Die Entwicklung der operativen Desobliteration der Arteria carotis interna über den Zeitraum einer Dekade

Bereits im Jahr 1953 führten Dr. med. DeBakey und sein Team die erste operative Desobliteration der Arteria carotis durch. Dass die Thrombendarterioektomie einen erwiesenen Nutzen in der Beseitigung der Carotis-Stenose zeigt, sei außer Frage gestellt. Auf dem Gebiet der Carotis-Chirurgie gab es in d...

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Main Author: Daubitz, Lisa
Contributors: Fendrich, Volker (Prof. Dr. med.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2015
Subjects:
TEA
EEA
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Bereits im Jahr 1953 führten Dr. med. DeBakey und sein Team die erste operative Desobliteration der Arteria carotis durch. Dass die Thrombendarterioektomie einen erwiesenen Nutzen in der Beseitigung der Carotis-Stenose zeigt, sei außer Frage gestellt. Auf dem Gebiet der Carotis-Chirurgie gab es in den letzten Jahren jedoch große Fortschritte. Die vorliegende Dissertation gibt einen Überblick darüber, was sich innerhalb eines Jahrzehnts am Universitätsklinikum Marburg auf diesem Gebiet verändert hat und ob sich daraus ein medizinischer Fortschritt ergeben konnte. Zur Klärung der offenen Fragen wurde eine retrospektive Beobachtungsstudie von insgesamt 297 Patienten, die sich im Zeitraum von Januar 2000 bis Dezember 2001 (Zeitraum A) bzw. Januar 2010 bis Dezember 2011 (Zeitraum B) mindestens einer Carotis-Operation unterzogen, durchgeführt. Nach übersichtlicher Darstellung der zu analysierenden Daten wurden die Jahrgänge 2000 und 2001 den Jahren 2010 und 2011 gegenübergestellt und verglichen. Es konnten signifikante Unterschiede in Bezug auf die operationsspezifischen Punkte festgestellt werden. So fiel die mittlere Operationsdauer von 119 Minuten im Zeitraum A auf 100 Minuten im Zeitraum B. Außerdem konnte die mittlere Abklemmzeit von 335 Sekunden (2000 - 2001) auf 218 Sekunden (2010 - 2011) reduziert werden. Die Verweildauer der Patienten wurde zum einen insgesamt und zum anderen postoperativ betrachtet. Beide Zeiträume konnten verringert werden. Der im Durchschnitt vormals zwölf Tage dauernde Krankenhausaufenthalt verminderte sich auf fünf Tage. Aus den sechs Tagen nach der Operation wurden drei. Die Tatsache, dass im Zeitraum B fünfmal mehr Patienten schon im asymptomatischen Stadium einer Carotis-Operation unterzogen wurden, macht deutlich, dass die Früherkennung der Carotis-Stenose verbessert werden konnte. Es zeigten sich keine signifikanten Veränderungen bezüglich der Zielgrößen „Letalität“ und „Restenosen“. Dies war jedoch zu erwarten, da die Operation schon zehn Jahre zuvor als risikoarmer Eingriff gewertet werden konnte. Neben der Apoplexrate konnten sowohl die lokale als auch die postoperative Komplikationsrate gesenkt werden, was zu einem insgesamt verbesserten Outcome führte. Der Vergleich mit der entsprechenden Studienlage zeigte, dass die Carotis-Chirurgie am Marburger Klinikum mit den internationalen Standards Schritt halten kann. Zusammenfassend konnte anhand der Ergebnisse der vorliegenden Dissertation nachgewiesen werden, dass es, im Hinblick auf die Carotis-Chirurgie, im Zeitraum einer Dekade zu einem deutlichen medizinischen Fortschritt am Universitätsklinikum Marburg gekommen ist.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2016.0001