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Titel:Wandel der Therapie der Nephro- und Ureterolithiasis in Deutschland von 2005 bis 2016 - Eine retrospektive populationsbasierte Analyse
Autor:Stay, David
Weitere Beteiligte: Wiesmann, Thomas (Prof. Dr. med.)
Veröffentlicht:2022
URI:https://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2022/0181
DOI: https://doi.org/10.17192/z2022.0181
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2022-01814
DDC:610 Medizin
Publikationsdatum:2022-04-28
Lizenz:https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0

Dokument

Schlagwörter:
Urolithiasis Endourology Epidemiology Public health, Nephrolithiasis Ureterolithiasis Endourologie

Zusammenfassung:
Die Nephroureterolithiasis ist eines der am häufigsten durch den Urologen behandeltes Krankheitsbild. Diese Erkrankung unterliegt vielen Einflussfaktoren wie zum Beispiel Ernährung, Genetik und Klima. Die Therapie befindet sich aufgrund technischer Weiterentwicklungen und Miniaturisierung des Instrumentariums, sowie sozioökonomischer Aspekte kontinuierlich im Wandel. Ziel dieser Arbeit war in einer populationsbasierten, retrospektiven Arbeit das Krankheitsbild Urolithiasis und deren Therapie in Deutschland zu untersuchen. Für die Untersuchung wurden Daten des statistischen Bundesamtes anhand definierter ICD-10-Codes (N20.0; N20.1; N20.2; N20.9 und N23) abgerufen und die assoziierten OPS-Codes analysiert. Weiterhin wurden Alters- und Geschlechterverteilung, Verteilung auf die Bundesländer Entlassart und assoziierte harnableitende Maßnahmen analysiert. Für Deutschland zeigt sich eine stabile Gesamtprävalenz der Erkrankung mit regionalen Schwerpunkten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. In der Therapie ist ein Wechsel von der extrakorporalen Stoßwellenlithotrypsie hin zu endoskopischen Verfahren wie Ureterorenoskopie (URS) und perkutane Nephrolitholapaxie (PNL) zu beobachten. Die Zunahme in der Anwendung der URS scheint zu stagnieren und ein stabiles Niveau erreicht zu haben, die Anwendung der PNL ist seltener, aber weiter zunehmend. Kombinierte Nieren- und Harnleitersteine sind in der Prävalenz zunehmend, während solitäre Nieren- und Harnleitersteine konstant bleiben. In der Geschlechterverteilung sind hauptsächlich Männer in einem Verhältnis 2:1 von einem Steinleiden betroffen, wobei Harnleiterstein die häufigste Diagnose darstellt. Ausnahme der Verteilung stellen Patienten mit Nierenkolik dar, hier überwiegen Frauen. Die Altersverteilung zeigt einen kleinen, aber zunehmenden Anteil alter Patienten (>80 Jahre). Die Aufenthaltsdauer für alle Altersgruppen ab dem 20. Lebensjahr ist rückläufig und es werden Verfahren präferiert, die eine schnelle Entlassung ermöglichen.

Summary:
Nephroureterolithiasis is one of the most frequent diseases requiring treatment by a urologist. The disease is influenced by a wide variety of factors, e.g. diet, genetics and climate. Treatment is continuously changing due to technical progress, miniaturization of instruments, as well as socio-economic aspects. The purpose of this retrospective, population-based work was to analyse nephroureterolithiasis and its treatment in Germany. After defining relevant ICD-10 codes (N20.0; N20.1; N20.2; N20.9 and N23) data was requested from the Federal Statistical Office, including associated OPS-Codes. Age- and gender-distribution, distribution by state, mode of discharge and associated procedures to facilitate urine passage. Prevalence is stable for Germany, with regional foci in North Rhine-Westfalia and Rhineland-Palatinate. Therapy has seen a shift from extracorporal shockwave lithotripsy to endoscopic treatments i.e. ureterorenoscopy (URS) and percutaneous nephrolithotomy (PNL). The increase in usage of URS seems to be stagnating at a stable plateau. Use of PNL, while not as frequent, is seeing a continued increase. Combined kidney and ureter stones are increasing in prevalence, while isolated kidney- or ureter stones remain stable. Distribution by gender shows a clear dominance with males outnumbering females about 2:1 and ureter stone is the most frequent diagnosis. One exception in gender distribution is renal colic, here females outnumber males. Age distribution shows a small but growing percentage of elderly patients (>80 years). Length of stay is declining in all groups above the age of 20 years and procedures facilitating a quick discharge are preferred.


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