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Titel:The Past in the Present . Looking Inside Collective Reincorporation of FARC-EP Ex-Members
Autor:Jaramillo Contreras, Andrea Carolina
Weitere Beteiligte: Oettler, Anika (Prof. Dr.)
Veröffentlicht:2022
URI:https://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2022/0101
DOI: https://doi.org/10.17192/z2022.0101
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2022-01018
DDC: Philosophie
Publikationsdatum:2022-05-05
Lizenz:https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0

Dokument

Schlagwörter:
friedensförderung, social worlds, Kolumbien, Konflikt, Sociology, Soziologie, conflict, Ex-Kombattanten, FARC-EP, ex-combatants, Peacebuilding, Friedensförderung, Soziale Welten, Wiedereingliederung von Ex-Kombattanten

Summary:
In 2016, the Colombian government signed the peace agreement with the Revolutionary Armed Forces of Colombia-People’s Army (FARC-EP) and aimed to reintegrate more than 13,000 ex-combatants into society based on a collective reincorporation approach. This approach promotes alternatives for social, economic and political reincorporation beyond Disarmament, Demobilisation and Reintegration (DDR) standards by valuing the ex-combatants’ legacy in conflict times. This research aims to analyse under a sociological micro-perspective the meanings, transitions, dimensions and relationships around collective reincorporation. Instead of focusing on a single dimension on reintegration, I analyse how these dimensions are present and interact in FARC-EP ex-members everyday practices. I discuss the influence that former comrades, families, surrounding communities and institutions have on the configuration of ex-combatants’ legacy, identity, social capital, concept of citizenship and agency. Based on a trans-local perspective, I use a multi-sited ethnography approach to make an in-depth analysis of the everyday life of FARC-EP ex-members and their commonalities beyond geographical boundaries in three territories in which they are collectively settled. I find that the building of relationships among FARC-EP ex-members and the use of their agency contribute in not just their reincorporation process, but also in the transformation of the social, political and economic dynamics of their surroundings. I conclude by saying that the social visibility of FARC-EP ex-members becomes an alternative to increase local agency, and a valuable strategy to break the divide between past and present trajectories. Therefore, collective reincorporation is an approach to social transformation in which FARC-EP ex-members through their collective initiatives, become visible agents of change in peacebuilding.

Zusammenfassung:
Zusammenfassung 2016 hat die kolumbianische Regierung ein Friedensabkommen mit den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens - Volksarmee (FARC-EP) unterzeichnet. Dieses Friedensabkommen hatte das Ziel, basierend auf einem kollektiven Wiedereingliederungsansatz, 13.000 Ex-kombattanten in die Gesellschaft zu reintegrieren. Dieser Ansatz fördert Alternativen für soziale, wirtschaftliche und politische Wiedereingliederung jenseits der Standards von Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration (DDR), indem er das Vermächtnis der Kämpfer in Konfliktzeiten würdigt. Diese Forschung zielt darauf ab, die soziologische Mikroperspektive der kollektiven Wiedereingliederung zu betonen, indem Bedeutungen, Übergänge, Dimensionen und Beziehungen rund um das Konzept der kollektiven Wiedereingliederung untersucht werden. Anstatt mich auf einen einzelnen Aspekt zu konzentrieren, analysiere ich wie die unterschiedlichen Dimensionen der Reintegration im Alltagsleben der ehemaligen FARC-EP-Mitglieder präsent werden. Ich erläutere den Einfluss, den ehemalige Kameraden, die Familien, umliegende Gemeinden und Institutionen auf die Ausgestaltung des Vermächtnisses, der Identität, des sozialen Kapitals, der Staatsbürgerschaft und der Handlungsfähigkeit der Ex-Kämpfer haben. Ausgehend von einer translokalen Perspektive, verfolge ich einen "multi-sited ethnography“ Ansatz, um das Alltagsleben der ehemaligen FARC-EP Mitglieder in drei Gebieten, in denen sie kollektiv ansässig, sind zu untersuchen und über die geografischen Grenzen hinweg bestehende Gemeinsamkeiten zu vergleichen. Ich stelle fest, dass der Aufbau von Beziehungen der ehemaligen FARC-EP-Mitglieder und die Nutzung ihrer Handlungsmacht nicht nur zur Wiedereingliederung, sondern auch zur Veränderung der sozialen, politischen und wirtschaftlichen Dynamik ihrer Umgebung beitragen. Ich schließe mit der Feststellung, dass die soziale Sichtbarkeit ehemaliger FARC-EP-Mitglieder zu einer Stärkung der lokalen Handlungsfähigkeit führt und eine wertvolle Strategie ist, um die Trennung zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu durchbrechen. Daher ist die kollektive Wiedereingliederung ein Ansatz für einen sozialen Wandel, bei dem die ehemaligen FARC-EP-Mitglieder durch ihre kollektiven Initiativen zu sichtbaren Akteuren des Wandels in der Friedensförderung werden.


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