Der Einfluss des postoperativen femoralen offset auf die Funktion des Hüftgelenks nach trochantärer Femurfraktur und Versorgung mittels intramedullären Marknagels

Die proximale Femurfraktur tritt hierzulande insbesondere bei älteren Patienten auf. Die trochantären Frakturen, die in dieser Doktorarbeit untersucht wurden, stellen hierbei den häufigsten Subtyp dar. Auch im Hinblick auf den demographischen Wandel wird die Bedeutung des hier untersuchten Frakturty...

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Main Author: Seifert, Vinzenz
Contributors: Ruchholtz, Steffen (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2016
Medizin
Subjects:
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Description
Summary:Die proximale Femurfraktur tritt hierzulande insbesondere bei älteren Patienten auf. Die trochantären Frakturen, die in dieser Doktorarbeit untersucht wurden, stellen hierbei den häufigsten Subtyp dar. Auch im Hinblick auf den demographischen Wandel wird die Bedeutung des hier untersuchten Frakturtyps immer mehr ansteigen. Meist sind Niedrigenergie-Traumta die Ursache für eine solche Fraktur. Therapien der Wahl stellen die Osteosyntheseverfahren wie die dynamische Hüftschraube (DHS) und die intramedulläre Marknagelung dar. Im Gegensatz zur traditionellen Bewertung des Behandlungsergebnisses, die sich vornehmlich an der operationsbedingten Mortalität orientierte, rückt heutzutage vermehrt das Interesse an einem möglichst optimalen und den Patienten zufriedenstellenden klinischen Ergebnis in das Zentrum der Forschung. Im Rahmen der Therapie von Hüftgelenkserkrankungen mittels Endoprothetik gibt es zahlreiche Studien und Übersichtsarbeiten, die eine postoperative Funktionalität dieses Gelenks untersucht haben. Für die intramedulläre Nagelung trochantärer Femurfrakturen ist dies hingegen nicht der Fall. Da durch Ergebnisse aus dem Bereich des Gelenkersatzes die Wichtigkeit der ordnungsgemäßen Wiederherstellung der anatomischen Größen deklariert wird, wurden diese im Rahmen dieser Doktorarbeit genauer beleuchtet. Die Bedeutung des FO für die endoprothetische Versorgung wurde ausführlich untersucht. Da die Bedeutung dieses anatomischen Parameters für die Versorgung mittels intramedullärer Marknagelung jedoch noch unklar ist, wurde in dieser Arbeit das Hauptaugenmerk auf dessen Untersuchung gelegt. Zu diesem Zweck wurden deshalb 188 Patienten, die eine per-, inter- oder subtrochantäre Femurfraktur erlitten hatten und daraufhin mit einem intramedullären Marknagel therapiert worden waren, radiologisch untersucht und mit deren bereits im Rahmen der RePrOF-Studie erhobenem klinischen Ergebnis korreliert. Da die exakte Bestimmung des FO auf den standardmäßig verwendeten Röntgenbildern zum Teil stark eingeschränkt ist, wurde zur korrekten Messung dieses Parameters eine Formel zur Rotationskorrektur verwendet. Bei der Auswertung der Ergebnisse trat eine inverse Korrelation zwischen, sowohl dem rotationskorrigierten als auch dem spezifischeren relativen, FO und den primären (Harris Hip Score) und sekundären (Barthel-Index) Messinstrumenten zur Überprüfung der Hüftfunktionalität zutage. Dies legt folglich eine verbesserte Beweglichkeit des Hüftgelenks bei vermindertem FO nahe. Diese erarbeitete Tendenz ist überraschenderweise gegensätzlich zu den bisher publizierten Ergebnissen aus der Endoprothetik, auch wenn eine neue Publikation dieses Spektrums aus dem Jahr 2014 eine ähnliche Beziehung, allerdings bezogen auf das FO und das Schmerzempfinden und nicht auf den Bewegungsumfang der Hüfte, beschrieben hat. So war ein geringes FO mit einer geringeren Schmerzintensität assoziiert, wohingegen keine Aussage über eine Auswirkung des FO auf die Hüftbeweglichkeit getroffen werden konnte. Zu beachten ist allerdings, dass die Ergebnisse dieser Doktorarbeit nur im Rahmen der univariaten Analyse eine statistische Signifikanz erreichten. Nach Berücksichtigung der untersuchten möglichen confounder zeigten sich keine statistisch signifikanten Zusammenhänge zwischen dem femoralen offset und dem postoperativen klinischen Ergebnis. Aus diesem Grunde sollten weitere wissenschaftliche Arbeiten explizit den Zusammenhang dieser beiden Größen untersuchen. Erst dann können definitive Aussagen über den Einfluss des FO auf das klinische Ergebnis nach intramedullärer Nagelung trochantärer Femurfrakturen getroffen werden. Nichtsdestotrotz zeigt diese Arbeit den Trend an, dass sich ein vermindertes postoperatives FO positiv auf das klinische Ergebnis des Patienten auswirken kann.
Physical Description:130 Pages
DOI:https://doi.org/10.17192/z2016.0204