Effekte der neuromuskulären Stimulation des distalen N. hypoglossus auf die Funktion der oberen Atemwege und den inspiratorischen Atemfluss

Zusammenfassung: Alternative Therapiemöglichkeiten der obstruktiven Schlafapnoe neben der CPAP-Therapie sind eher begrenzt. Die operative Oberkiefer-Unterkiefervorverlagerung (MMO), Uvulopalatopharyngeoplastie (UPPP) oder die Gewichtsabnahme können alleine nur unwesentlich die obstruktive Schlafapn...

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Main Author: Kalmus, Gerald
Contributors: Penzel, T. (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Doctoral Thesis
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2008
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Description
Summary:Zusammenfassung: Alternative Therapiemöglichkeiten der obstruktiven Schlafapnoe neben der CPAP-Therapie sind eher begrenzt. Die operative Oberkiefer-Unterkiefervorverlagerung (MMO), Uvulopalatopharyngeoplastie (UPPP) oder die Gewichtsabnahme können alleine nur unwesentlich die obstruktive Schlafapnoe beeinflussen. Somit dominiert als Goldstandard die kontinuierliche Überdruckbeatmung mittels einer Maske (CPAP/BiPAP). Voraussetzung dieser Therapie ist jedoch, dass sich der Patient an das Tragen der Gesichtsmaske gewöhnt und den applizierten Druck tolerieren kann. Eine berichtete Langzeitcompliance von 50-80% bei der CPAP-Therapie zeigt jedoch, dass eine klinische Evaluation von Therapiealternativen notwendig ist. In dieser Arbeit konnte gezeigt werden, dass bei Patienten mit mäßiger Kollapsneigung der oberen Atemwege, bestimmt durch die Messung des kritischen pharyngealen Verschlussdruckes (Pcrit), die Implantation eines Schrittmacher-System zur atmungsgetriggerten neuromuskulären Stimulation des N. hypoglossus eine effiziente Therapie der obstruktiven Schlafapnoe sein kann. Sowohl im NREM- wie auch im REM-Schlaf führte die unilaterale Stimulation des N. hypoglossus bei allen untersuchten Patienten (n=8) im Mittel zu einer Reduktion der schlafbezogener Atmungsstörungen (Apnoe/Hypopnoe-Index). Auch die Schlafqualität der Patienten konnte im Sinne einer Zunahme der Tiefschlaf-Anteile während der elektrischen Stimulation verbessert werden. In der speziell untersuchten Sub-Set-Gruppe (n=4) konnte zudem eine Verringerung des Pcrit um bis zu 5 cm H2O Wassersäule verzeichnet werden. Bei 2 Patienten kam es durch Verringerung des oberen Atemwegswiderstands (Rus) zu einer Zunahme des inspiratorischen Luftflusses. Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass die nächtliche Aktivität des Schrittmachers weder die mechanische Bewegung (Protrusion) der Zunge, noch die Schlafqualität in relevantem Ausmaß beeinflusst. Auch wenn das nervale Schrittmacher-System eine Alternative zur Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe darstellt, so sind die qualitativen Ergebnisse letztendlich nur mit der operativen Oberkiefer-Unterkiefervorverlagerung (MMO) oder Uvulopalatopharyngeoplastie (UPPP) vergleichbar. Um die erzielten Ergebnisse weiter zu verbessern, könnte eine beidseitige nervale Stimulation in Erwägung gezogen werden. Letztlich muss der Effekt der nächtlichen Stimulation gemessen an der täglichen Leistungsfähigkeit, Müdigkeit und der kardiovaskulären Funktion eingeschätzt werden, damit sich die nervale Stimulation des N. hypoglossus als eine therapeutische Option zur Behandlung der Obstruktiven Schlafapnoe etablieren kann.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2008.0595