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Titel: Obturation artifizieller Seitenkanäle nach vier verschiedenen Sealerplacementtechniken, Eine In-vitro Studie
Autor: Brandt, Patrick
Weitere Beteiligte: Roggendorf, Matthias (PD. Dr. med. dent.)
Veröffentlicht: 2017
URI: https://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2017/0763
DOI: https://doi.org/10.17192/z2017.0763
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2017-07639
DDC: Medizin, Gesundheit
Titel(trans.): Obturation of artificial lateral canals with four different sealer placement techniques
Publikationsdatum: 2017-12-19
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0

Dokument

Schlagwörter:
Seitenkanäle, endodontologie, laterale Kanäle, Ultrasonic, lateral canals, Wurzelfülltechnik, Sealerplacement, Sealer, Ultraschall,, Seitenkanäle, Obturation techniques

Zusammenfassung:
1 Zusammenfassung 1.1 Hintergrund und Ziele Einer Erkrankung der Pulpa und des periapikalen Gewebes liegt immer eine mikrobielle Infektion des Endodonts zu Grunde. Mikroorganismen verbleiben in Dentintubuli, akzessorischen Foramina, Isthmen und lateralen Kanälen. Da die Irregularitäten und laterale Kanäle mit aktuellen Behandlungsprotokollen nur unzureichend gereinigt werden können, besteht das Ziel einer endodontischen Therapie darin, im Anschluss an die chemo-mechanische Reinigung, das gesamte, komplexe Wurzelkanalsystem dreidimensional zu versiegeln um somit eine Reinfektion zu verhindern. Das Ziel dieser In-vitro-Studie war es, vier verschiedene Sealer-Placementtechniken auf Penetrationstiefe, Homogenität und Vollständigkeit des Sealers in simulierte Seitenkanäle und Mulden zu untersuchen. 1.2 Methode An 60 humanen, extrahierten Zähnen mit geraden Wurzeln und nur einem Wurzelkanal wurden, auf Höhe der Schmelz-Zementgrenze, die Kronen abgetrennt. Die Aufbereitung erfolgte maschinell bis Größe ISO 70 mit dem FlexMaster-System (VDW, München, Deutschland) und anschließend bis ISO 80 mit einer Mity Roto-File (Loser & Co, Leverkusen, Deutschland). Anschließend wurden die Wurzeln der Länge nach so getrennt, dass zwei identische Hälften entstanden. Eine Hälfte wurde mit einer Rille mit einer Länge von 6 mm und 2 mm Tiefe 2 mm vom Apex entfernt versehen. In die zweite Hälfte wurden 4 Mulden im Abstand von 2 mm, 4 mm, 6 mm und 8 mm vom Apex entfernt, mit 2 mm Tiefe, präpariert. Die so vorbereiteten Wurzeln wurden zusammengesetzt, in Biresin-Polyurethanblöcke (Sika N.V, Utrecht, Niederlande) eingebettet. 1 Zusammenfassung 2 Die Proben wurden in 4 Gruppen mit jeweils 15 Zähnen entsprechend der Sealerapplikationstechnik aufgeteilt: Gruppe 1: mit einem Guttaperchapoint, Gruppe 2: mit einer Papierspitze, 3: schallaktiviert mit einer ROEKO CanalBrush (Coltène/Whaledent AG, Altstätten, Schweiz), Gruppe 4: mit Ultraschall (EMS 600) und einem Spreaderansatz. Die Wurzelkanalfüllung erfolgte mit den obengenannten Applikationstechniken und einen auf „Tug-Back“ und dem Kanalquerschnitt kongruenten Guttaperchapoint mit Hilfe der Single-cone-Technik. Als Sealer wurde AH Plus (Dentsply DeTrey GmbH, Konstanz, Deutschland) verwendet. Nach 48-stündiger Aushärtung wurden die Proben in oro-vestibulärer Richtung anhand von digitalen Röntgenbildern (Digora, Soredex, Helsinki, Finnland), auf Penetrationstiefe, Homogenität und vollständiges Ausfließen des Sealers ausgewertet. 1.3 Ergebnisse Die schall- bzw. ultraschallaktivierten Gruppen zeigten hinsichtlich Homogenität, Penetrationstiefe und Vollständigkeit signifikant bessere Werte verglichen mit den Gruppen in denen der Sealer mit einem Guttaperchastift oder einer Papierspitze eingebracht wurde. Die Ultraschallgruppe zeigte die besten Ergebnisse. Zwischen der Gruppe 1 und Gruppe 2 gab es statistisch keinen Unterschied. 1.4 Schlussfolgerung Die Auswertung der Ergebnisse dieser In-vitro-Arbeit zeigte, dass eine Aktivierung des Sealers, sowohl mit Schall als auch mit Ultraschall, der herkömmlichen, manuellen Sealerplacement-Technik signifikant überlegen ist, was die Penetrationstiefe, Homogenität und Vollständigkeit in simulierte laterale Kanäle und Irregularitäten betrifft.

Summary:
2 Summary 2.1 Aim The reason for a inflammation of the dental pulp and the surrounding periapical tissue is always a bacterial infection. Microorganisms remain within dental tubules, accessory foramina, isthmuses and lateral canals. It is currently not possible to completely disinfect all the irregularities and lateral canals, the aim of the endodontic therapy is, to the chemo-mechanical protocol, to seal the complex root canal system and to prevent a reinfection. The aim of this in vitro study was to compare four sealer placement techniques in sealer penetration depth, homogeneity and complete filling. 2.2 Material and Methods The crowns of 60 human, single rooted teeth with straight canals were cut of at the enamel-cemental junction. The preparation was performed with FlexMaster (VDW, Munich, Germany) up to a size ISO 70. Final preperation was accomplished with the Mity Roto file (Loser & Co, Leverkusen, Germany) up to a size of ISO 80. Afterwards the roots were split longitudinally. A groove of 6 mm length and 2 mm deep was cut in one half. In the other half, 4 holes were prepared 2 mm deep and 2 mm, 4 mm, 6 mm and 8 mm from the apex. These prepared roots were put together and embedded into polyurethane blocks (Biresin, Sika N.V, Utrecht, Netherlands). The samples were divided into 4 groups with each 15 teeth in accordance with the placement technique: group 1: guttapercha point, group 2: paperpoint, group 3: sonic activation with ROEKO CanalBrush (Coltène/Whaledent AG, Altstätten, Switzerland) and group 4: ultrasonic activation with (EMS 600) and an inserted Spreader. The obturation was performed with one of the placement-techniques and a well fitted master cone of gutta-percha using a single-cone technique. The sealer that was used for this study was AH Plus (Dentsply DeTrey, Konstanz, Germany). Following the settingtime of the sealer of 48 hours digital radiogaphs (Digora, Soredex, Helsinki, Finland) were made. The images were analysed according to penetration depth, homogeneity and complete filling of the iatrogenic canals. 2.3 Results The sonic and ultrasonic groups were significantly more effective in terms of penetration depth, homogeneity, and complete filling of the artificial lateral canals. The ultrasonic group performed best. 2.4 Conclusion The evaluation of this ex vivo study showed that both, sonic and ultrasonic activation of sealer leads to a greater penetration depth, increased homogeneity and a more complete filling of simulated lateral canals and hollows.


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