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Titel: Obturation artifizieller Seitenkanäle nach verschiedenen Sealerplacement-Techniken
Autor: Zapf, Marco
Weitere Beteiligte: Roggendorf, Matthias (PD. Dr. med. dent.)
Veröffentlicht: 2017
URI: https://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2017/0762
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2017-07625
DOI: https://doi.org/10.17192/z2017.0762
DDC: Medizin, Gesundheit
Titel(trans.): Obturation of artificial lateral canals with different sealerplacement-techniques
Publikationsdatum: 2017-12-19
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0

Dokument

Schlagwörter:
Sealerplacement, CanalBrush, Seitenkanäle, Endodontologie, obturation, Lentulo

Zusammenfassung:
1.1 Hintergrund und Ziele Die komplexe Wurzelanatomie und die vielseitige Morphologie eines Zahnes stellen sogar den erfahrenen Endodontisten immer wieder vor das Problem, eine dichte und adäquate Obturation dieses Systems mit seinen zahlreichen Foramina, akzessorischen und lateralen Seitenkanälen zu bewältigen. Um die Voraussetzungen für eine Heilung des apikalen Gewebes zu schaffen, ist es von großer Bedeutung, nach einer vollständigen Reinigung und Desinfek-tion einen hermetischen Verschluss zu gewährleisten, damit sich keine Mög-lichkeiten mehr für den Austausch von Gewebszerfallsprodukten und Bakte-rien mit dem umliegenden Gewebe ergeben. Aus diesem Grund sollte das Abfüllen von Seitenkanälen bei einer Wurzel-behandlung den gleichen Stellenwert einnehmen wie die Obturation des Hauptkanals, um so eine Reinfektion des Kanals durch bakterielle Residuen zu verhindern. Das Ziel dieser In-vitro-Studie war es, die Effizienz von vier verschiedenen Sealer-Applikationstechniken hinsichtlich Penetrationstiefe und Homogenität des Sealers AH Plus in simulierten Seitenkanälchen zu messen. 1.2 Methode Bei 60 humanen, extrahierten, einwurzeligen Zähnen wurden die Kronen ab-getrennt, die Wurzeln danach longitudinal gespalten und in Polyurethanblö-cke (Biresin, Sika N.V, Utrecht, Niederlande) eingebettet. Die Präparate wur-den in 4 Gruppen mit jeweils 15 Zähnen entsprechend der verschiedenen Plazierungsverfahren für Sealer aufgeteilt: Gruppe 1: rotierend mit einer EZ-Fill bi-directional spiral (EDS, South Hackensack, New Jersey, USA), Grup-pe 2: rotierend mit einem K-Räumer (Dentsply Maillefer, Ballaigues, Schweiz) der Größe 70, Gruppe 3: rotierend mit einem Lentulo der Größe 40 (VDW, München, Deutschland), Gruppe 4: rotierend mit einer ROEKO CanalBrush (Coltène/Whaledent, Altstätten, Schweiz). Die maschinelle, vollrotierende Aufbereitung erfolgte zuerst mit FlexMaster-Instrumenten (VDW, München, Deutschland) auf Größe 70 Taper .02 und anschließend mit einer Mity Roto-Feile ISO 80 (Loser & Co, Leverkusen, Deutschland). Im nächsten Schritt erfolgte das Anlegen einer 6 mm langen und 2 mm tiefen Rille auf einer der Wurzelhälften, welche 2 mm vom Apex entfernt war. Auf der zweiten Hälfte wurden vier Mulden im Abstand von 2 mm, 4 mm, 6 mm und 8 mm, ebenfalls mit einer Tiefe von 2 mm vor Apex präpariert. Danach erfolgte die Wurzelkanalfüllung mit AH Plus (Dentsply DeTrey, Konstanz, Deutschland) und den oben genannten Applikationstech-niken. Nach 48-stündiger Aushärtung wurden digitale Röntgenbilder (Digora, Soredex, Helsinki, Finnland) in oro-vestibulärer Projektion angefertigt, um die Penetrationstiefe und Homogenität der Füllung zu beurteilen. 1.3 Ergebnisse Es konnten in dieser Studie keine signifikanten Unterschiede in der Obturati-on von artifiziell angelegten Seitenkanälen mit den oben genannten Applika-tionstechniken ermittelt werden. Die Studie zeigte allerdings, dass die koro-nal lokalisierten Mulden und Rillen eine tiefere Penetration durch Sealer auf-wiesen als die apikalen Anteile. Demnach konnten koronal maximal 33,3 % der Mulden vollständig abgefüllt werden und apikal maximal 20 %. 1.4. Schlussfolgerung Bei Betrachtung aller Gruppen dieser Studie kann festgehalten werden, dass bei allen rotierenden Sealer-Applikationsmethoden keine signifikanten Unter-schiede gemessen werden konnten.

Summary:
1.1 Aim The anatomical complexity of the root anatomy and the versatile morphology configuration of a tooth, even let the experienced endodontist always facing a problem to achieve a solid and adequate obturation of this system which in-cludes multiple foramina, accessory and lateral canals. Accomplishing the assumption for approaching apical tissue healing it is an important aspect to provide a hermetic seal to avoid the possibility of a pathway for bacteria and products of tissue degeneration between the canal and the surrounding tis-sues. For that reason, filling lateral canals should be important as well as fill-ing the main canal to avoid bacterial reinfection. The aim of this in vitro study was to assess the efficacy of different placement techniques in terms of sealer penetration and homogenity of filling simulated lateral canals. 1.2 Method Crowns of 60 single rooted, human extracted teeth were removed and the roots were splitted longitudinally, reassembled and embedded into polyure-thane (Biresin, Sika N.V, Utrecht, Netherlands). 4 groups were designed (n=15): group 1: EZ-Fill bi-directional spiral (EDS, South Hackensack, New Jersey, USA) in rotary motion, group 2: K-reamer size 70 (Dentsply Maillefer, Ballaigues, Switzerland) in rotary motion, group 3: lentulo spiral size 40 (VDW, Munich, Germany) in rotary motion, group 4: ROEKO CanalBrush (Coltène/Whaledent, Altstätten, Switzerland) in rotary motion. Root canals were prepared to size 80 taper .02 using FlexMaster (VDW, Mu-nich, Germany) and finally Mity Roto files (Loser & Co, Leverkusen, Germa-ny). Than a groove 6 mm in length and 2 mm deep was prepared in one root half. On the second one 4 holes were prepared 2 mm, 4 mm, 6 mm and 8 mm from apex and 2 mm in depth. Than root canals were filled with AH Plus (Dentsply DeTrey, Konstanz, Germany) according to the different placement technique. Allowing the sealer to set completely after 48 hours, digital x-ray (Digora, So-redex, Helsinki, Finland) were made to gauge the depth of penetration and homogenity. 1.3 Results No significant differences were found in rotary placement techniques. Coro-nal placed grooves performed better (33,3 % were totally penetrated) than apical ones (20 % were totally penetrated). 1.4 Conclusion On closer examination no significantly differences of rotary sealer application methods can be found.


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