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Titel:Śabdālaṃkāradoṣavibhāga – Die Unterscheidung der Lautfiguren und der Fehler. Kritische Ausgabe des dritten Kapitels von Daṇḍins Poetik Kāvyādarśa und der tibetischen Übertragung Sñan ṅag me loṅ samt dem Sanskrit-Kommentar des Ratnaśrījñāna, dem tibetischen Kommentar des Dpaṅ Blo gros brtan pa und einer deutschen Übersetzung des Sanskrit-Grundtextes.
Autor:Dimitrov, Dragomir
Weitere Beteiligte: Hahn, Michael (Prof. Dr.)
Veröffentlicht:2004
URI:https://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2007/0458
DOI: https://doi.org/10.17192/z2007.0458
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2007-04585
DDC: Sprache, Linguistik
Titel(trans.):Śabdālaṃkāradoṣavibhāga – Differentiation of Figures of Sound and Faults. Critical Edition of the Third Chapter of Daṇḍin’s Kāvyādarśa and its Tibetan Rendition Sñan ṅag me loṅ, with the Sanskrit Commentary by Ratnaśrījñāna, the Tibetan Commentary by Dpaṅ Blo gros brtan pa, and a German Translation of the Sanskrit Text.
Publikationsdatum:2007-07-12
Lizenz:https://rightsstatements.org/vocab/InC-NC/1.0/

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Schlagwörter:
Dandin / Kavyadarsa, Tibetisch, Poetics, Snyan ngag me long, History and criticism, Dpaṅ Lo tsā ba Blo gros brtan pa / Dpaṅ Ṭīkā, Sanskrit poetry, Snyan ngag me long, Ratnaśrījñāna / Ratnaśrīṭīkā, Daṇḍin / Kāvyādarśa, Sanskrit, Poetik

Zusammenfassung:
Daṇḍins Kāvyādarśa oder „Spiegel der Dichtkunst“ (zwischen ca. 650 und 800 n. Chr.) ist eines der wichtigsten literaturtheoretischen Werke auf Sanskrit, das sich als grundlegend und maßgeblich nicht nur für die Ästhetik literarischer Werke in Indien, sondern auch in Tibet und in anderen Ländern Asiens erwiesen hat. Wegen der durchaus noch lebendigen Tradition hat das Werk auch heute große Bedeutung für das tiefere Verständnis der indischen, tibetischen und überhaupt der asiatischen Literatur. Die Voraussetzung für die Benutzung und Auswertung eines Textes mit einer über tausendjährigen Überlieferungsgeschichte auf einer gesicherten Grundlage ist das Vorhandensein einer zuverlässigen kritischen Ausgabe sowohl des Grundtextes als auch wenigstens eines alten autoritativen Kommentarwerkes dazu. Eine solche Ausgabe liegt allerdings immer noch nicht vor und stellt schon seit langem ein deutlich zu spürendes Desideratum dar. In meiner Magisterarbeit, die nunmehr auch in Buchform vorliegt, habe ich die nepalesische und tibetische Überlieferung des „Spiegels der Dichtkunst“ dargestellt und eine kritische Ausgabe des 1. Kapitels namens Mārgavibhāga oder „Die Unterscheidung der Stilarten“ (Sanskrit und Tibetisch). Damit wurde der erste notwendige Schritt zur Erfüllung des Desideratums getan. Mit der vorliegenden Arbeit wird der nächste Schritt auf diesem Wege unternommen. Hier wird zum ersten Mal eine kritische Ausgabe des 3. Kapitels namens Śabdālaṃkāradoṣavibhāga oder „Die Unterscheidung der Lautfiguren und der Fehler“ zusammen mit der tibetischen Übertragung, dem Sanskrit-Kommentar des Ratnaśrījñāna, dem tibetischen Kommentar des Dpaṅ Lo tsā ba, einer deutschen Übersetzung des Sanskrit-Grundtextes, einer Faksimile-Ausgabe nebst einer diplomatischen Abschrift und aller notwendigen zusätzlichen Apparate vorgelegt. Es handelt sich daher um eine Fortsetzung und zugleich auch Erweiterung meiner früheren Arbeit. Diese Veröffentlichung stellt die überarbeitete und erweiterte Fassung einer Dissertation dar, die ich am 15. April 2004 dem Fachbereich 10 „Fremdsprachliche Philologien“ der Philipps-Universität Marburg vorgelegt hatte. Nachdem die Überlieferungsgeschichte des Kāvyādarśa und des Sñan ṅag me loṅ anhand des Textes des 1. Kapitels einigermaßen geklärt worden war, war es erforderlich, auch die Ausgabe der wichtigsten Kommentarwerke auf Sanskrit und auf Tibetisch, nämlich der Ratnaśrīṭīkā und der Dpaṅ Ṭīkā, in Angriff zu nehmen. Die Ratnaśrīṭīkā ist das älteste bekannte Kāvyādarśa-Kommentarwerk des buddhistischen Gelehrten Ratnaśrījñāna (10. Jh.), das die literaturwissenschaftliche Beschäftigung in Tibet in höchstem Maße beeinflußt hat. Die Dpaṅ Ṭīkā wurde von Dpaṅ Lo tsā ba Blo gros brtan pa (1276–1342) verfaßt und stellt den ersten vollständigen Kommentar zur tibetischen Übersetzung des Kāvādarśa dar. Da die alte nepalesische Handschrift der Ratnaśrīṭīkā lediglich zum 3. Kapitel größtenteils erhalten ist und außerdem gerade in diesem Abschnitt eine große Textlücke von THAKURs und JHAs editio princeps des Kommentars auszufüllen hilft, bot es sich an, zunächst eine vollständige Ausgabe des 3. Kapitels anzufertigen. Dieses Kapitel erweist sich inhaltlich als besonders reizvoll und wichtig für die indische und tibetische Literaturpraxis sowie für die allgemeine Literaturwissenschaft überhaupt. Es werden hier zum einen die verschiedenen Arten der kunstvollen Lautfiguren (śabdālaṃkāra) klassifiziert und vorgeführt, und zum anderen werden die zehn Fehler (doṣa) in der Kunstdichtung genannt und veranschaulicht. Vor allem wegen der Schwierigkeiten und der Unsicherheiten, die sich bei der Textinterpretation ergeben, hat das 3. Kapitel bisher nicht die Beachtung gefunden, die es eigentlich verdient. Mit der vorliegenden Publikation wird ein Beitrag zur intensiveren Rezeption und zu einem tieferen Verständnis der altindischen und der tibetischen Poetik und Dichtkunst geleistet.

