Publikationsserver der Universitätsbibliothek Marburg

Titel:Ergebnisse bei Materialentfernung nach operativ versorgten distalen Radiusfrakturen - eine retrospektive Untersuchung
Autor:Rütten, Anna Laura
Weitere Beteiligte: Kühne, Christian Alexander (Prof. Dr.)
Veröffentlicht:2021
URI:https://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2021/0018
DOI: https://doi.org/10.17192/z2021.0018
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2021-00182
DDC: Medizin
Publikationsdatum:2021-01-21
Lizenz:https://rightsstatements.org/vocab/InC-NC/1.0/

Dokument

Schlagwörter:
DASH, DASH, fracture, metalremoval, Radius, Marburger Erhebungsbogen, Mayo wrist score,, Metalentfernung, Implantatentfernung, volar locking plates, distale Radiusfraktur

Zusammenfassung:
Die distale Radiusfraktur ist die häufigste Fraktur des Menschen. Seit den 1990er Jahren fand ein klarer Wechsel in der Behandlung dieser Fraktur, von überwiegend konservativer Therapie zu einer operativen Versorgung statt. In einer Mehrzahl der Fälle geschieht dies mittels Plattenosteosynthese. Diese werden je nach Frakturhergang und Klassifikation von palmar oder dorsal eingebracht, wobei die Zahl der palmaren Osteosynthesen überwiegt. Bis zum heutigen Zeitpunkt gibt es große Uneinigkeit über die Sinnhaftigkeit einer Materialentfernung dieser Radiusplatten. Außer in Fällen klarer Indikationsstellung ( bei Infektion, Schädigung etc. ) divergieren die Meinungen in der wenig vorhandenen Literatur stark. Ziel der Arbeit war es, Patienten mit stattgefundener Materialentfernung nach zu untersuchen um im Folgenden darauf basierend, eine Empfehlung für oder gegen eine Materialentfernung aussprechen zu können. Die 45 untersuchten Probanden wurden bezüglich ihrer Zufriedenheit mittels DASH Score und EQ5D Score befragt, sowie objektive Parameter wie Bewegungsumfang und Griffstärke im Rahmen des Majo Wrist Scores erhoben. Um die individuelle Situation sowie die Zusammensetzung des Kollektivs zu bewerten wurde der Marburger Erhebungsbogen entwickelt und als zentrales Element der Arbeit eingesetzt. Bei Auswertung der Ergebnisse wurde ersichtlich, dass tendenziell eine große Zufriedenheit seitens der Patienten, sowie objektiv gute Befunde in den Untersuchungen aufzuweisen waren. Wenige Patienten 5 gaben an, dass sie sich im Nachhinein nur zögerlich für, oder gegen eine Materialentfernung entscheiden würden, hätten sie erneut die Wahl. 40 aus 45 Patienten (88,9%) würden sich wieder für eine Entfernung der Platte entscheiden. So ist abschließend zu sagen, dass auch bei nicht eindeutig klinischem Befund, die Materialentfernung der distalen Radiusplatte bei Patientenwunsch empfohlen werden kann. Dass eine Zweitoperation in vielen Fällen nicht zu einer Verbesserung, sondern gegebenenfalls sogar zu einer Verschlechterung führen könnte, konnten nicht bestätigt werden.

Summary:
The fracture of the distal Radius is the most common amoung the fractures of the human being. Since the 1990s there was a clear change from conservative treatment to locking plate fixation, which is now being applied in mayority of cases. Depending on the course of trauma und the classification of the fracture there are two different types of fixation. Most frequently a volar plating system is used, at fewer occasions dorsal plate fixation is applied. Until now there is no explicit agreement regarding material removal of these radius plates. Excluding definitive indications like infection, irritation und lesion of nerves or tendons there is no majority opinion or recommendation for the removal in literature. The objective of this investigation is to examine patients after the metal removal to find out, based on these results, if the proposition of a metal removal is profitable for the patients or not. From a collective of 77, 45 patients were invited, interviewed with EQ5D, DASH, MayoWristScore and the Marburg Implant Removal Form (MIRF) and examined for their mobility and strength in the operated hand. To evaluate the individual situation of each patient and the compound of our collective, we created the Marburger Implant Removal Form as a central element of our study. Initially sceptical towards the benefit of a removal, without an absolute indication for reoperation, our results showed that the over all tendency gave evidence of great content of the patients, as soon as good objective results in the examinations were found. Out of 45 patients 40 (88,9%) would choose to go under surgery for material removal again. The final conclusion of this study is, that even when no absolute indication for a removal of a radius plate fixation is given, we may recommend the reoperation. With respect to these results, our doubts regarding a possible aggravation of the disabilities could be dispelled.


* Das Dokument ist im Internet frei zugänglich - Hinweise zu den Nutzungsrechten