (Tropp, 2012, p. 3). One way to improve intergroup relations was introduced by Allport (1954) in The Nature of Prejudice. In this book, he wrote...

Full description

Saved in:
Bibliographic Details
Main Author: Guffler, Kerstin
Contributors: Wagner, Ulrich (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:English
Published: Philipps-Universität Marburg 2016
Psychologie
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
Tags: Add Tag
No Tags, Be the first to tag this record!
Table of Contents: Trotz jahrzehntelanger Interventionen und wissenschaftlicher Forschung brechen weltweit immer wieder Konflikte aus, die auf ethnischen, religiösen und rassistischen Unterschieden basieren (Tropp, 2012, S. 3). Eine Möglichkeit, Beziehungen zwischen konfligierenden Gruppen zu verbessern, stellte Allport (1954) in The Nature of Prejudice vor. In seinem Buch schrieb er, dass Kontakt zwischen Gruppen unter bestimmten Bedingungen Vorurteile zwischen ihnen reduziert. Eine Annahme, die inzwischen empirisch bestätigt wurde. Vor allem zeigte sich, dass insbesondere Kontaktinterventionen positive Auswirkungen auf die Reduktion von Vorurteilen und die Verbesserungen der Beziehungen zwischen den Gruppen haben (z. B. Lemmer & Wagner, 2015; Pettigrew & Tropp, 2006). Die vorliegende Doktorarbeit folgt Allports Ansatz und erweitert theoretisches und praktisches Wissen über Kontaktinterventionen zwischen konfligierenden Gruppen. Die Arbeit konzentriert sich auf Kontaktinterventionen in Konfliktgebieten und fokussiert sich dabei auf face-to-face-Kontaktinterventionen mit wiederholten Treffen zwischen Gruppenmitgliedern. Die Arbeit baut auf der bisherigen Forschung auf und erweitert sie insbesondere durch die Untersuchung langfristiger Kontaktinterventionseffekte. Im Rahmen der Arbeit wurden zwei Kontaktinterventionen zwischen jüdisch-israelischen und arabisch-israelischen Schülerinnen und Schülern im Alter zwischen 10 und 13 im Rahmen des Israel-Palästina-Konflikts untersucht. Die Ergebnisse der ersten Kontaktintervention werden in Manuskript 1; Ergebnisse der zweiten Kontaktintervention in Manuskript 2 dargestellt. Manuskript 1: Studie 1 zeigt, dass mehrere kurze Treffen zwischen jüdisch-israelischen und arabisch-israelischen Schülerinnen und Schülern der 4. Schulklasse in Israel für jüdisch-israelische Teilnehmende (Mehrheit) zu nachhaltigen Einstellungsänderungen führt. Es konnte zudem aufgezeigt werden, dass die persönliche Bewertung der Erfahrungen im Intergruppenkontakt Einfluss auf die kurz- und für die jüdischen Israelis auch auf die langfristigen Effekte hatte. In Studie 2 konnte dargestellt werden, dass langfristige Interventionseffekte erst nach der Teilnahme an mehreren Treffen der Kontaktintervention auftreten. Manuskript 2: In Manuskript 2 wurde untersucht, ob eine Kontaktintervention mit zwei Treffen zwischen jüdisch- und arabisch-israelischen Schülerinnen und Schülern der 6. Schulklasse in Israel zu einer verbesserten langfristigen Beziehung zwischen beiden Gruppen führt. Neben langfristigen Effekten nach wiederholtem Intergruppenkontakt in einem Konfliktgebiet, wurden zudem Unterschiede hinsichtlich der Effekte zwischen der Minderheit (arabische Israelis) und der Mehrheit (jüdische Israelis) untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass für Mitglieder der Minderheit positive kurz-, aber keine langfristigen Effekte gefunden wurden, d. h. Einstellungen und Verhaltensabsichten verbesserten sich nach der Kontaktintervention, kehrten aber neun Wochen nach der Kontaktintervention wieder auf das ursprüngliche Niveau zurück. Entgegen der Erwartung führte die Kontaktintervention zu einer Verschlechterung der positiven Beziehungen sowohl hinsichtlich der kurz- als auch der langfristigen Effekte für Mitglieder der Mehrheit (jüdische Israelis). Durch die Zusammenführung von quantitativen Daten mit den qualitativen Angaben der Schülerinnen und Schüler hinsichtlich ihrer Kontakterfahrung konnte festgestellt werden, dass die negativen kurz- und langfristigen Effekte wahrscheinlich auf negative Kontakterfahrungen zurückgeführt werden können. Im Rahmen der Doktorarbeit wurden die quasi-experimentellen Daten mit Hilfe neuester methodischer Ansätze berechnet, d. h. Berechnungen mit Strukturgleichungsmodellen, längs- und querschnittlicher Messinvarianzanalysen, Kontrollen für hierarchische Effekte und Analysen der fehlenden Werte. Eine detaillierte Beschreibung des methodischen Vorgehens wurde in die Synopsis eingearbeitet.