Publikationsserver der Universitätsbibliothek Marburg

Titel:Detektion einer Hymenopterengiftallergie durch eine elektronische Nase (eNose)
Autor:Richter, Maria Walburga
Weitere Beteiligte: Pfützner, Wolfgang (Prof. Dr.)
Veröffentlicht:2025
URI:https://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2025/0462
DOI: https://doi.org/10.17192/z2025.0462
DDC:610 Medizin
Publikationsdatum:2025-10-21
Lizenz:https://rightsstatements.org/vocab/InC-NC/1.0/

Dokument

Schlagwörter:
eNose, Allergiediagnostik,, elektronische Nase, elektronische Nase, Allergiediagnostik, VOCs, volatile organic compouds, Hymenopterengiftallergie, electronic nose, allergy

Zusammenfassung:
Insektenstiche durch Bienen oder Wespen, die beide der Gattung der Hymenoptera (Hautflügler) zugeordnet werden, sind ein häufiger Auslöser allergischer Reaktionen. Als Soforttypallergie können die Symptome vielfältig sein – in der maximalen Ausprägungsform auch in einen anaphylaktischen Schock münden. Daher ist es wichtig, Insektengiftallergien zuverlässig und sicher diagnostizieren zu können. Hierdurch werden für die betroffenen Patienten die Grundlage einer Versorgung mit einem Notfallset für den Fall zukünftiger Stichreaktionen und auch die Möglichkeit einer kausalen Therapie durch Erzielung einer Allergentoleranz mittels allergenspezifischer Immuntherapie (AIT) geschaffen. In der vorliegenden Pilotstudie wurde durch ein elektronisches Messinstrument, die sog. elektronische Nase (eNose), die Ausatemluft von Bienen- und Wespengiftallergikern (HG) untersucht. Ziel war es, herauszufinden, ob die Proben sich von denen gesunder Kontrollprobanden (HC) unterscheiden lassen. Die eNose registriert dabei kleine Partikel der Ausatemluft, sog. volatile organic compounds (VOCs). Technische Grundlage des Geräts ist die Reaktion der Partikel mit Polymersensoren. Die hierdurch erzeugte chemische Veränderung wird in ein elektrisches Signal in Form einer Widerstandsänderung umgewandelt, die wiederum gemessen werden kann. Dadurch entstehen klassische Muster, welche mittels multivarianter Analysemethoden bewertet wurden. Als signifikant galt eine Mahalanobiskonstante (MD) ab 1,96. An der Studie nahmen 16 Bienen- und/oder Wespengiftallergiker teil. Durch eine positive Anamnese bezüglich einer allergischen Reaktion sowie einer positiven Hauttestung und/oder dem Nachweis von spezifischem Immunglobulin E (IgE) für Insektengifte wurden diese vorab diagnostiziert. Als gesunde Kontrollgruppe fungierten Probanden, bei denen die Anamnese für eine allergische Reaktion auf Insektenstiche negativ war. Ausschlusskriterien in beiden Kohorten waren v. a. das Vorliegen pulmonaler Vorerkrankungen, Zigarettenrauchen oder eine positive Anamnese für Atemwegsallergien. Durch die eNose gelang keine signifikante Unterscheidung der Ausatemluft von Insektengiftallergikern und gesunden Probanden. Es zeichnete sich lediglich eine Tendenz zur Unterscheidung ab (MD 1,141; Sensitivität 81 %). In einer Analyse unter Berücksichtigung des spezifischen IgE gegen Bienen- oder Wespengift zeigte sich der Unterschied etwas deutlicher, war aber weiterhin nicht signifikant (MD 1,361; Sensitivität 80 %). Es ergab sich also lediglich eine nicht signifikante Tendenz zur Detektion eines Unterschieds der Ausatemluft von Insektengiftallergikern und nicht allergischen Probanden mittels eNose. Die eNose ist somit im klinischen Alltag zur Diagnostik einer Hymenopterengiftallergie nicht geeignet. Als limitierende Faktoren lassen sich v. a. eine hohe Anfälligkeit für Störeinflüsse, insb. ungewollte Geruchspartikel, sowie die besondere Herausforderung in der klinischen Anwendbarkeit benennen. Aktuell dient die eNose daher wissenschaftlichen Zwecken und kann für weitere Fragestellungen verwendet werden. In folgenden, umfangreicheren Studien sollten weitere Parameter, die Einfluss auf das Messergebnis nehmen können, untersucht werden.


* Das Dokument ist im Internet frei zugänglich - Hinweise zu den Nutzungsrechten