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Titel:English and the Languages of Algeria: Suggestions towards a New Language Policy
Autor:Sahraoui, Souad
Weitere Beteiligte: Handke, Jürgen (Prof. Dr.)
Veröffentlicht:2021
URI:https://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2021/0230
DOI: https://doi.org/10.17192/z2021.0230
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2021-02308
DDC: Sprachwissenschaft, Linguistik
Publikationsdatum:2021-06-08
Lizenz:https://rightsstatements.org/vocab/InC-NC/1.0/

Dokument

Schlagwörter:
Algerien, Sprachen, Multilingualism/ Langauge and Identity/ Linguistic Conflict/ English as the New Foreign Language in Algeria/ A Language Policy Model, Englisch, Mehrsprachigkeit / Sprache und Identität/ Sprachconflikt / Englisch als die neue Fremdsprache in Algerien/ Ein neues sprachpolitisches Model

Summary:
Algeria has always been a multilingual country, due to its rich history of being colonized for centuries by different colonizers from the Romans to the Phoenicians to the French and many others. However, the French were the predominating colonizer in Algeria, since they adopted a nationalizing process to impose their language on the people. That has greatly influenced the spoken language in the country, and French was established for a long time as an official language in Algeria. The linguistic situation in Algeria has become quite complex, due to the mentioned reasons. As a result, many languages are spoken and coexist in the country. Standard Arabic, Algerian Arabic or as it is called “Darja”, Berber which is the language of the indigenous people of Algeria. It is also called Tamazight and is still spoken in many areas in the country. French, which coexists with all the spoken Algerian dialects, is heavily present in the Algerian territory and plays a significant role in the political, social, and educational sectors. The global spread of English around the world also reached Algeria, and an increasing interest in the language has been noticed during the recent years in the country. In this respect, the present study pursues the goal of defining the status of English while examining the linguistic situation of the country. Hence, the aim of the present research is to explore the sociolinguistic profile of Algeria and highlight the role of each of the existent languages in the main domains in the country. What is more, the study investigates the emergence of English as a competing language and explores the potential consequences it can have on the other languages and on the Algerians in general. The present research consists of seven chapters. The data were collected online using main Social Media platforms, in addition to a collection of photographs of the linguistic landscape of the country. (shops, street names, buildings ….). Both quantitative and qualitative approaches were selected to conduct the research, with a total of 494 survey respondents and 10 interviewees, and more than 100 photographs. The tools for research were a questionnaire of 27 questions and a concise questionnaire for the semi-structured interview. Photographs highlighting the visibility of English in shops and in the streets of Algeria were gathered to add information on the presence of the language in the country. The results of the study indicate the intensity of the linguistic situation in Algeria and the continuous conflicts between the different language groups. The research explores the consequences of this conflicted situation and the effects of the misused language policies on the Algerian individual and on society. Further analysis reveals the increasing rate of the use of English, the results exhibit a noticeable development and a growing interest in the language especially among the younger generation. The qualitative data acquired from the photographs and the interviews extended this view and provided a more insightful view on the role of the languages on the Algerians and the society and the meaning of the potential spread of the English language in Algeria. In conclusion, the research makes a few recommendations to policymakers and educationalists on how to moderate the linguistic atmosphere in Algeria by applying the needed reforms in key domains like education, and highlight the important role of well-planned language policies in improving the educational system and contributing to the development of the country.

