Klinische und funktionelle Ergebnisse nach Knietotalendoprothesen mit festen und mobilen Gleitlagern - eine prospektiv-randomsierte klinische und ganganalytische Studie

Knietotalendoprothesen (KTEPs) mit mobilen Polyethylen (PE) -gleitlagern wurden entwickelt, um eine physiologischere Bewegung des Kniegelenks zu gewährleisten und den PE-Abrieb zu verringern. Die theoretische Überlegenheit gegenüber KTEPs mit fixierten Gleitlagern konnte bislang noch nicht in klinis...

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Main Author: Dierkes, Tobias
Contributors: Tibesku, C. O. (Dr.) (Thesis advisor)
Format: Doctoral Thesis
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2007
Subjects:
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Description
Summary:Knietotalendoprothesen (KTEPs) mit mobilen Polyethylen (PE) -gleitlagern wurden entwickelt, um eine physiologischere Bewegung des Kniegelenks zu gewährleisten und den PE-Abrieb zu verringern. Die theoretische Überlegenheit gegenüber KTEPs mit fixierten Gleitlagern konnte bislang noch nicht in klinischen Studien bewiesen werden. Das Ziel der vorliegenden Studie war die prospektive, klinische und funktionelle Analyse von Patienten mit einer „fixed“- oder „mobile-bearing“ Knietotalendoprothese. Methode: In einer prospektiven, randomisierten, Patienten- und Untersucher-geblindeten, klinischen Studie erhielten 33 Patienten mit einer primären Gonarthrose eine kreuzbanderhaltende Genesis-II-KTEP. 16 Patienten erhielten randomisiert eine „mobile-bearing“- und 17 Patienten eine „fixed-bearing“-KTEP. Am Tag vor der Operation und durchschnittlich 24 Monate postoperativ wurden etablierte klinische Scores (VAS, HSS, KSS), Aktivitätsscores (Tegner, UCLA) und Lebensqualitätsfragebogen (SF-36, WOMAC) angewendet, um beide Patientengruppen zu vergleichen. Die Ganganalyse wurde mit einem 6-Kamera-Bewegungsanalysesystem und Kraftmessplatten durchgeführt. Standardisierte, elektromyografische Ableitungen wurden mit dem MyoSystem 2000 aufgezeichnet und mit der Myoresearch Software ausgewertet. Ergebnisse: Beide Gruppen zeigten eine signifikante Verbesserung zwischen der prä- und postoperativen Ganganalyse und Elektromyografie, aber weder die Ganganalyse noch die Elektromyografie zeigten einen Unterschied zwischen beiden Gruppen bei der Nachuntersuchung. Die klinischen Ergebnisse und die Lebensqualität verbesserten sich signifikant durch die Operation, aber ausschließlich der Knee Society Score zeigte eine signifikante Überlegenheit der „mobile-bearing“-Gruppe (Durchschnitt 159,0; SA 27,7; min. 105; max. 196) gegenüber der “fixed-bearing“-Gruppe (Durchschnitt 134,4; SA 41; min. 56; max. 198) (p=0,0022). Schlussfolgerung: Die Ergebnisse der vorliegenden Studie können keinen funktionellen Vorteil der mobilen Gleitlager für die Kniegelenkskinematik nach Totalendoprothese belegen. Die besseren klinischen Ergebnisse der „mobile-bearing“-Gruppe müssen unter Berücksichtigung der geringen Fallzahlen und des kurzen Nachuntersuchungszeitraums vorsichtig interpretiert werden.
DOI:10.17192/z2007.0361