Langzeitbewährung von in klinischen Behandlungskursen durchgeführten prothetischen Versorgungen mit Doppelkronen Eine retrospektive Qualitätsanalyse

Die Versorgung mit Doppelkronen-Prothesen ist in Deutschland eine der häufigsten Therapievarianten des Lückengebisses. In der vorliegenden retrospektiven Studie wurde die Langzeitbewährung von auf Doppelkronen abgestützten Prothesen sowie ihrer Pfeilerzähne evaluiert. Parameter, welche die Langzeitp...

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Main Author: Aryobsei, Hassina
Contributors: Lotzmann, Ulrich (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2020
Zahn-, Mund- u. Kieferheilkunde
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Die Versorgung mit Doppelkronen-Prothesen ist in Deutschland eine der häufigsten Therapievarianten des Lückengebisses. In der vorliegenden retrospektiven Studie wurde die Langzeitbewährung von auf Doppelkronen abgestützten Prothesen sowie ihrer Pfeilerzähne evaluiert. Parameter, welche die Langzeitprognose der Prothese und der Pfeilerzähne beeinflussen könnten, wurden auf ihre Signifikanz hin untersucht. Es wurden die Hypothesen aufgestellt, dass Anzahl und endodontischer Zustand der Pfeilerzähne die Überlebenszeit beeinflussen und dass das Geschlecht und Alter des Patienten sowie die Kieferlokalisation der Prothese keinen Einfluss ausüben. Außerdem wurden Art und Anzahl anfallender Reparatur- und Nachsorgemaßnahmen ausgewertet. Die Studie basierte auf den Daten von 559 Patienten, welche mit 759 Doppelkronen-Prothesen entsprechend dem Marburger-Doppelkronen-Konzept auf 2145 Pfeilerzähnen versorgt wurden. Alle Prothesen wurden im Zeitraum von 1990-2016 in der Prothetischen Abteilung der Philipps-Universität Marburg in studentischen Behandlungskursen unter Aufsicht erfahrener Behandler eingegliedert. Der durchschnittliche Beobachtungszeitraum lag bei 4,2 Jahren mit einem Minimum von einem Jahr und Maximum von 26 Jahren. Die Überlebenszeiten wurden anhand der Kaplan-Meier-Analyse und der multivariaten Cox-Regression ermittelt. Während des Beobachtungszeitraums verloren 14,8% der Prothesen ihre Funktion und 7,5% der Pfeilerzähne wurden extrahiert. Die 5-Jahres-Überlebensrate der Doppelkronen-Prothesen betrug 88% und die der Pfeilerzähne 92%. Den größten Einfluss auf das Überleben der Prothese und der Pfeilerzähne übte die Anzahl der Pfeilerzähne aus. Die Hypothese, dass die Überlebenszeit mit der Pfeileranzahl korreliert, kann somit angenommen werden. Die 5-Jahres-Überlebensrate der Prothese lag für einen Pfeiler bei 66%, bei zwei und drei Pfeilern stieg sie auf 88% und 92%. Prothesen mit 4 oder mehr Pfeilern zeigten nach fünf Jahren eine Überlebensrate von 97%. Für die Pfeilerzähne lag die 5-Jahres-Überlebensrate bei einem Pfeiler bei 85%. Zwei, drei und vier oder mehr Pfeiler zeigten ein Überleben von 88%, 89%, und 96% nach fünf Jahren. Die Hypothese, dass das Alter und Geschlecht des Patienten sowie die Kieferlokalisation keinen Einfluss auf die Überlebenszeit ausübt, muss teilweise abgelehnt werden. Es zeigte sich in dieser Studie signifikant bessere Überlebenswerte für die Prothesen und Pfeilerzähne von jüngeren Patienten. Das Geschlecht des Patienten sowie die Kieferlokalisation korrelierten jedoch nicht mit der Überlebenszeit. Endodontisch unbehandelte Pfeiler zeigten ein signifikant längeres Überleben als wurzelgefüllte und stiftarmierte Pfeilerzähne. Die Hypothese, dass der endodontische Zustand der Pfeilerzähne deren Überlebenszeit beeinflusst, kann somit bestätigt werden 75,0% der Prothesen und 23,3% der Pfeiler benötigten mindestens eine Reparatur- bzw. Nachsorgemaßnahme während der Funktionsperiode. Es wurde eine hohe Anzahl an Maßnahmen ermittelt, welche jedoch größtenteils schnell und kostengünstig durchzuführen waren. Die häufigsten Maßnahmen an der Prothese waren Druckstellenentfernungen gefolgt von okklusalen Korrekturen und indirekten Unterfütterungen. An den Pfeilerzähnen war die Rezementierung gelöster Primärkronen die häufigste Maßnahme. Ihr folgten die Verblendungs¬reparatur und Versorgung frakturierter Pfeilerzähne. Die in dieser Studie ermittelten gute Langzeitergebnisse für Doppelkronen-Prothesen stimmen größtenteils mit den Ergebnissen in der Literatur überein. Insgesamt betrachtet ist die Primärversorgung im Vergleich zu Modellgussprothesen zwar aufwendiger und teurer, korrekt ausgeführt sind Doppelkronen-Prothesen in der Nachsorge und bei weiterem Verlust von Pfeilerzähnen jedoch günstiger als andere prothetische Versorgungen. Vor allem in Bezug auf die Erweiterbarkeit stellen auf Doppelkronen verankerte Prothesen insgesamt betrachtet eine sinnvolle Versorgungsart für teilbezahnte Patienten dar.
Physical Description:116 Pages
DOI:https://doi.org/10.17192/z2020.0352