Die deutsche Adaptation der Conners Early Childhood Scales – Ein Beitrag zur klinisch-psychologischen Diagnostik im Frühkindesalter

psychische Störungen bei Kindern im Alter von zwei bis sechs Jahren hin. Es konnte gezeigt werden, dass die gebräuchlichen Klassifikationen nach dem DSM-5 bzw. dem ICD-10 (unter störungsspezifischen Anpassungen) auch für das frühe Kindesalter genutzt werden können. Schwierigkeiten in der Klassifikat...

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Main Author: Harbarth, Simon
Contributors: Christiansen, Hanna (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2019
Psychologie
Subjects:
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Description
Summary:psychische Störungen bei Kindern im Alter von zwei bis sechs Jahren hin. Es konnte gezeigt werden, dass die gebräuchlichen Klassifikationen nach dem DSM-5 bzw. dem ICD-10 (unter störungsspezifischen Anpassungen) auch für das frühe Kindesalter genutzt werden können. Schwierigkeiten in der Klassifikation, die eine Anpassungen allerdings erforderlich machen, ist bspw. die schnelle intrapersonelle Entwicklung des Frühkindesalters sowie die Abgrenzung von auffälligem zu entwicklungsadäquatem Verhalten. Ein normativer Vergleich mittels validierter Messverfahren von Verhalten und Entwicklung zur Identifikation psychischer Erkrankung erscheint daher sinnvoll. Die vorliegende Arbeit stellt die Validierungsstudie der Conners Early Childhood Scales vor, welche diese beiden Bereiche in einem Verfahren abbildet. Methode: In der Normierungsstudie der deutschsprachigen Conners EC wurden insgesamt 720 Elternurteile sowie 599 Erzieherurteile im gesamten Bundesgebiet erhoben, wobei auf eine gleiche Geschlechterverteilung sowie Altersverteilung geachtet wurde. Zusätzlich wurden der Strengths & Difficulties Questionnaire (SDQ) und der Verhaltensbeurteilungsbogen für Vorschulkinder (VBV 3-6) erhoben. Insgesamt 43 Kinder wurden ebenfalls mit dem Beobachtungsbogen für Kinder im Vorschulalter (BBK 3-6) untersucht. Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Überprüfung der Gütekriterien der deutschen Adaptation der Conners EC. Die erhobenen Daten wurden mittels Bestimmung der internen Konsistenz und Reliabilität sowie korrelativer Analysen überprüft. Zur Prüfung der Validität wurden konfirmatorische und explorative Faktorenanalysen sowie Kovarianzanalysen durchgeführt. Ergebnis: Es kann von zufriedenstellender Durchführungs-, Auswertungs-, und Interpretationsobjektivität ausgegangen werden. Für die Reliabilität zeigten sich über fast alle Skalen akzeptable bis sehr gute Werte der internen Konsistenz. Die Retest-Reliabilität lag in einem akzeptablen Bereich. Hinsichtlich der Validität konnte die postulierte Faktorenstruktur innerhalb der Verhaltensskalen der Originalversion konfirmatorisch repliziert werden. In explorativen Analysen fanden sich für die Elternversion der Conners EC zusätzliche Faktoren. Innerhalb der Entwicklungsmeilensteinskalen konnte in explorativen Analysen ein globaler Faktor „allgemeine Entwicklung“ für beide Versionen (Eltern und Erzieher) ermittelt werden. In der varianzanalytischen Berechnung zeigte sich ein Einfluss des Alters, des Geschlechts, des Bildungsstands der Eltern sowie der Vorstellung in einer klinischen Einrichtung auf die Beurteilung der Kinder durch Eltern und Erzieher. Diskussion: Im Allgemeinen kann die Validierung der deutschen Adaptation als zufriedenstellend angesehen werden. Die berichteten Kennwerte der Originalversion der Conners EC konnten anhand der erhobenen Stichprobe (mit geringen Änderungen) repliziert werden. Kritische Aspekte der Konzeption der Conners EC, wie bspw. eine ungenaue Angabe zur Erstellung des Itempools sowie die Strukturierung und Überprüfung der Faktorenstruktur werden diskutiert. Die größte Limitation der Studie stellt die begrenzte Repräsentativität der Normstichprobe dar sowie die ungenaue Erfassung der klinischen Substichprobe. Forschungsfragen in Bezug auf die Conners EC bleiben u. a. die Erfassung spezifischer klinischer Störungsbilder zur Bestimmung der Sensitivität bzw. Spezifität des Verfahrens sowie die Ermittlung einer umfassenderen Faktorenstruktur in Bezug auf die Verhaltensskalen sowie der Entwicklungsmeilensteine.
Physical Description:254 Pages
DOI:https://doi.org/10.17192/z2019.0213