Operative Korrektur des 1. Strahls am Fuß – Evaluation des verwendeten Implantats und des klinisch-funktionellen Outcomes

Fragestellung: Die Behandlung von Erkrankungen des Fußes hat in den letzten Jahren einen erheblichen Wandel erfahren. Rekonstruktive und gelenkerhaltende Verfahren stehen zunehmend im Vordergrund. Behandlungsziel ist ein schmerzfreier Fuß mit möglichst physiologischem Erhalt der Funktion. Hierzu s...

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Main Author: Ruden, Janine
Contributors: Furmann, Renée Andrea (PD Dr. med.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2019
Operative Medizin
Subjects:
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Description
Summary:Fragestellung: Die Behandlung von Erkrankungen des Fußes hat in den letzten Jahren einen erheblichen Wandel erfahren. Rekonstruktive und gelenkerhaltende Verfahren stehen zunehmend im Vordergrund. Behandlungsziel ist ein schmerzfreier Fuß mit möglichst physiologischem Erhalt der Funktion. Hierzu stehen heutzutage moderne,anatomisch adaptierte winkelstabile Titanplatten und Osteosynthesematerialien zur Verfügung. In der aktuellen Literatur mangelt es an Studien zur Analyse der Patientenzufriedenheit nach operativen Eingriffen am ersten Strahl des Fußes und der Sicherheit der verwendeten Implantate. Methodik: In einer retrospektiven Studie erhielten Patienten, welche im Zeitraum 05/2012 bis 08/2015 am Universitätsklinikum Marburg aufgrund eines Hallux valgus und / oder Hallux rigidus mit drei verschiedenen Titanimplantaten der Firma Merete Medical GmbH (Berlin) operiert wurden, einen standardisierten Patientenfragebogen zugeschickt. Der Versand der Unterlagen erfolgte im Dezember 2016 gestaffelt über das Postamt des Klinikums. Evaluiert werden sollte zum einen die subjektive Zufriedenheit in Korrelation mit dem Operationsergebnis (Visual Analog Skala für Fuß und Sprunggelenk, VAS FA). Zum anderen sollten implantat-assoziierte Probleme wie Spätkomplikationen, Materialkonflikte, Metallentfernungsraten mittels eines eigens erstellten Fragebogen untersucht werden. Die Gestaltung des Fragebogens erfolgte in Anlehnung an den Foot and Ankle Outcome Score und den Foot Function Index. Als Zeitpunkt des Studienabschlusses der Befragung wurde der 30. April 2017 festgelegt. Zusätzlich wurden alle Patientenakten hinsichtlich Metallentfernungsrate, Ursachen für die Metallentfernung und zeitlichem Verlauf relevanter radiologischer Winkel auf den belasteten a.-p. Röntgenaufnahmen nachuntersucht. Ergebnisse: Bei insgesamt 104 Patienten wurden im Studienzeitraum fußchirurgische Operationen am ersten Strahl mit den ausgewählten Implantaten durchgeführt. 54 Patientenfälle (11 Männer, 43 Frauen) konnten nach Rücklauf der Fragebögen ausgewertet werden. Diese Rückläufer verteilten sich zahlenmäßig auf folgende OP-Verfahren und Implantate: Großzehengrundgelenk-Arthrodese (Implantat: MetaFixTM MTP-Platte [n = 7]), Lapidus-Arthrodese (Implantat: MetaFixTM Plantar BG10-Platte [n= 17]), modifizierte Chevron-Osteotomie [n = 28] und Scarf-Osteotomie [n = 2] (Implantat: DuoThreadTM Scarf-Schraube). Eine Materialentfernung wurde bei insgesamt zehn Patienten (18,5%) durchgeführt. Hauptgrund waren mit 60% anhaltende Schmerzen, persistierende Schwellungen und Gewebsreizungen. Von den 44 Patienten, bei denen keine Implantatentfernung zum Nachuntersuchungszeitpunkt durchgeführt wurde, zogen 18,2 % diese in Erwägung. Ein Patient wünschte auch ohne implantatassoziierte Komplikationen die Entfernung des Materials. Bei zwei Patienten kam es nach erfolgter Lapidus-Arthrodese zu einem Bruch der zusammen mit der MetaFixTM Plantar BG10-Platte implantierten interfragmentären Schraube. Die Patientengruppe mit später erfolgter Metallentfernung zeigte signifikant niedrigere Werte auf den Schmerz und Funktionalitätsscores in Relation zu den operierten Patienten mit noch verbliebenem Implantat (p < 0,05). VAS FA und subjektiv empfundenes kosmetisches Ergebnis korrelierten signifikant miteinander (p < 0,05). Die Arthrodese am Großzehengrundgelenk wurde hinsichtlich des kosmetischen Ergebnisses, die modifizierte Chevron-Osteotomie hinsichtlich des VAS FA mit den höchsten Punktwerten von den operierten Patienten evaluiert. Schlussfolgerungen: Die von uns erhobene Implantatentfernungsrate steht im Einklang mit den Ergebnissen in der internationalen Literatur. Eine Materialentfernung am ersten Strahl sollte bei jedem Patienten individuell und gründlich abgewogen werden. Unsere Studiendaten verdeutlichen, dass bereits präoperativ die Patienten über das jeweilige Implantat, dessen möglichen Einfluss auf die Funktionalität und die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Operation zur Entfernung des Implantats aufgeklärt werden sollten. Die untersuchten Implantate der Firma Merete Medical GmbH (Berlin) sind als sicher zu werten.
Physical Description:116 Pages
DOI:https://doi.org/10.17192/z2019.0385