Klonierung methylierungsabhängiger Gene in Neuroendokrinen Pankreastumorzellen durch cDNA Representational Difference Analysis (cDNA-RDA)

Hypermethylierung ist ein alternativer Mechanismus der frühen Gen-Inaktivierung in Tumorzellen. Voruntersuchungen hatten gezeigt, dass 5-Aza-2´-Deoxycytidin (5-Aza-CdR) neben morphologischen Veränderungen das Wachstum neuroendokriner Pankreastumorzellen QGP-1 inhibiert. Es daher wurde angenommen, da...

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Main Author: Habbe, Nils
Contributors: Simon, Babette (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Doctoral Thesis
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2005
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Hypermethylierung ist ein alternativer Mechanismus der frühen Gen-Inaktivierung in Tumorzellen. Voruntersuchungen hatten gezeigt, dass 5-Aza-2´-Deoxycytidin (5-Aza-CdR) neben morphologischen Veränderungen das Wachstum neuroendokriner Pankreastumorzellen QGP-1 inhibiert. Es daher wurde angenommen, dass der demethylierungs-assoziierte Phänotyp neben der nachgewiesenen Restoration der p16/CDKN2A Expression eine Konsequenz der Reexpression mehrerer durch abberante Methylierung supprimierte Gene ist. Um die Bedeutung der DNA Methylierung zu validieren hatte die vorliegende Arbeit zum Ziel, methylierungs-spezifische Transkripte in QGP-1 Zellen zu isolieren. Differentiell exprimierte Gene wurden durch die cDNA-Representational Difference Analysis (cDNA-RDA) isoliert, sequenziert und die methylierungasabhängige Expression durch semi-quantitative RT-PCR bestätigt. Es konnten 48 methylierungsabhängig differentiell exprimierte Genfragmente in QGP-1 Zellen bestätigt werden. Davon waren nach 5-Aza-2´-Deoxycytidin-Behandlung 26 Genfragmente verstärkt bzw. neu exprimiert, und 22 weitere Genfragmente signifikant schwächer exprimiert oder supprimiert. Die Sequenzanalyse der isolierten cDNA Fragmente zeigte Homologie zu 41 bekannten Genen. Sieben der cDNA Fragmente zeigten Homologie zu Genen mit bisher unbekannter Funktion. Bei einigen der klonierten Genen besteht ein Zusammenhang mit der Onkogenese anderer Tumorentitäten, sodass diese auch in neuroendokrinen Pankreastumorzellen eine pathogenetische Rolle spielen könnten. Interessant ist die 5-Aza-2´-Deoxycytidin induzierte Neuexpression von Cofilin-1, das über Depolymerisation von Aktin-Filamenten die Bewegungsfähigkeit der Zellen und somit das Metastasierungspotential reduziert, sowie die Repression von Matriptase, einer Serinprotease, die durch Matrixdegradation Metastasierung und invasives Wachstum fördert. Die vorliegende Arbeit weist darauf hin, dass DNA Methylierung ein Mechanismus in der Genese neuroendokriner Pankreastumorzellen ist, sodass es möglich wäre, zukünftig den Methylierungsstatus diagnostisch im Sinne eines Methylierungsfingerprint einzusetzen.
DOI:10.17192/z2005.0712