Vergleichsarbeiten und ihr Potenzial für die Schul- und Unterrichtsentwicklung. Eine qualitative Untersuchung zur Nutzung der Lernstandserhebungen an hessischen Gymnasien.

Im Zuge der neuartigen bildungspolitischen Orientierung am Output von schulischen Lehr- und Lernprozessen im Verlauf des letzten Jahrzehnts wurden verstärkt externe Schülerleistungsmessungen eingeführt, welche den Kompetenzstand der Schülerinnen und Schüler ermitteln und somit die Umsetzung der Bild...

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Main Author: Korngiebel, Julia
Contributors: Lersch, Rainer (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2014
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Im Zuge der neuartigen bildungspolitischen Orientierung am Output von schulischen Lehr- und Lernprozessen im Verlauf des letzten Jahrzehnts wurden verstärkt externe Schülerleistungsmessungen eingeführt, welche den Kompetenzstand der Schülerinnen und Schüler ermitteln und somit die Umsetzung der Bildungsstandards überprüfen sollen. Die hier im Fokus stehenden Vergleichsarbeiten stellen in diesem Kontext ein externes Testinstrument zur Kompetenzmessung dar, welches in allen Bundesländern in bestimmten Klassenstufen durchgeführt wird. Ihnen werden durch die zuständigen Länderinstitute vielfältige Funktionen und Zielsetzungen zugeschrieben, die sich neben den Bereichen der Individualdiagnostik und des Bildungsmonitorings hauptsächlich der Schul- und Unterrichtsentwicklung zuordnen lassen. Die Hauptadressaten sind somit die Lehrkräfte und Schulleitungen auf der Mikroebene des Schulsystems. Mithilfe einer umfassenden Kompetenzdiagnostik sollen Förderkonzepte initiiert und zugleich eine stärkere Verankerung der Bildungsstandards mitsamt der Didaktik eines kompetenzorientierten Unterrichts erreicht werden. Im Zentrum der folgenden Arbeit stehen die Nutzung der Schülerergebnisse aus den Vergleichsarbeiten in den Schulen sowie deren Effekte auf die Schul- und Unterrichtsentwicklung. Die bislang vorliegenden Studien ergeben kein eindeutiges Bild zur Nutzung der Vergleichsarbeiten. Auch ist noch unklar, inwiefern die infolge der Testauswertung eingeleiteten Maßnahmen tatsächlich die Unterrichtsentwicklung im Sinne eines kompetenzorientierten Unterrichts befördern. Die vorliegenden Untersuchungen liefern somit nur wenige Erkenntnisse zum tatsächlichen Nutzungsprozess in den Schulen und den Wirkungen auf die Qualitätssicherung und -entwicklung. Daher wird in dieser Arbeit zunächst untersucht, welches Potenzial die Vergleichsarbeiten für die Schulentwicklung überhaupt bieten. Daran anknüpfend ergibt sich die Fragestellung, inwiefern dieses vorhandene Potenzial tatsächlich für die Schulentwicklung genutzt wird. Zuletzt erfolgt eine Analyse zusätzlicher Faktoren, welche in den Nutzungsprozess fördern beziehungsweise hemmend eingreifen. Zur Beantwortung der Fragestellungen wurde eine qualitative Interviewstudie an zwölf hessischen Gymnasien durchgeführt, welche mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet wurde.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2014.0221