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Titel:Erste klinische und radiologische Erfahrungen mit einer neuen Schenkelhalsprothese vom Typ "NANOS"
Autor:Szczerba, Lukasz
Weitere Beteiligte: Fuchs, G. A. (Prof. Dr.)
Veröffentlicht:2009
URI:https://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2009/0357
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2009-03571
DOI: https://doi.org/10.17192/z2009.0357
DDC: Medizin
Titel(trans.):The first early radiographic and clinical results of trials with theuncemented femoral-neck prosthesis type "Nanos"
Publikationsdatum:2009-06-30
Lizenz:https://rightsstatements.org/vocab/InC-NC/1.0/

Dokument

Schlagwörter:
Prosthesis, Hüftgelenk, NANOS, Hip, Hüfte, Prothese, NANOS, Prothese

Zusammenfassung:
In der vorliegenden Arbeit werden die ersten röntgenologischen und klinischen Frühergebnisse von zementlosen Schenkelhalsprothesen Typ NANOS vorgestellt. Insgesamt wurden in der Orthopädischen Klinik Bayreuth vom Juni 2004 bis Mai 2006, 45 Patienten mit einer Schenkelhalsprothese vom Typ NANOS operiert. In einer prospektiven Studie konnten 40 Patienten (20 männliche und 20 weibliche Patienten) im Zeitraum von Juni 2004 bis Mai 2006, die mit einer NANOS Schenkelhalsprothese versorgt worden waren, sowohl präoperativ wie auch nach 3 Monaten (18 Patienten), 6 Monaten (15 Patienten), 9 Monaten (3 Patienten), 12 Monaten (17 Patienten), 18 Monaten (4 Patienten) und 24 Monaten (7 Patienten) sowohl klinisch als auch radiologisch nachuntersucht werden. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 52.8 Jahre (der jüngste Patient war 39, der älteste 67 Jahre alt). Die Körpergröße betrug durchschnittlich 171 cm (Minimum 148 cm, Maximum 195 cm). Beim Körpergewicht errechnete sich ein Mittelwert von 78 kg(Minimum 52 kg, Maximum 106 kg). Der durchschnittliche Body Mass Index (BMI)117 lag bei 27,04 kg/m² (Minimum 20,20 kg/m², Maximum 35,44 kg/m²) und damit leicht über dem Normalbereich von 20-25 kg/m². Indikationen für einen Gelenkersatz waren Dysplasiecoxarthrose (65 Prozent), primäre Coxarthrose (22,5 Prozent) oder Hüftkopfnekrose (12,5 Prozent). Zur Beurteilung der klinischen Situation wurden der Harris-Hip-Score und der Merle dAubigné-und Postel-Score verwendet. Präoperativ erreichten die Patienten einen Mittelwert von 56,65 Punkten nach dem Harris-Hip-Score. Postoperativ errechnete sich ein Mittelwert von 93,7 Punkten nach 12 Monaten und 96,8 Punkten nach 24 Monaten. Die Klassifierung des Harris-Hip-Scores erfolgte nach Adolphson (1). Nach 12 Monaten zeigten 88,2 Prozent ein ausgezeichnetes, 5,8 Prozent ein gutes und 5,8 Prozent ein schlechtes Ergebnis. Alle sieben Patienten zeigten nach 24 Monaten ein sehr gutes Ergebnis. Nach dem Merle-dAubigné-und Postel-Score erreichten die Patienten einen durchschnittlichen präoperativen Wert von 11,3 Punkten, der nach 12 Monaten auf 17,1 Punkte und nach 24 Monaten auf 17,8 Punkte anstieg. Demnach wiesen nach einem Jahr 88,2 Prozent ein sehr gutes Ergebnis auf, 5,8 Prozent ein gutes und 5,8 Prozent ein mittelmäßiges. Nach zwei Jahren zeigten 100 Prozent (sieben Patienten) ein sehr gutes Ergebnis. Die entsprechende Scorauswertung der multizentrischen Vergleichstudie (in 6 Kliniken mit dem