Summary:
It has long been recognized that a critical edition of Daṇḍin’s Kāvyādarśa (“Mirror of Poetic Art”) and the Sñan ṅag me loṅ, its Tibetan translation, is an important desideratum and an indispensable prerequisite for any serious study of Indian and Tibetan poetics. In 2002 the present author took the first step in fulfilling this desideratum and published a book entitled Mārgavibhāga (“Differentiation of Styles”) with the critical edition of the first chapter both in Sanskrit and Tibetan. As a sequence to this book the present work on the third chapter called Śabdālaṃkāradoṣavibhāga (“Differentiation of Figures of Sound and Faults”) has been prepared. This new publication represents the next necessary step in filling the gap. In addition to the critical edition of the third chapter both in Sanskrit and Tibetan, this publication contains a new edition of the Ratnaśrīṭīkā, the earliest known Sanskrit commentary by Ratnaśrījñāna (tenth century), and an editio princeps of the Dpaṅ Ṭīkā, Dpaṅ Lo tsā ba Blo gros brtan pa’s (1276–1342) seminal Tibetan commentary on the Sñan ṅag me loṅ. Besides this, the present publication includes an introduction, a German translation of the third chapter, philological notes on the two commentaries, a facsimile edition with a diplomatic transcript of the manuscript witnesses of the Ratnaśrīṭīkā and the Dpaṅ Ṭīkā, appendices, concordances and indices for quick references. This work is a revised and enlarged version of my doctoral thesis submitted to the Faculty of Foreign Languages at the University of Marburg (Germany) on April 15, 2004. After examining the transmission of the Kāvyādarśa and the Sñan ṅag me loṅ in Nepal and Tibet on the basis of the textual material of the first chapter, it was deemed necessary to study in greater detail the earliest available and most influential commentaries on this treatise. As is shown in the present work, the editio princeps of the Ratnaśrīṭīkā published in 1957 is both unreliable and incomplete. Thus, it was considered worthwhile to undertake a new edition based on the other only known and accessible codex of the Ratnaśrīṭīkā, namely an undated Nepalese palm-leaf manuscript written most probably in the twelfth or thirteenth century. Since this manuscript, too, is incomplete and preserves only about one half of the commentary on the second chapter and almost ninety percent of the commentary on the third chapter, enabling us to fill a big lacuna in THAKUR’s and JHA’s edition, it appeared most suitable to focus on the third chapter. This chapter represents beyond doubt the most fascinating and linguistically most demanding part of Daṇḍin’s treatise, in which the figures of sound (śabdālaṃkāra), including sixteen types of riddles (prahelikā), and the ten faults (doṣa) in poetry are treated. Despite its intriguing and sophisticated nature, however, this part of the Kāvyādarśa has not yet been studied extensively and satisfactorily. The present publication provides a reliable textual basis for the study of the third chapter of both the Kāvyādarśa and the Sñan ṅag me loṅ, and facilitates a better understanding of Indian and Tibetan poetics and poetry in general.


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