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Titel:Konfigurationelle Analyse mit Multi-Value QCA als Methode der Vergleichenden Politikwissenschaft mit einem Fallbeispiel aus der Vergleichenden Parteienforschung (Erfolg Grüner Parteien in den achtziger Jahren)
Autor:Cronqvist, Lasse
Weitere Beteiligte: Berg-Schlosser, Dirk (Prof.)
Veröffentlicht:2007
URI:https://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2007/0620
DOI: https://doi.org/10.17192/z2007.0620
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2007-06209
DDC:320 Politik
Titel(trans.):Configurational Comparative Analysis with Multi-Value QCA (MVQCA).
Publikationsdatum:2007-10-22
Lizenz:https://rightsstatements.org/vocab/InC-NC/1.0/

Dokument

Schlagwörter:
QCA, Grüne Parteien, Vergleichende politische Wissenschaft, MVQCA, QCA, Methodologie, Parteienforschung, MVQCA, Green Parties, Methodology, Comparative Politics

Zusammenfassung:
Die Dissertation gliedert sich in zwei Teile: Im ersten Teil wird die MVQCA Methode entwickelt und in den Kontext konfigurationell-vergleichender Analyse eingeordnet. Dazu wird zuerst die Gruppe der konfigurationell-vergleichenden Methoden allgemein vorgestellt und auf die Besonderheiten dieser Methoden gegenüber anderen methodischen Ansätzen der Vergleichenden Politikwissenschaft eingegangen. Die von Charles Ragin (1987) entwickelte „Qualitative Comparative Analysis“ (QCA)-Methode wird im Detail vorgestellt, wobei die einzelnen Rechenschritte ebenso diskutiert werden wie eine Reihe von Problemen, welche mit der Analyse mit QCA verknüpft sind. Darauf folgend wird dann die mehrwertige Erweiterung von QCA, Multi-Value QCA, ausgearbeitet. Diese erlaubt es, mehrwertige Variablen (Konditionen) mit den Ideen von QCA zu analysieren. Damit ermöglicht MVQCA eine wesentliche Einschränkung dieser für die Vergleichende Politikwissenschaft wichtigen Methode zu überwinden, da QCA bislang auf die Benutzung dichotomer Werte angewiesen war. Abgerundet wird der Teil zur Methodenentwicklung mit einer Besprechung wesentlicher Anwendungsprobleme von sowohl MVQCA als auch QCA. Zur Illustration der Anwendung von MVQCA wird dann im zweiten Teil eine Studie zu dem Erfolg der Grünen Parteien in den achtziger Jahren durchgeführt. Dabei soll der Frage nachgegangen werden, warum die in den siebziger und achtziger Jahren entstandenen Grünen Parteien in vielen Staaten erfolgreich waren, während dies in anderen Staaten nicht der Fall war. Neben der inhaltlichen Analyse soll die Untersuchung auch dem Zweck dienen, die Anwendungsbedingungen und Probleme von MVQCA aufzuweisen. Es sind bereits von anderen Autoren einige wichtige Faktoren des Erfolges Grüner Parteien bestimmt worden, allerdings existiert keine eindeutige Erklärung für den unterschiedlichen Erfolg Grüner Parteien. Dazu sollen zuerst kurz die wesentlichen Merkmale Grüner Parteien bestimmt werden, und festgestellt werden, welche Parteien überhaupt als „Grüne Parteien“ im Sinne dieser Untersuchung gelten. Aufbauend auf ältere Studien über den Erfolg Grüner Parteien werden dann erste wesentliche Bedingungen für deren Erfolg ausgemacht. Diese werden folgend mit Hilfe von MVQCA unter der Hinzunahme weiterer Konditionen zu einem einheitlichen Erklärungsmuster zusammengefügt, welches tatsächlich alle hier untersuchten Fälle zu erklären vermag. Dabei wird gezeigt, dass der Erfolg Grüner Parteien sowohl von politisch-institutionellen Grundbedingungen (Verhältniswahlrecht) wie auch von sozio-ökonomischen wie umweltpolitischen Faktoren abhängig war. Durch die Verwendung von MVQCA lässt sich zeigen, dass diese Faktoren, welche bereits in früherer Forschung untersucht worden sind, nicht einzeln für den Erfolg Grüner Parteien ausschlaggebend waren, sondern nur bei gleichzeitigem Auftreten eine konjunktionale Kausalerklärung für den Erfolg dieser Parteien darstellen können. Bei der Analyse der Erfolgsfaktoren der Grünen Parteien erwiesen sich somit zwei Eigenschaften der MVQCA Analyse als vorteilhaft: Zum einen konnte durch die direkte Implementierung nominaler Variablen wie dem Wahlrecht und dem Bau von Atomkraftwerken eine direkte Implementierung der vermuteten Thesen erfolgen, und so konnte auf eine möglicherweise fehleranfällige Dummy-Operationalisierung verzichtet werden. Zum anderen scheint der Erfolg Grüner Parteien tatsächlich eher mit einem komplexen Kausalmodell faßbar zu sein, da die Grünen Parteien nur in Staaten erfolgreich waren, in denen die gefundenen notwendigen Konditionen gemeinsam auftraten. Im Anhang befinden sich außer den für die Analyse des Erfolges Grüner Parteien benutzten Daten auch die Ausführungen zu den zur Berechnung in MVQCA selbst entworfenen Algorithmen, welche auch in TOSMANA, einem im Rahmen der Dissertation entwickelten Softwareprogramm zur QCA und MVQCA Analyse, enthalten sind.

Summary:
The dissertation is divided in two parts: In the first section, Multi-Value QCA (MVQCA) is developed and described in the context of the groups of configurational-comparative methods. To do so, this group of methods is first introduced and compared to other groups of methods used with comparative analysis in political science. Then, Qualitative Comparative Analysis (QCA) as developed by Charles Ragin is introduced in detail by explaining the epistemological assumption behind and the calculations performed within the method. Building on a discussion of the problems related to the QCA method, the multi valued extension of QCA – MVQCA – is developed, which allows coping with one of the main restrictions of QCA, the compulsory use of dichotomous data. The first part is finished with a discussion of the main problems occurring using QCA and MVQCA. To illustrate the use of MVQCA, a detailed study of the conditions of success of Green Parties is conducted in the second part of the dissertation. The research question is why Green Parties founded in the western democracies in the 1970s and 1980s were successful in some countries, whilst this was not the case in other countries. A number of possible factors that can explain this variation of success has been discussed in previous research, but there has not been given a clear explanation of this phenomenon. In the second part thus, first a short discussion of the nature of Green Parties is given to derive a list of parties, which can be considered as ‘Green Parties’. Then, building on former research on this topic, some first possible conditions of success of Green Parties are identified, which are then joined by the use of MVQCA and the addition of a further condition, to derive an unambiguous explanation of the success of Green Parties, which fits to all cases included in the analysis. It is shown that the success of these parties was dependent on institutional factors (beneficial voting rules) as well as a high socio-economic development and the presence of strong political conflicts on ecological issues, as the introduction of nuclear power energy. By the use of MVQCA it is shown that none of these conditions can account for the variation of success on its own, but that in fact only a concomitance of these factors gives a complex explanation on this question. Beside the used data, a description of the algorithms used with MVQCA as implemented in the TOSMANA (Tool for Small-N Analysis) software is also included in the appendix.


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