Einfluss verschiedener medikamentöser Einlagen auf den Haftverbund von GuttaFlow 2 zum Wurzelkanaldentin

1 Zusammenfassung 1.1 Hintergrund und Ziele Medikamentöse Zwischeneinlagen sind in der endodontischen Behandlung Routine, entweder werden sie auf Grund von mangelnder Behandlungszeit in der Praxis oder zur weiteren Desinfektion des Wurzelkanals verwendet. Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl vers...

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Bibliographic Details
Main Author: Rudd, Stephanie
Contributors: Frankenberger, Roland (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2015
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:1 Zusammenfassung 1.1 Hintergrund und Ziele Medikamentöse Zwischeneinlagen sind in der endodontischen Behandlung Routine, entweder werden sie auf Grund von mangelnder Behandlungszeit in der Praxis oder zur weiteren Desinfektion des Wurzelkanals verwendet. Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl verschiedener Produkte und Darreichungsformen, wobei Chlorhexidindiglukonat, Calciumhydroxid oder die Kombination der beiden Wirkstoffe am weitesten verbreitet sind. Diese Produkte könnten jedoch neben der positiven Desinfizierenden Wirkung auch einen Einfluss auf den Haftverbund der späteren Wurzelkanalobstruktion bewirken. Im Rahmen dieser Studie sollte der Einfluss von Calciumhydroxid und Chlorhexidindiglukonat als Paste oder Stift auf den Haftverbund von GuttaFlow 2 zum Wurzelkanaldentin ermittelt werden. 1.2 Methodik Sechszig einwurzlige Zähne mit geradem Wurzelverlauf wurden mit BioRaCe-Instrumenten (FKG Dentaire) bis ISO 60 instrumentiert und auf eine Wurzelkanallänge von 8 mm getrimmt (resultierende Wurzelkanaloberfläche: 17,2 mm2). Nachfolgend wurden die Probenzähne randomisiert auf 6 Gruppen verteilt (n=10): (A) Chlorhexamed-Gel 1% (GlaxoSmithKline), (B) UltraCal XS (Ultradent Corp.), (C) Activ Point (Coltène Whaledent), (D) Calciumhydroxid Plus Point (Coltène Whaledent), (E) trockener Wurzelkanal/keine Med, (F) feuchter Wurzelkanal/keine Med. Die medikamentösen Einlagen verblieben zwei Wochen in den Wurzelkanälen. Zur Entfernung der medikamentösen Einlagen wurden diese zunächst durch eine Spülung mit 2,5 ml Aqua dest. aus den Wurzelkanälen entfernt und anschließend eine schallaktivierte Spülung für jeweils 60 s mit 2,5 ml NaOCl 2,5% und 2,5 ml EDTA 16% (EndoActivator, Dentsply Tulsa) sowie nachfolgend eine Spülung mit 2,5 ml NaOCl 2,5 % und 2,5 ml Aqua dest. ohne Aktivierung durchgeführt. Spreader-Rohlinge ISO 25 (Dentsply Maillefer) wurden von apikal her gekürzt und durch Entgratung und Politur an die Zielgröße ISO 60 adjustiert, allerdings nicht silikatisiert. Die Wurzelkanäle wurden danach mit GuttaFlow 2 und einem Spreader gefüllt. Nach 2-wöchiger Lagerung erfolgte die Analyse des Haftverbundes mittels eines Pulloutverfahrens nach Ebert et al. (2011) unter Verwendung einer Zwick-Universaltestmaschine (Zwick-Roell). 1.3 Ergebnisse GuttaFlow 2 zeigte sehr geringe Haftwerte unabhängig von der eingesetzten Einflussfaktoren, wobei die untersuchten medikamentösen Einlagen keinen Unterschied hinsichtlich des Haftverbunds erzielten (Gruppe/Mittelwert): (A) 0,8 MPa, (B) 0,8 MPa, (C) 0,6 MPa, (D) 0,6 MPa, (E) 0,6 MPa, (F) 0,5 MPa. Rest Feuchtigkeit im Wurzelkanal führte zu dem niedrigsten Haftverbund im Rahmen dieser Studie und die Einlage von Chlorhexidindiglukonat in Form eines Gels zur höchsten. Die Unterschiede der Haftwerte nach den medikamentösen Einlagen waren insgesamt jedoch nicht signifikant (Kruskal-Wallis-Test; p=0,259). 1.4 Praktische Schlussfolgerungen Die Applikation medikamentöser Einlagen als Stifte hatte keinen Einfluss auf den Haftverbund von GuttaFlow 2 zum Kanalwanddentin, die Applikation medikamen-töser Pasten haben eine tendenzielle Steigerung des Haftverbundes zur Folge. Bei der Verwendung von GuttaFlow 2 sollte vor der Obstruktion der Wurzelkanal gut getrocknet werden.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2015.0131