Der Effekt eines neuen Knochenzementes (Palamed G) auf das Migrationsverhalten der NexGen Knieendoprothese. Eine radiostereometrische Studie.

Das Ziel dieser Arbeit ist der klinische Einsatz digitaler radiostereometrischer Analyse (RSA) als diagnostische Messmethode zur Erkennung früher postoperativer aseptischer Lockerungszeichen der tibialen Plateaus von Totalknieendoprothesen des Typs NexGen® LPS im Vergleich mit der Verwendung zweier...

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Main Author: Niemann, Tilo
Contributors: Kienapfel, Heino (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2006
Orthopädie und Rheumatologie
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Das Ziel dieser Arbeit ist der klinische Einsatz digitaler radiostereometrischer Analyse (RSA) als diagnostische Messmethode zur Erkennung früher postoperativer aseptischer Lockerungszeichen der tibialen Plateaus von Totalknieendoprothesen des Typs NexGen® LPS im Vergleich mit der Verwendung zweier verschiedener Zementtypen – dem niedrigviskösen Standardzement Palacos® R und dem hochviskösen Palamed® G Knochenzement (beide Merck, Darmstadt). Im Rahmen einer prospektiven Studie mit historischer Vergleichsgruppe wurden die Migrationseigenschaften beider Prothesen-Zement-Kombinationen überprüft. Zusätzlich wurde zur klinisch symptomatischen Beurteilung der Patienten und zur weiteren Evaluation zu allen Messzeitpunkten prä- und postoperativ der Knee Society Clinical Rating Score (Insall et al 1989) erhoben. Durch Einsatz von RSA können mit Hilfe zweidimensionaler Röntgenaufnahmen anhand Verknüpfung der Bildinformationen durch spezielle Computersoftware (UmRSA 4.0®), Implantatbewegungen im Zeitverlauf dreidimensional rekonstruiert werden. Die Studie wurde an einer Patientenpopulation von 34 Probanden durchgeführt, die im Rahmen eines Vorlaufprojektes zwischen Dezember 1999 und Oktober 2000 eine mit Palamed® G Knochenzement implantierte Vollprothese erhielten. Als historische Kontrollgruppe wurden Patientendaten aus einer zwischen 1995 und 1997 in unserem Haus durchgeführten RSA Studie genutzt, die den gleichen Prothesentyp erhielten, jedoch eine Zementierung mit Palacos ® R. Nach 2 Jahren konnten bei 18 Patienten der Versuchs- und 9 Patienten der Kontrollgruppe eine komplette Analyse durchgeführt werden. Dabei wurden die RSA Untersuchungen zum Vergleich herangezogen, die nach Erstellung der Referenzaufnahme zwischen dem 3. und 7. postoperativen Tag in einem Intervall von 3, 6 und 12 Monaten in einer vorhergehenden Studie, sowie nun nach 2 Jahren durchgeführt wurden. Die Endpunkte der RSA waren für die Longitudinalbewegung die Parameter MaxSub, Maxliftoff und MTPM und x-, y- und z-Rot für die Rotationsbewegungen, allerdings mit Betonung der MTPM als Summationsvektor der anderen Parameter. Im Vergleich beider Gruppen fanden sich unter Nutzung parametrischer und nichtparametrischer statistischer Tests nach zwei Jahren keine signifikanten Unterschiede für die Longitudinalbewegungen, obwohl die Palamed®-Gruppe zu allen Zeitpunkten eine geringere Mikrobewegung als die mit Palacos® R fixierten Designs aufwiesen. Im Gegensatz hierzu fanden sich für die Rotationsparameter in allen drei Ebenen signifikant geringere Bewegungen für die mit Palamed® G Zement fixierten Prothesen. Die klinischen Ergebnisse anhand des Knee Society Scores zeigten in einer Vorstudie für beide Gruppen eine deutlich Verbesserung von prä- nach postoperativ, wobei die größte Verbesserung in der Vorarbeit zwischen dem präoperativen und 3 Monate postoperativen Messzeitpunkt liegt, ohne einen statistisch signifikanten Unterschied zwischen beiden Zementen nachzuweisen. Im Verlauf über zwei Jahre zeigt sich in beiden Scores eine geringe Abnahme, ohne signifikante Unterschiede im Vergleich der beiden Gruppen. Die hier beschriebene Studie war bereits im Vorfeld als Pilotprojekt definiert, was die verhältnismäßig geringe Fallzahl insbesondere der Kontrollgruppe erklären kann. Dennoch sollten die Ergebnisse dieser Arbeit den Boden für eine Langzeitbeobachtung von Palamed® G Knochenzement mittels einer randomisierten klinischen Studie entsprechenden Designs ebnen, um die Migrationseigenschaften des Zementes deutlicher belegen zu können. Zusammenfassend kann dem hier klinisch mittels röntgenstereometrischer Analyse getesteten hochviskösem Palamed®-Knochenzement in Kombination mit einer NexGen® LPS Knieendoprothese eine vergleichsweise befriedigende Grenzflächenbeweglichkeit attestiert werden.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2006.0349