Patientenzahl n=175) für einen postoperativen Zeitraum von 12 Monaten postoperativ, ergeben Wert, die mit unserem Patientenkollektiv vergleichbar sind. Der Durchschnitt beim Harris-Hip-Score beträgt hier 48,02 Punkte präoperativ und 95,92 Punkte nach 12 Monaten. Nach dem Merle-dAubigné-und Postel-Score erreichten die Patienten des Arbeitskreises nach einem durschnittlich präoperativen Ausgangswert von 12,96 Punkten, nach 12 Monaten von 17,77 Punkten, also bei 17,67 Punkten des eigenen Kollektives nahezu auf gleichen Level. Insgesamt waren in unseren eigenen Krankengut (n=40), außer dem unten beschriebenen Fall bei keinem Prothesenschaft während der Nachuntersuchung Lyseentstand beim Einschlagen des Prothesenschaftes eine Fissur des Schenkelhalses. Diese war jedoch nicht versorgungspflichtig. Ein Patient (2,5 Prozent) zeigte röntgenologisch ein zunehmendes Einsinken des Prothesenschaftes. Nach sieben bis acht Monaten postoperativ betrug die axiale Migration (Sinterung) über 4 mm. Der Patient ist beschwerdefrei und bei einer Beinverkürzung von ca. 5 mm auch frei beweglich. Eine Säume oder Lockerungszeichen festzustellen. Bei einem Patienten – Nr.34 (2,5 Prozent) 118 ursprünglich vorgesehene Revisionsoperation wurde bei Nachweis sekundär stabilisiertem Prothesenschaft wieder storniert. In sechs Fällen wurden Beinlängendifferenzen (BLD) ≤ 1,5 cm (15,0 Prozent) festgestellt. Anhand äquidensitometrischer Auswertungen konnte bereits nach drei Monaten eine beginnende, nach 12 und 24 Monaten deutlich Dichtezunahme der medialen und lateralen Kortikalis festgestellt werden. Dies vor allem an der Übergangszone zwischen Prothesenschaft und Prothesenspitze der Zone IV/V und I/II (Verankerungszone der Prothese). Daneben sieht man auch eine deutliche Dichtezunahme an der lateralen Kortikalis in Zone II, wo sich die Prothese abstützt, als Ausdruck zonenstarker Kräftekonzentration. Diese Veränderungen entsprechen dem Wolff´schen Transformationsgesetz. Von den 40 operierten Patienten beschrieben alle eine deutliche Verbesserung der Funktion und eine Verminderung der Beschwerden in Vergleich zur präoperativen Situation. Nur ein Patient (2,5 Prozent) beklagte Wetterfühligkeit an der operierten Seite. Aufgrund einer Zufriedenheit der Patienten von 94,2 Prozent innerhalb der ersten zwei Jahre besteht für die NANOS-Schenkelhalsprothese in unserer Klinik eine feste Indikation, insbesondere für jüngere, aktive Patienten. Grundsätzlich ist zurzeit auch keine Veränderung des Implantats, seiner Oberflächen oder seines Designs notwendig. Neben dem Patientenalter spielt die biologische Verfassung, die Belastungsart und damit tribologische Kriterien für die Dauerstabilität der Prothese eine wichtige Rolle. Ein BMI >30 ist nach unseren Erfahrungen als Kontraindikation zu werten. Aufgrund unserer Ergebnisse kann dieser Prothesentyp mit den gesamten Implantationsverfahren unter Beachtung der genannten Indikations- und Kontraindikationsbedingungen als eine empfehlenswerte Alternative zu konventionellen Hüftendprothesen, zumal in der Kombination mit minimal-invasivem Vorgehen, betrachtet werden. Die Zukunft der NANOS-Schenkelhalsprothese hängt von den weiteren klinischen Erfahrungen und den Langzeitergebnissen ab.

