Invertierte Papillome der Nasenhaupt- und Nasennebenhöhlen - Eine retrospektive Analyse

Das invertierte Papillom ist ein primär gutartiger, aber lokal aggressiver epithelialer Tumor der Schleimhaut der Nasenhaupt- und Nasennebenhöhlen. Er ist gekennzeichnet durch ein lokal destruierendes Wachstum, die Möglichkeit einer malignen Transformation sowie eine hohe Rezidivneigung bei geringer...

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Main Author: Khonsari, Behzad
Contributors: Werner, J. A. (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2015
Hals- Nasen- und Ohrenheilkunde
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Das invertierte Papillom ist ein primär gutartiger, aber lokal aggressiver epithelialer Tumor der Schleimhaut der Nasenhaupt- und Nasennebenhöhlen. Er ist gekennzeichnet durch ein lokal destruierendes Wachstum, die Möglichkeit einer malignen Transformation sowie eine hohe Rezidivneigung bei geringer Prävalenz. Ziel der Arbeit war es, klinische und histopathologische Charakteristika sowie den perioperativen Verlauf von Patienten mit invertierten Papillomen der Nasenhaupt- und Nasennebenhöhlen zu analysieren. Es wurden die Daten aller Patienten mit histologisch gesicherten invertierten Papillomen der Nasenhaupt- und Nasennebenhöhlen, die vom 01.01.2001 bis einschließlich 01.01.2014 in der HNO-Universitätsklinik Marburg operiert wurden, ausgewertet. 47 Patienten (35m/12w) mit invertierten Papillomen der Nasenhaupt- und Nasennebenhöhlen wurde in die Analyse eingeschlossen. Das mittlere Alter lag bei 56 Jahren (Spannweite: 15-91). Charakteristisches Beschwerdebild war die einseitige Nasenatmungsbehinderung (91,5%), wobei das Zeitintervall zwischen Symptomatik und histologisch gesicherter Diagnose im Durchschnitt bei 3 Monaten lag. Die Computertomographie des Gesichtsschädels (76,6%) war in der untersuchten Patientengruppe die häufigste bildgebende Methode in der präoperativen Diagnostik der invertierten Papillome, gefolgt von der Magnetresonanztomographie (38,3%) und der Digitalen Volumentomographie (10,6%). Bei 45 Patienten zeigte sich eine uni- und bei 2 Patienten eine bilaterale Manifestation des invertierten Papilloms. Die linke Seite (68%) war hierbei häufiger betroffen als die rechte Seite (32%). Hauptlokalisationsort war die Kieferhöhle (65,9%), gefolgt von den Siebbeinzellen (53,2%) und der Nasenhöhle (31,9%). Hinsichtlich der Klassifikation der Tumorausdehnung nach Krouse konnten 9 Patienten dem Stadium T1, 4 Patienten dem Stadium T2, 27 Patienten dem Stadium T3 und 7 Patienten dem Stadium T4 zugeordnet werden. In 42 Fällen erfolgte ein endonasal-endoskopischer, in 4 Fällen ein endo- und extranasaler sowie bei einem Patienten ein rein extranasaler operativer Zugang. Hierdurch konnte bei allen Patienten der Tumor komplett entfernt werden. Die mediane Operationsdauer betrug 105,2 Minuten und war nicht mit dem T-Stadium assoziiert. Bei drei Patienten ergab die histologische Untersuchung eine maligne Tumortransformation. Bei einem dieser Patienten konnte eine HPV-Infektion nachgewiesen werden. 42 Patienten (89,4%) wurden intraoperativ mit Nasentamponaden versorgt. 5 Patienten (10,6%) mit T1-Stadium erhielten keine Nasentamponade. Bei einem Patienten zeigte sich intraoperativ eine Durafistel, die unmittelbar gedeckt wurde. Postoperativ zeigte ein Patient (2,1%) eine Wundheilungsstörung und ein Patient (2,1%) eine Nachblutung. 12 Patienten entwickelten in dem untersuchten Zeitraum ein Rezidiv des invertierten Papilloms, wobei die höchste Rezidivrate bei Patienten mit einem initialen T4-Tumor vorlag. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine endonasal-endoskopische Resektion invertierter Papillome der Nasenhaupt- und Nasennebenhöhlen in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle möglich ist und mit einer geringen Morbidität für die Patienten verbunden zu sein scheint. Ein ursächlicher Zusammenhang mit einer möglichen HPV-Infektion konnte im untersuchten Kollektiv nicht nachgewiesen werden. Aufgrund der hohen Rezidivrate und der Möglichkeit der malignen Entartung sollten nach Resektion eines invertierten Papilloms regelmäßige hno-ärztliche Kontroll-Untersuchungen erfolgen.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2015.0423