Vergleichende pharmakoökonomische Evaluation zweier Anästhesieverfahren bei Operationen im Bereich der Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde. Eine Kosten-Effektivitätsanalyse am Beispiel einer Desfluranbetonten versus einer Remifentanilbetonten Narkosetechnik

Das wachsende Spannungsfeld zwischen medizinischen Standards und ökonomischen Bedingungen hat auch entscheidenden Einfluss auf die Auswahl des Narkoseverfahrens und der dadurch entstehenden direkten und indirekten Kosten. Neuere Anästhetika bieten häufig höheren Patientenkomfort durch geringere Neb...

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Main Author: Kussin, Andrea Bettina
Contributors: Eberhart, Leopold (Dr.) (Thesis advisor)
Format: Doctoral Thesis
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2007
Subjects:
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Description
Summary:Das wachsende Spannungsfeld zwischen medizinischen Standards und ökonomischen Bedingungen hat auch entscheidenden Einfluss auf die Auswahl des Narkoseverfahrens und der dadurch entstehenden direkten und indirekten Kosten. Neuere Anästhetika bieten häufig höheren Patientenkomfort durch geringere Nebenwirkungen und schnelleres Aufwachen mit rascher Erholung der kognitiven Funktionen und guter Steuerbarkeit, sind aber auch in der Regel deutlich teurer als herkömmliche Medikamente. Im Rahmen einer Kosten-Effektivitätsanalyse kann überprüft werden, ob die Kostenunterschiede zweier Verfahren mit gleicher Indikation durch ein therapeutisches Benefit und/oder Einsparung von Kosten gerechtfertigt sind. In der vorliegenden Untersuchung wurden die beiden möglichen Techniken einer Anästhesie mit Desfluran und Remifentanil hinsichtlich definierter Qualitätsindikatoren (Patientenzufriedenheit, Steuerbarkeit der Narkose, Aufwachverhalten und unerwünschte Ereignisse während und nach der Operation) und den damit verbundenen Kosten miteinander verglichen: ein hoher Anteil Desfluran mit wenig Opioid gegenüber einer Remifentanil-betonten Gas-unterstützten Narkose. Beide Narkoseformen zeichneten sich bei Operationen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich durch eine gute Steuerbarkeit aus und zeigten keine signifikanten Unterschiede bezüglich der aufgetretenen intra- und postoperativen Nebenwirkungen. Hinsichtlich der direkten Kosten stellt die Desfluran-betonte Narkose eindeutig die preiswertere Variante dar. Die Patienten der Remifentanil-betonten Technik konnten jedoch signifikant früher extubiert, in den Aufwachraum und letztlich auf Station verlegt werden. In einer operativen Abteilung wie der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde mit einer hohen Anzahl von Eingriffen von kurzer Operationsdauer könnten durch diese Zeiteinsparung eine weitere Operation pro Tag ermöglicht, und durch diese Mehrleistung und die damit verbundenen Mehreinnahmen die höheren Medikamentenkosten übertroffen werden.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2007.0628