Einfluss verschiedener medikamentöser Einlagen auf den Haftverbund vonAH Plus zum Wurzelkanaldentin

Der Haftverbund zwischen Wurzelkanaldentin und Wurzelkanalfüllung ist ein entscheidender Schlüssel für den Erfolg von endodontischen Behandlungen. Ziel der vorliegenden Studie war es darzulegen, inwieweit der Einsatz von medikamentösen Einlagen auf unterschiedlicher Basis (Kalziumhydroxid oder Chlor...

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Main Author: Hansen, Lara
Contributors: Frankenberger, R. (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2016
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Der Haftverbund zwischen Wurzelkanaldentin und Wurzelkanalfüllung ist ein entscheidender Schlüssel für den Erfolg von endodontischen Behandlungen. Ziel der vorliegenden Studie war es darzulegen, inwieweit der Einsatz von medikamentösen Einlagen auf unterschiedlicher Basis (Kalziumhydroxid oder Chlorhexidindigluconat) und in unterschiedlicher Darreichungsform (Gel/Paste oder Stift) den Haftverbund zwischen dem Sealer AH Plus und dem Wurzelkanaldentin beeinflussen. 60 einwurzelige menschliche Zähne mit geradem Wurzelverlauf und einem Wurzelkanal wurden bis zu einer Größe von ISO 60 maschinell mit dem BioRaCe-System aufbereitet. Die Zähne wurden auf eine resultierende Wurzelkanallänge von 8 mm getrimmt und nachfolgend randomisiert sechs Gruppen (n = 10) zugeteilt, die mit unterschiedlichen medikamentösen Einlagen beschickt und dementsprechend gekennzeichnet wurden: (A) = Chlorhexamed DIREKT Gel, 1 %; (B) = UltraCal XS Paste, 35 %; (C) = ROEKO Activ Point Chlorhexidin-Spitzen, 5 %; (D) = ROEKO Calciumhydroxid Plus-Spitzen, 52 %; (E) = Kontrollgruppe feuchter Wurzelkanal ohne medikamentöse Einlage; (F) = Kontrollgruppe trockener Wurzelkanal ohne medikamentöse Einlage. Nach zweiwöchiger Lagerung der Proben bei 100 % Luftfeuchtigkeit und Zimmertemperatur wurden die medikamentösen Einlagen zunächst durch eine Spülung mit 2,5 ml destilliertem Wasser aus den Wurzelkanalsystemen entfernt. Die einzelnen Zähne wurden dann für den Zugversuch vorbereitet, indem sie mittels diamantierter Trennscheibe mit Retentionsrillen versehen und dann in Kunststoff eingelassen wurden. Nach Abkühlen des Kunststoffes wurde jede Probe einem genauen Spülprotokoll unterzogen: Schritt 1: 2,5 ml Natriumhypochlorit (NaOCl), 3 %, 1 min Schallaktivierung mittels EndoActivator; Schritt 2: 2,5 ml Ethylendiamintetraacetat (EDTA), 16 %, 1 min Schallaktivierung mittels EndoActivator; Schritt 3: 2,5 ml NaOCl; Schritt 4: 2,5 ml destilliertes Wasser. Spreader-Rohlinge der Größe ISO 55 wurden durch apikale Kürzung an die Zielgröße ISO 60 angepasst, entgratet und poliert, jedoch nicht silikatisiert. Der Sealer AH Plus wurde mittels Applikationskanülen in jeden Kanal appliziert und die angepassten Spreader eingebracht. Die Proben wurden zwei Wochen zum Härten gelagert, woraufhin sich der Pull-out-Versuch nach Ebert et al. (2011) zur Analyse des Haftverbundes anschloss [29]. Verwendet wurde eine Zwick-Universaltestmaschine. Die Daten wurden mittels der Software SPSS 21 statistisch analysiert. Ausgewertet wurden sie unter Verwendung des Kruskal-Wallis-Tests und nachfolgend durch den Mann-Whitney-Test. Die Signifikanz wurde bei p ≤ 0,05 festgelegt. Um zusätzlich eine Aussage bezüglich des vorherrschenden Frakturmodus treffen zu können, wurde jeder Spreader digital fotografiert, woraufhin die Bilder diesbezüglich ausgewertet wurden. Die Höhe der Haftwerte in absteigender Reihenfolge unter Angabe der Medianwerte zeigen sich wie folgt: (C) Activ Point Chlorhexidin-Spitzen (3,52 MPa), (B) UltraCal XS Paste (2,63 MPa), (A) Chlorhexamed DIREKT Gel (1,63 MPa), (F) Kontrollgruppe trocken (1,43 MPa), (E) Kontrollgruppe feucht (1,32 MPa), (D) Calciumhydroxid Plus Spitzen (1,20 MPa). 90 % der Frakturen stellen Mischfrakturen dar. AH Plus weist also nach 14-tägiger Einlage mit Activ Point Chlorhexidin-Spitzen eindeutig höhere Haftwerte auf als ohne medikamentöse Einlage, unabhängig davon, ob die Kanäle getrocknet wurden oder nicht. Auch die Einlage mit UltraCal XS Paste konnte die Haftwerte leicht verbessern. Die übrigen medikamentösen Einlagen zeigten hingegen nur minimal verbesserte oder gar geringere Haftwerte als die Kontrollgruppen. Trotz dieses deutlichen Trends der Haftkraftverbesserung durch Stifteinlagen auf Chlorhexidinbasis traten zwischen den einzelnen Versuchsgruppen keine signifikanten Unterschiede auf (Kruskal-Wallis-Test: p = 0,482). Medikamentöse Einlagen auf Kalziumhydroxid- und Chlorhexidindigluconatbasis hatten unterschiedliche Auswirkungen auf den Haftverbund zwischen dem Sealer AH Plus und dem Wurzelkanaldentin. Chlorhexidindigluconat als Spitze führte zu einer Steigerung des Haftverbundes gegenüber den Kontrollgruppen und konnte somit nachweislich den Haftverbund zum Wurzelkanaldentin verbessern. Kalziumhydroxid als Paste führte zu einem geringfügig besseren Ergebnis gegenüber der trockenen Kontrollgruppe. Die übrigen medikamentösen Einlagen bewirkten hingegen vergleichbare oder auch tendenziell niedrigere Haftwerte. Die Frakturmodi bestätigen einen starken und zuverlässigen Haftverbund im Sealer-Wurzelkanaldentin-Interface.
Physical Description:95 Pages
DOI:https://doi.org/10.17192/z2016.0346