Sichtbare Ansichten - "Ich sehe was, was Du nicht siehst!" Eine museumsethnologische Untersuchung zur Präsentation und Repräsentation von Kultur am Beispiel von Ausstellungen über Mexiko

Die vorliegende museumsethnologische Arbeit veranschaulicht, dass theoretische Diskussionen in der Ethnologie nicht ausschließlich abstrakte, universitäre Ideen sind, sondern gewinnbringend in Arbeitsplätzen der angewandten Ethnologie eingebracht werden sollten. So trägt sie die Diskussion der ethn...

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Main Author: Umstätter, Ulrike
Contributors: Münzel, Mark (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Doctoral Thesis
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2007
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Die vorliegende museumsethnologische Arbeit veranschaulicht, dass theoretische Diskussionen in der Ethnologie nicht ausschließlich abstrakte, universitäre Ideen sind, sondern gewinnbringend in Arbeitsplätzen der angewandten Ethnologie eingebracht werden sollten. So trägt sie die Diskussion der ethnologischen Repräsentation in den musealen Raum und beinhaltet eine theoretische Analyse musealer Repräsentation sowie die Umsetzung in die museografische Ausstellungspraxis. Die grundlegende ethnologische Frage, ob und wie "Anderes" in seinem Anderssein repräsentierbar ist, wird auf das Völkerkundemuseum übertragen und zeigt auf, dass beide Darstellungsmedien mit den Schwierigkeiten ethnografischer Präsentation und Repräsentation konfrontiert werden. Es wird deutlich, wie durch Subjektivität, Selektions- und Rekontextualisierungsprozesse eine bestimmte Bedeutung vermittelt wird. Durch die musealen Gestaltungsmittel ergibt sich eine Wechselwirkung zwischen der inhaltlichen Vermittlung und der visuellen Darstellung, welche die Bedeutungsinhalte unterstützt bzw. überhaupt erst manifestiert. Verdeutlicht wird dies, indem durch eine empirische Untersuchung gewonnene Daten zum mexikanischen Fest der días de muertos Ausstellungen gegenüber stellt werden, welche dieses Fest thematisieren. Es zeigt sich, dass jede Ausstellung eine eigene Intention verfolgt, diese durch die Betonung bestimmter Teilaspekte darstellt und so entsprechende Inhalte transportiert. Vor dem Hintergrund, dass die Darstellungsprozesse die präsentierten Aussagen entscheidend mitprägen, wird auf die Möglichkeiten hingewiesen, die sich durch größere Transparenz ergeben. Dabei könnte die Künstlichkeit der Präsentationsformen aufgezeigt werden, die immer nur den Rahmen dafür abgibt, wie die Artefakte zu sehen und zu verstehen sind. Das Ziel sollte darin bestehen, dem Eindruck der Vollständigkeit der Darstellung kultureller Wirklichkeit entgegenzuwirken und den Aspekt der Konstruktion und den fiktiven Gehalt der Re-/Präsentation mit einzubeziehen.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2007.0538