Umgang mit negativen Emotionen und im Zusammenhang mit paranoiden Überzeugungen. Eine experimentelle Untersuchung.

Schizophrenie gilt mit ihrem häufigsten Symptom Verfolgungswahn als schwere psychotische Störung und auch in der Allgemeinbevölkerung sind Verfolgungsgedanken vertreten. Ausgehend von der Annahme, dass negative Emotionen und im Besonderen Angst in engem Zusammenhang und darüber hinaus einen kausalen...

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Main Author: Roth, Anna Theresa
Contributors: Mehl, Stephanie (Prof. Dr. Dipl.-Psych.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2020
Medizin
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Schizophrenie gilt mit ihrem häufigsten Symptom Verfolgungswahn als schwere psychotische Störung und auch in der Allgemeinbevölkerung sind Verfolgungsgedanken vertreten. Ausgehend von der Annahme, dass negative Emotionen und im Besonderen Angst in engem Zusammenhang und darüber hinaus einen kausalen Einfluss auf die Entstehung und Aufrechterhaltung von Verfolgungswahn nehmen, erscheint es opportun die Regulation negativer Emotionen bei Menschen zu untersuchen. Mit dieser Arbeit sollte untersucht werden, welche Strategien zur Emotionsregulation bei einer gesunden Stichprobe bevorzugt Anwendung finden und unter welchen Strategien die Angstreduktion besser gelingt. Darüber hinaus sollten mögliche Zusammenhänge von Verfolgungsideen mit dem vermehrten Einsatz aufmerksamkeitsgerichteter Strategien herausgestellt werden. An der Studie nahmen 40 Probanden ohne Diagnose einer psychiatrischen Erkrankung teil. Die Daten wurden mithilfe von verschiedenen Fragebögen und anhand eines Computerexperimentes erhoben. Für das Computerexperiment wurde zur Induktion von Angst validiertes Bildmaterial der IAPS-Datenbank eingesetzt. Die induzierte Angst sollte anschließend durch folgende, im Rahmen der Studiensitzung vier erlernte Strategien reguliert werden. Diese wurden in zwei Gruppen eingeteilt: Ablenkung und Anschauen als Strategien unter Einsatz von Aufmerksamkeit; Akzeptanz und Umbewertung als kognitive Strategien. Jeweils vor und nach Strategieanwendung wurden die Probanden zur Einschätzung ihrer Angst und Paranoia auf einer Skala von -3.00 bis +3.00 befragt. Ein signifikantes Ergebnis zeigte sich in der bevorzugten Anwendung von Umbewertung gegenüber der Ablenkung. Es ließ sich kein signifikant habituell bevorzugtes Anwenden von Ablenkung als aufmerksamkeitsgerichtete Strategie bei gesunden Probanden ermitteln, die paranoiden Aussagen eher zustimmen. Bei Probanden mit erhöhten Zustimmungswerten paranoider Überzeugungen konnte im Vergleich zu solchen mit niedrigeren Zustimmungswerten kein schlechteres Gelingen der Angstreduktion bei Verwendung der Strategie Umbewertung gezeigt werden. Weiter konnte nicht gezeigt werden, dass Probanden mit höheren Zustimmungswerten zu paranoiden Überzeugungen gegenüber solchen mit geringeren Zustimmungswerten unter Einsatz der Strategie Ablenkung weniger erfolgreich zur Angstreduktion sind. Für die weitere Forschung im Bereich der Emotionsregulation wird der Einsatz multimethodaler Messinstrumente postuliert, um sowohl emotionsübergreifende als auch emotionsspezifische Emotionsregulations-Kompetenzen erfassen zu können. Einen weiteren Forschungsgegenstand sollte die differenzierte Untersuchung von Defiziten in der Emotionsregulation bilden. Zusätzlich besteht die Überlegung, Training zur Emotionsregulation im klinischen und subklinischen Bereich in Therapiekonzepte zu integrieren sowie nicht-klinischen Gruppen zugänglich zu machen.
Physical Description:133 Pages
DOI:https://doi.org/10.17192/z2020.0316