Kontrolle der intracochleären Lage der Elektrodenträger nach Cochlea-Implantation mittels digitaler Volumentomographie

In der vorliegenden Untersuchung erhielten Patienten, die an der Hals-Nasen-Ohrenklinik Marburg mit einem Cochlea-Implantat versorgt wurden, eine postoperative Lagekontrolle mittels digitaler Volumentomographie. Ziel der Untersuchung war es, die Möglichkeiten der digitalen Volumentomographie zur pos...

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Main Author: Lips, Barbara
Contributors: Werner, J.A. (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2011
Hals- Nasen- und Ohrenheilkunde
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:In der vorliegenden Untersuchung erhielten Patienten, die an der Hals-Nasen-Ohrenklinik Marburg mit einem Cochlea-Implantat versorgt wurden, eine postoperative Lagekontrolle mittels digitaler Volumentomographie. Ziel der Untersuchung war es, die Möglichkeiten der digitalen Volumentomographie zur postoperativen Lage- und Qualitätskontrolle bei Cochlea-Implantat Trägern zu analysieren. Hierzu wurde zunächst überprüft, ob das mit der digitalen Volumentomographie erstellte Bildmaterial eine exakte Skalenlokalisation mit einer Differenzierung zwischen der Skala tympani und Skala vestibuli zulässt. Im Rahmen des Post-Processing wurde die Cochlea entlang ihres Verlaufs gestreckt und zum Modiolus orthogonale Schnittbilder erstellt. Eine Differenzierung zwischen den Skalen und die Darstellung von Skalenwechseln waren mit der digitalen Volumentomographie in 88.5% der Fälle möglich. Bewegungs- und Metallartefakte sowie eine zu geringe Ortsauflösung ließen in 11.5% der Fälle eine genaue Skalenlokalisation nicht zu. 63% der Elektroden konnten der Skala tympani und 21.7% der Skala vestibuli zugeordnet werden. Bei 15.2% der evaluierten Elektroden konnte ein Skalenwechsel aufgezeigt werden. Neben der Skalenlokalisation wurden der Abstand des Implantats zum Modiolus und der Eintritt der Elektrode in die Cochlea dargestellt. Eine volle Insertion konnte für alle evaluierten Elektroden nachgewiesen werden. Die exakte Beurteilung der Cochleostomie in Bezug auf die Rundfenstermembran war aufgrund der nicht zufriedenstellenden Darstellbarkeit von Weichteilgewebe nicht möglich. Nach der Auswertung des erstellten Bildmaterials erfolgte eine Durchsicht der Operationsberichte. Das Abtragen knöcherner Überhänge, die klare Identifikation des runden Fensters, die Durchführung der Cochleostomie, die Insertionstiefe und intraoperative Besonderheiten wurden hierbei analysiert. Die Evaluation der Operationsberichte zeigte, dass die chirurgische Technik der Cochlea-Implantation noch stark inter- und intraindividuell variiert und eine Normierung zur Durchführung der Cochleostomie in der klinischen Praxis noch nicht erfolgt ist. Empfehlungen aus der Literatur zur Durchführung einer inferioren oder anterior inferioren Cochleostomie konnten durch die vorliegende Untersuchung unterstützt werden, da diese Formen der Cochleostomie mit einer hohen Anzahl von Insertionen in die Skala tympani in Verbindung gebracht werden konnten. Die vorliegende Untersuchung kann mit ihren Ergebnissen eine Empfehlung zur standardisierten postoperativen Lagekontrolle mittels digitaler Volumentomographie aussprechen. Mit der Darstellung von Fehllagen des Implantats innerhalb der Cochlea kann sie entscheidend zur Qualitätskontrolle nach erfolgter Cochlea-Implantation beitragen. Das erstellte Bildmaterial kann als wichtige Analysemöglichkeit zur Fortbildung des Operateurs und der Weiterentwicklung von Elektrodenträgern dienen. Zudem kann die audiologische Diagnostik ergänzt und die Einstellung des Implantats optimiert werden. Die digitale Volumentomographie stellt mit einer hohen Ortsauflösung verbunden mit einer geringen Strahlenbelastung ein ausgezeichnetes Instrument zur postoperativen Evaluation von Cochlea-Implantaten dar.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2011.0813