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Titel:Einflussfaktoren für die Kolonisation bzw. Infektion durch MRSA bei Patienten einer Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie
Autor:Zeitz, Tobias
Weitere Beteiligte: Ernst, Michael (Prof. Dr. med.)
Veröffentlicht:2021
URI:https://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2021/0142
DOI: https://doi.org/10.17192/z2021.0142
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2021-01423
DDC:610 Medizin
Publikationsdatum:2021-02-25
Lizenz:https://rightsstatements.org/vocab/InC-NC/1.0/

Dokument

Schlagwörter:

Zusammenfassung:
Methode: Untersucht wurden Patienten mit MRSA-Besiedlung bzw. -Infektion der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie des Dietrich – Bonhoeffer – Klinikums Neubrandenburg zwischen 2014 und 2016. Folgende Daten wurden aus den digitalen Patientenakten erhoben und mit Hilfe von SPSS ausgewertet: Art des operativen Eingriffs, Komorbiditäten, Operationszeiten, Antibiosen im stationären Aufenthalt, Aufenthalt auf einer Intensivstation, gegebenenfalls Beatmungsdauer und Anwendung invasiver Katheter. Bei der Auswertung wurden Patienten mit einer MRSA - Infektion im Vergleich zu den Besiedlungen betrachtet. Ergebnisse: Insgesamt konnten 159 Patienten mit MRSA detektiert werden (2014: 49, 2015: 50, 2016: 60), davon wurde die Kolonisation bei 114 Patienten (71,7 Prozent) im Abstrich bei Aufnahme festgestellt. Zwei Drittel der Patienten waren männlich (66,1 Prozent), das Durchschnittsalter lag bei 65 Jahren. Es zeigen sich bei den nosokomialen aber auch ambulant erworbenen MRSA – Infektionen verlängerte Operationszeiten, mehr postoperative Wundinfektionen und häufigere Aufenthalte auf einer Intensivstation mit langen Beatmungszeiten. Der Erregernachweis gelang bei 76 Prozent der infizierten Patienten aus Blutkulturen. Weitere Nachweise stammten aus Wunden, Trachealsekret oder Punktaten. Im Vergleich mit den übrigen chirurgischen Patienten im Beobachtungszeitraum lagen bei den Patienten mit einer MRSA – Infektion eine signifikant erhöhte Anzahl an Komorbiditäten, wie Diabetes mellitus, kardialen und neurologischen Erkrankungen vor. Bei Patienten mit einer Kolonisation waren zwar ebenfalls mehr Komorbiditäten, jedoch ohne statistische Signifikanz. Die Sanierungsquote lag bei nosokomial erworbenen Infektionen oder Kolonisationen bei 74 Prozent. Die Letalität durch eine MRSA – Infektion war jedoch im Beobachtungszeitraum nicht signifikant erhöht. Diskussion: Die Ergebnisse bestätigen, dass eine Kolonisation oder Infektion mit MRSA mit Diabetes mellitus, kardialen und neurologischen Erkrankungen assoziiert ist und dass das Operationsgebiet, die Operationsdauer als auch die Versorgung mit invasiven Kathetern mit erhöhter postoperativer Morbidität einhergeht. Aus diesem Grund ist das präoperative Screening auf MRSA bei Vorliegen eines Risikofaktors mit präoperativer Dekolonisation zu empfehlen. Dadurch gelingt ein effektiverer Schutz der Patienten als auch des medizinischen Personals unter Einsparung von Kosten. Auch der Einsatz der verwendeten Antibiotika muss weiterhin kritisch betrachtet werden.

Summary:
Method: Patients with MRSA colonization or infection at the Clinic for Gerneral-, Visceral-, Thoracic- and Vascular Surgery at the Dietrich – Bonhoeffer – Klinikum Neubrandenburg between 2014 and 2016 were examined. The following data were collected from the digital patient files and evaluated with the help of SPSS: Type of surgical intervention, comorbidities, operating times, antibiosis in the inpatient stay, stay in an intensive care unit, if necessary duration of ventilation and use of invasive catheters. In the evaluation, patients with an MRSA infection were compared to the patients with a colonization. Results: A total of 159 patients with MRSA could be detected (2014: 49, 2015: 50, 2016: 60), of which a colonization was found in 114 patients (71.7 percent). Two thirds oft he patients were male (66.1 percent), the mean age was 65 years. Nosocomial but also community – acquired MRSA infections show longer operation times, more post – operative wound infectionsand more frequent stays in an intensive care unit with long ventilation times. The pathogen was detected in 76 percent of infected patients from blood cultures. Further evidence came from wounds, tracheal secretion oder punctates. Compared with the other surgical patients in the observation period, the patients with an MRSA infection had a statistical significant increased number of comorbidities such as diabetes mellitus, cardiac and neurological diseases. In patients with colonization, there were also more comorbidities, but without statistical significance. The rate of germ remediation for nosocomially acquired infections or colonizations was 74 percent. The mortality from MRSA infection was statistical not significantly increased during the observation period. Discussion: The results confirm that colonization or infection with MRSA is associated with diabetes mellitus, cardiac and neurological diseases and that the type of surgical intervention, the duration of the operation and the supply of invasive catheters are associated with postoperative morbidity. For this reason, preoperative screening for MRSA and germ remediation is recommended if risk factors were detected. This will result in more effective protection of patients and medical staff while also saving costs. The use of antibiotics used must also be viewed critically.


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