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Titel:Identifikation funktioneller Erfolgsmaße und Ermittlung von Prädiktoren für ein hohes Reha-Outcome bei Patienten mit Bronchialkarzinom
Autor:Riesenberg, Hendrik
Weitere Beteiligte: Lübbe, Andreas Stephan (Professor Dr. Dr.)
Veröffentlicht:2007
URI:https://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2007/0362
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2007-03627
DOI: https://doi.org/10.17192/z2007.0362
DDC: Medizin, Gesundheit
Titel(trans.):Successful in-patient rehabilitation of lung cancer patients - predictors and outcome
Publikationsdatum:2007-07-12
Lizenz:https://rightsstatements.org/vocab/InC-NC/1.0/

Dokument

Schlagwörter:
Rehabilitatives Training, Bronchialkrebs, Lung cancer rehabilitation, Herzfrequenzvariabilität, Cancer - sports, Heart rate variability, Krebs und Sport, Herzratenvariabilität, Chronisches Ermüdungssyndrom, HRV, EORTC QLQ-C30, Ergometrie, Lebensqualität, Quality of Life assessment

Zusammenfassung:
Das Bronchialkarzinom stellte im Jahr 2004 die häufigste Krebsneuerkrankung in Europa dar. Die Mortalität konnte trotz innovativer Behandlungsmethoden, die sich zum Beispiel durch den Einsatz der Tyrosinkinasehemmer ergeben haben, nicht entscheidend gesenkt werden. Aufgrund fehlender Screeningmethoden und unspezifischer Frühsymptome wird die Erstdiagnose häufig in einem bereits fortgeschrittenen Erkrankungsstadium gestellt. Aus diesem Grund müssen sich die älteren und oftmals multimorbiden Patienten immer unfangreicheren Behandlungen unterziehen, die sowohl erhebliche physische und psychische Schädigungen als auch Funktions- und Partizipationsstörungen mit sich bringen. Dieser Problematik wird mit einem strukturierten und von den Rentenversicherern qualitätsgestützten Rehabilitationsprogramm begegnet. Das Ziel der durchgeführten Studie lag in der Überprüfung der Effizienz einer stationären Rehabilitation bei Patienten mit Bronchialkarzinom. Des Weiteren wurde der Frage nachgegangen, ob die Lebensqualität mit dem funktionellen Status korreliert, oder ob Parameter dieser beiden Bereiche als voneinander unabhängige Erfolgsmaße angesehen werden müssen. Darüber hinaus wurde geprüft, welchen Einfluss die Faktoren Alter, Geschlecht und Motivation der Patienten auf das Outcome der Rehabilitation haben. Die Ergebnisse belegen einen deutlichen Zuwachs an körperlicher Leistungsfähigkeit und Lebensqualität im Verlauf der Rehabilitation. Ebenfalls wurden die Patienten durch die behandelnden Ärzte in ihrem körperlichen und sozialmedizinischen Status am Ende der Reha-Maßnahme erheblich höher eingeschätzt als zu deren Beginn. Diese Daten zeigen den Erfolg und die Bedeutung der Rehabilitation bei Patienten mit Bronchialkarzinom. Des Weiteren konnten, bei einer zwar insgesamt niedrigen Lebensqualität, signifikant positive Korrelationen von Lebensqualität und dem Ausmaß an Fatigue mit einigen funktionellen Parametern ermittelt werden. Sowohl die Leistung am Fahrradergometer, die zurückgelegte Strecke im 6-Minuten-Gehtest als auch die Lungenfunktionsparameter FEV1 und FVC gelten demnach als funktionelle Erfolgsmaße. Die Effizienz der Rehabilitation zeigte sich als unabhängig von Alter und Geschlecht der Patienten, was den Rückschluss zulässt, dass eine stationäre Rehabilitation bei älteren Patienten mit Bronchialkarzinom genauso sinnvoll und indiziert zu sein scheint wie bei jüngeren Patienten. Ein erheblicher Unterschied im Outcome konnte zwischen Patienten mit hoher bzw. geringer Motivation ermittelt werden. Diese Unterschiede sind sowohl in den funktionellen Parametern als auch in der Lebensqualität und dem Ausmaß an Fatigue zu erkennen. Eine gute Motivation gilt daher als Prädiktor für ein hohes Outcome der Rehabilitation.

Summary:
Rationale: 1. Does a standardized submaximal aerobic endurance training improve physiological parameters and quality of life after surgery/radiation therapy against lung cancer? 2. To find out if there was a correlation among the patients´ quality of life and their physical performance. Methods: 45 patients with lung cancer (WHO I-III after surgery and/or radiation treatment) entered a 28-day in-patient rehabilitation programme consisting of a standardized aerobic training programme (submaximal interval training on bicycle ergometer daily, 6 times a week, 30 min., heart rate adjusted). Functional status and the health-related quality of life as well as quality of life (QLQ-C30, QLQ-LC13, SF-36 and MFI-20) were examined at the beginning, within the rehab stay and at day 28. Results: A substantial increase of work performance (bicycle ergometry and the six-minute walking test) could be noticed. Pulmonary function (FEV1, FVC) and haemoglobin rose significantly. Also, heart rates at rest could be reduced and the heart rate variability (measure of efficacy of endurance training) could be raised significantly. Moreover, health-related quality of life significantly improved and fatigue declined. Although total quality of life was low, there were significant positive correlations between quality of life, the extent of fatigue and functional parameters (6-minute walking distance, bicycle performance as well as FEV1 and FVC). In addition, there were no age- or gender-dependent correlations with physical performance, quality of life and the extent of fatigue. Good motivation however, was found to be a predictor for a high rehabilitation outcome. Summary: Taken together, a standardized aerobic endurance training improves physiological and psychological parameters after surgery and/or radiation treatment for lung cancer. Future studies will compare this programme against a control group over a 6-month period.


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