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Titel:Die soziale Macht der Gewerkschaften in Kroatien
Autor:Bolldorf, Heiko
Weitere Beteiligte: Kißler, Leo (Prof. Dr.)
Veröffentlicht:2014
URI:https://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2017/0467
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2017-04671
DOI: https://doi.org/10.17192/z2017.0467
DDC: Sozialwissenschaften, Soziologie, Anthropologie
Titel(trans.):The social power of trade unions in Croatia
Publikationsdatum:2017-06-22
Lizenz:https://rightsstatements.org/vocab/InC-NC/1.0/

Dokument

Schlagwörter:
Hegemonie, Gewerkschaften, Ex-Jugoslawien, Osteuropa, industrielle Beziehungen, soziale Bewegungen, Kroatien, Macht

Zusammenfassung:
In dieser Dissertation wird die Unterscheidung der Quellen von Arbeitermacht, wie E.O.Wrigt, Beverly Silver und Klaus Dörre sie entwickelt haben, auf kroatische Gewerkschaften angewandt. Ihre Organisationsmacht ist stark auf den öffentlichen Sektor, auf ältere und unbefristet Beschäftigte konzentriert, so dass sie leicht als bloße Lobbyisten der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes darzustellen sind. Ihre Marktmacht wird durch konstant hohe Erwerbslosigkeit, prekäre Beschäftigung und Fragmentierungen des Arbeitsmarktes geschwächt. Ihre Produktionsmacht ist durch die Deindustrialisierung der 1990er Jahre gesunken und auf einige wenige strategisch wichtige Firmen konzentriert. An einer institutionellen Einbindung der Gewerkschaften war der kroatische Staat von Anfang an nicht interessiert. Auch in den wenigen Bereichen mit potentiell hoher Gewerkschaftsmacht schwächen sich die Gewerkschaften selbst durch Zersplitterung. Bündnisse mit sozialen Bewegungen funktionieren bisher nur unzureichend. All das ist ein Beitrag zur Beantwortung der Frage. warum Gewerkschaften in Kroatien bisher keine gesellschaftliche und politische Gegenmacht darstellen.

Summary:
In this dissertation, the different sources of workers power differentiated between by E.O.Wright, Beverly Silver and Klaus Dörre are used to look at trade unions in Croatia. Their organizational power is to a high degree concentrated on the public sector, on older workers and on employees with perpetual contracts, so it is very easy to depict them as mere lobby organisations of the employees in the public services. Their market power is weakened by the constantly high unemployment, precarious employment and a fragmented labour market. Their production power has declined because of the deindustrialization of the 1990ies and is concentrated on a few companies of strategical importance. The Croatian state has not been interested in an institutional integration of the trade unions from the beginning. In the few fields with a potentially high union power the unions weaken themselves by fragmentation. Cooperation with social movements has only insufficiently worked so far. All of this is part of answering the question why Trade unions have not represented a social and political countervailing power in Croatia so far.


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