Die Expression des Calcitonin receptor-like receptors in humanen Gliomen

In dieser Arbeit wurden humane Gliome vom WHO-Grad II-IV auf das Vorkommen des Calcitonin receptor-like Rezeptors untersucht. Hierzu erfolgte zunächst der Nachweis der CRLR-RNS in den humanen Gliomzellinien G 109 und G 139, welche sich eindeutig posi-tiv zeigten. Sodann wurden paraffinasservierte Sc...

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Main Author: Kappus, Christoph
Contributors: Benes, Ludwig (PD Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2014
Operative Medizin
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:In dieser Arbeit wurden humane Gliome vom WHO-Grad II-IV auf das Vorkommen des Calcitonin receptor-like Rezeptors untersucht. Hierzu erfolgte zunächst der Nachweis der CRLR-RNS in den humanen Gliomzellinien G 109 und G 139, welche sich eindeutig posi-tiv zeigten. Sodann wurden paraffinasservierte Schnitte aus humanen Gliomen mittels im-munhistochemischer Färbung auf das Vorkommen des CRLRs untersucht. Hierzu diente ein Antikörper gegen den CRLR, die Visualisierung erfolgte mittels PAP-Methode. Die Auswertung erfolgte mittels Zählung im genormten Okularzählfeld. Hierbei wurden für jedes Präparat die CRLR- bzw. GFAP-positiven Zellen, sowie die Gesamtzellzahl und Färbeintensität im jeweiligen Präparat erfasst. In jedem Präparat erfolgte dabei die Zählung an 10 verschiedenen Stellen. Hierbei wurden 10 Tumore vom WHO °II, 10 Tumore vom WHO °III und 24 Tumore vom WHO °IV untersucht. Als Positivkontrollen diente das Gefäßendothel, als Negativkotrolle die äußere Gefäßwand. Insgesamt zeigten sich hierbei alle unersuchten Tumore CRLR- und GFAP-positiv. Eine Korrelation der CRLR-Expression mit dem WHO-Grad konnte hierbei weder nach Betrachtung der einfachen Positivität, noch nach Anwendung des IRS und somit Berücksichtigung der Färbeintensität des jeweiligen Präparates gefunden werden. Die stärkste Expression zeigten die Präparate vom WHO °III, jedoch ebenso die größte Varianz. Die niedrigste Expressionsstärke zeigten die Glioblastome (WHO °IV). Nach Anwendung des IRS zeigte sich in den Präparaten vom WHO °II eine signifikante negative Korrelation der GFAP- und CRLR-Expression (p<0,05), was eine Zuahme der CRLR-Expression bei einer Abnahme der GFAP-Expression bedeutet, und was als Zunahme der CRLR-Dichte bei fortschreitender Entdifferenzierung interpretiert werden kann. Zusätzlich zur hohen Varianz der CRLR-Expressionsstärke in den Präparaten vom WHO °III zeigte sich hier auch eine deutliche Abweichung der Gesamtzelldichte in den verglichenen GFAP- und CRLR-Präparaten. Eine Erklärung hierfür bietet eine mögliche Inhomogenität dieser Tumore. Ein Fehler bei der Aufbereitung der Präparate als Ursache durch Auswaschung kann nicht ausgeschlossen werden, ist aber sehr unwahrscheinlich, da die Aufarbeitung einheitlich und größtenteils auch zeitgleich erfolgte. Ein direkter Vergleich der GFAP- mit der CRLR-Expressionsstärke in diesen Präparaten sollte trotzdem nur eingeschränkt erfolgen, wobei trotz möglichem Zellverlust bei der Aufbereitung die Gesamtzahl der CRLR-positiven Zel-len in diesen Präparaten deutlich über denen der übrigen Präparate liegt. Der Vergleich der CRLR-Expressionsstärke in Abhängigkeit vom WHO-Grad scheint daher zulässig. Insge-samt zeigten sich in allen Präparaten gefäßnahe und gefäßferne, sowie auch vereinzelte Neurone CRLR-positiv. Der eindeutige Nachweis des CRLR in humanen Gliomen vom WHO-Grad II-IV konnte somit erbracht werden. Seine Expressionsstärke scheint, abgesehen von den Präparaten vom WHO °II, kein Maß für die biologische Wertigkeit dieser Tumore zu sein. Aufgrund der inzwischen nachgewiesenen Effekte der Liganden dieses Rezeptors, insbesondere des Adrenomedullins, auf die Tumorgenese und Gefäßentwicklung, ist eine wichtige Rolle seitens Progress und Malignisierung von Gliomen naheliegend.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2014.0417