Sozioökonomischer Vergleich zwischen laserrefraktiv behandelten und unbehandelten Patienten in Mittelhessen

Ziel: Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, mögliche wirtschaftliche und soziale Unterschiede zwischen Patienten, die sich zu einem refraktiv-chirurgischen Eingriff entscheiden und solchen, die sich gegen den Eingriff entscheiden, herauszufinden. Es gilt außerdem die Einstellung und Motivation der B...

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Main Author: Rebhan, Daniela
Contributors: Sekundo, Walter (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2010
Augenheilkunde
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Ziel: Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, mögliche wirtschaftliche und soziale Unterschiede zwischen Patienten, die sich zu einem refraktiv-chirurgischen Eingriff entscheiden und solchen, die sich gegen den Eingriff entscheiden, herauszufinden. Es gilt außerdem die Einstellung und Motivation der Befragten für bzw. gegen die refraktive Operation zu klären. Bereits refraktiv operierte Patienten wurden zudem zur postoperativen Zufriedenheit sowie zu eventuellen Verbesserungsmöglichkeiten im Zusammenhang mit dem Eingriff interviewt. Befragt wurden nur Kandidaten, die im Rahmen ihrer Erstvorstellung an der Augenklinik Marburg eine Empfehlung zu einem laserchirurgischen Eingriff erhielten. Zwei Gruppen wurden gebildet: 89 nicht operierte Personen (NOP) und 100 operierte Personen (OP). Die Befragung erfolgte telefonisch oder schriftlich anhand eines standardisierten Fragebogens. Die Untersuchung wurde monozentrisch für den Raum Mittelhessen durchgeführt. Ergebnisse: Hinsichtlich des Alters, des Geschlechts, des Bruttoeinkommens, des Familienstandes der Patienten und der Wohnortsnähe zur Klinik konnten keine signifikanten Unterschiede gefunden werden. Ebenso wenig hinsichtlich mehrerer Aspekte, die auf Einstellung und Motivation der Patienten bezüglich einer (refraktiven) Operation rückschließen lassen, wie zum Beispiel Erfahrung mit Voroperationen oder die Beurteilung des Preis-Leistungsverhältnisses der Operation. Signifikante Abweichungen zwischen den Vergleichsgruppen bestanden u.a. im Wohnverhältnis der Befragten. 41,6% der Nichtoperierten wohnten in einem Mietverhältnis, aber nur 17% der operierten Patientengruppe (p < 0,001). Insgesamt müssten 89,9% der Nichtoperierten, aber nur 71% der Operierten den refraktiven Eingriff selber finanzieren (p = 0,001). Außerdem hat sich gezeigt, dass mehr operierte Befragte Sport treiben (92% vs 81%, p = 0,031) und sich entsprechend stärker als die Vergleichsgruppe vor der Operation beim Sport durch ihre Sehhilfe (Brille, Kontaktlinsen) beeinträchtigt fühlten (71% vs 50,7%, p = 0,002). Auch die allgemeine Beeinträchtigung (Beeinträchtigung Sonstiges) war in der Gruppe der Operierten signifikant höher als in der Vergleichsgruppe (74% vs 37,1%, p < 0,001). 2 Der Meinungserwerb über die OP-Methode erfolgte in der Gruppe der operierten Patienten v.a. über die Medien (61%), vorrangig Internet (25%) und Printmedien (25%). In der Gruppe der Nichtoperierten spielten die Medien eine weniger wichtige Rolle (42,7%), allerdings spielte die Meinung der Optiker eine größere Rolle als in der OP-Gruppe (11,2% der NOP-Gruppe befragten Optiker, aber nur 1% der OP-Gruppe). Hauptgründe der Ablehnung einer refraktiven Operation waren mit 50 Nennungen die Kosten der OP und mit 41 Nennungen die mangelnde Garantie für absolute Brillenfreiheit nach der Operation. Hauptgrund für eine refraktive Operation war mit 92 Nennungen eine Verbesserung der Lebensqualität durch den Eingriff. Es lässt sich in allen erfragten Bereichen (Sport, Beruf, Ausgehen/Weggehen, Lesen, Sonstiges) eine deutliche Verminderung der Beeinträchtigung durch eine Sehhilfe nach dem refraktiv-chirurgischen Eingriff feststellen. Die postoperative Zufriedenheit war mit 88% hoch. Schlussfolgerung: Für den Raum Mittelhessen lassen sich Unterschiede im Profil der Patienten, die sich zu einem refraktiv-chirurgischen Eingriff entscheiden und solchen, die sich dagegen entscheiden, herausfinden. Diese liegen unter anderem in den Wohnverhältnissen, in der Finanzierbarkeit des Eingriffes, im Sportverhalten und in der präoperativen Beeinträchtigung durch die Sehhilfe.
Physical Description:108 Pages
DOI:https://doi.org/10.17192/z2010.0308