Zusammenfassung:
Algerien war seit eh und je ein mehrsprachiges Land, da es im Laufe seiner Geschichte von verschiedenen Kolonialherren, beispielsweise von den Römern, über die Phönizier bis zu den Franzosen, kontinuierlich kolonialisiert wurde. Frankreich war ab 1830 jedoch der vorherrschende Kolonialist in Algerien, da sie vor allem einen Verstaatlichungsprozess einführten, um dem algerischen Volk ihre Sprache aufzuzwingen. Dies hat zum einen die gesprochene Sprache im Land stark beeinflusst, zum anderen hat sich Französisch lange Zeit als Amtssprache in Algerien etabliert. Die sprachliche Situation in Algerien ist aus den genannten Gründen recht komplex geworden. Infolgedessen werden im Land viele Sprachen gesprochen. Neben dem Standardarabischen und dem algerischen Arabisch (auch „Darja“ genannt) existiert auch die Sprache der indigenen Bevölkerung Algeriens; nämlich die berberische Sprache. Diese wird auch Tamazight genannt und wird immer noch in vielen Gebieten des Landes gesprochen. Französisch, das mit allen gesprochenen algerischen Dialekten koexistiert, ist auf algerischem Territorium stark vertreten und spielt eine wichtige Rolle sowohl in politischen und sozialen Bereichen als auch im Bildungssektor. Die Verbreitung des Englischen in der ganzen Welt erreichte auch Algerien. In den letzten Jahren wurde im Land ein zunehmendes Interesse an dieser Sprache festgestellt. In dieser Hinsicht verfolgt die vorliegende Studie das Ziel, den Status des Englischen zu definieren und gleichzeitig die sprachliche Situation des Landes zu untersuchen. Diese Arbeit zielt darauf ab, das soziolinguistische Profil Algeriens zu erforschen und die Rolle jeder der vorhandenen Sprachen in den Hauptbereichen des Landes herauszustellen. Darüber hinaus untersucht die Studie die Entstehung des Englischen als konkurrierende Sprache und berücksichtigt die möglichen Konsequenzen, die es für die anderen Sprachen und für die Algerier im Allgemeinen haben können. Der Titel dieser Dissertation lautet „Englisch und die Sprachen Algeriens: Vorschläge für eine neue Sprachpolitik“. Insgesamt gliedert sich der Aufbau dieser vorliegenden Arbeit in sieben Kapitel. Die Daten wurden einerseits online über die wichtigsten Sozialmediaplattformen gesammelt. Andererseits wurden Fotografien der Sprachlandschaft des Landes z. B. Geschäfte, Straßennamen, Gebäude angewendet. Für die Durchführung der Studie wurden sowohl quantitative (insgesamt 494 Befragten) als auch qualitative Ansätze (10 Befragten) kombiniert. Außerdem wurden im Rahmen dieser Studie mehr als 100 Fotos gesammelt. Das Datenmaterial war ein Vordruck mit 27 Fragen und ein prägnanter Fragebogen für das halbstrukturierte Interview (Experten). Fotos, die die Sichtbarkeit des Englischen in Geschäften und auf den Straßen Algeriens hervorheben, wurden gesammelt, um die Existenz der englischen Sprache im Land zu belegen. Die Ergebnisse der Studie zeigen die Intensität der sprachlichen Situation in Algerien und die anhaltenden Konflikte zwischen den verschiedenen Sprachgruppen. Dabei beschränkt sich die Analyse im Fokus dieser Arbeit auf die Folgen dieser Konfliktsituation und die Auswirkungen missbrauchter Sprachpolitik nicht nur auf das algerische Individuum, sondern auch auf die Gesellschaft. Weitere Analysen widmen sich sowohl der zunehmenden Rate des Englischgebrauchs im Land als auch einer spürbaren Entwicklung des Englischen. Ein wachsendes Interesse an der Sprache, insbesondere bei der jüngeren Generation, ist feststellbar. Die qualitativen Daten, die aus den Fotos, Fragebögen und Interviews gewonnen wurden, erweiterten diese Sichtweise und lieferten einen aufschlussreicheren Blick auf die Rolle der Sprachen für Algerien und dessen Gesellschaft. Außerdem signalisierten sie eine potenziale Verbreitung des Englischen in Algerien und weisen auf die möglichen Konsequenzen auf die linguistische Situation in Algerien hin. Schließlich gibt die Studie den politischen Entscheidungsträgern und Pädagogen einige Empfehlungen, wie die jetzige Sprachsituation in Algerien durch Anwendung der erforderlichen Reformen in Schlüsselbereichen wie Bildung modifiziert werden kann. Sie betont die wichtige Rolle gut geplanter Sprachpolitiken, die zur Verbesserung des Bildungssystems und zur Entwicklung des Landes beitragen können.


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