Summary:
This paper presents the first early radiographic and clinical results of trials with the uncemented femoral-neck prosthesis, type Nanos. In this trial in the Orthopedic Clinic Bayreuth, lasting from June 2004 to May 2006, 45 patients were treated with a Nanos femoral-neck prosthesis. The total number of patients was 45, of which 40 patients returned to our out-patient department for followup examinations. In prospective study were 40 patients (20 men, 20 women) from June 2004 to May 2006 treated with a Nanos femoral-neck prosthesis and followed by regular clinical as well as radiographic check-ups after 3 months (18 patients), 6 months (15 patients), 9 months (3 patients), 12 months (17 patients), 18 months (4 patients) and 24 months (7 patients). At the time of the operation, their average age was 52,8 years (the youngest patient was 39 the oldest 67 years old). The average height was 1,71 m (min. 1,48m , max. 1,95m). The average weight was 78 kg (min. 52 kg , max. 106 kg). Average Body Mass Index(BMI) was 27,04 kg/m2 (min. 20,20 kg/m2, max. 35,44 kg/m2) and so slightly over the normal range of 20 – 25 kg/m2. Indications for hip replacement were osteoarthritis by hip displasia (65%), primary arthrosis of the hip (22.5%) or osteonecrosis of the femoral head (12.5%). The evaluation of the medical situation was based on the Harris-Hip- and MerledAubigné-Postel-Scores. Before the operation, the average Harris-Hip-Score of the patients was 56,65 points. After the operation, the average score was 93.7 points after 12 months and 96.8 points after 24 months. The Harris-Scores were classified according to Adolphson (1). Results after 12 months were 88.2 % excellent, 5.8% good, and 5.8 % poor. After 24 months, all seven patients showed excellent results. According to the Merle-dAubigné-Postel-Scores the patients had an average score of 11.3 points before the operation which rose to 17.1 points after 12 months and 17.8 points after 24 months. Therefore, after one year 88.2% had excellent results, 5.8% good and 5.8% poor results. After two years, 100% (7 patients) had excellent results. The score results in the multicentral project team (of six other clinics n=175) for the first 12 months after operation are comparable to our own. The average Harris-Score was here 48.02 points before the operation, 95.92 points after 12 months. According to the Merle-dAubigné-Postel-Scores the patients had an average score of 12.96 points before the operation which rose to 17.77 points after 12 months and are nearly to our own level with 17,1 points. The follow-up examinations showed except for one following case no border-lysis or sings of loosening in the area of prosthesis stems. In the case of one patient (2.5%) a fissure of the femoral neck was caused when hammering in the prosthesis stem. Seven to eight months after the operation, the axial movement (migration) was over ca. mobile. An originally planned corrective operation was later cancelled when the prosthesis stem was proved to be stabled. In six cases, there were differences in leg-length ≤ 1.5 cm (15.0 %). Based on densitometric readings, after just three months there was already a noticeable increase in density and after 12 und 24 a clear increase in density on the medial and lateral cortex. Mainly was it in the transition area between the prosthesis stem and the hip of the prosthesis in zone IV/V and I/II (anchoring zone of the prosthesis). There was also a clear increase in density on the lateral cortex in zone II where the prosthesis is mainly supported marking the zones of strong increased forces. These changes are in accordance with Wolffs Law of Transformation “form follows functions”. All of the 40 patients operated on described a marked improvement of function and less discomfort in comparison to the situation before the operation. Only one patient (2.5%) complained of sensitivity to weather changes on the operated side. As 95% of the patients were satisfied with the results within the first two years, there is now a firm indication for the implantation of the Nanos femoral-neck prosthesis in our clinic, especially for younger and more active patients. At the moment, we see no need for modifications of the implant, neither of the surfaces nor of the design. For the long-term biological stability of the prosthesis besides the patient’s age, the general physical condition and tribology play an important part. According to our experiences, a BMI ≥ 30 must be considered a contraindication. On the strength of our results this type of prosthesis together with the implantation technique and taking intra account the necessary indication and contraindication, can be considered a commendable alternative to conventional hip prostheses. 4 mm. The patient now has no problems and with one leg shorter by 4 mm is completelyThe x-rays of one patient - Nr.34 (2,5 %) showed progressive sinking-in of the prosthesis steam.


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