Glasfaserverstärkte Komposite: Eine In-vitro-Studie zur Beurteilung der Belastungsfähigkeit im Vergleich zu einem herkömmlichen Komposit

1.1.1 Hintergrund und Ziele Sog. glasfaserverstärkte Komposite (Fiber Reinforced Composites=FRCs) sind dentale Füllungskomposite, die für die restaurative Versorgung großflächiger posteriorer Kavi-täten zum Einsatz kommen. Sie zeichnen sich durch ihr biomimetisches Verhalten aus und wurden mit dem...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Kretschmer, Désirée
Beteiligte: Frankenberger, Roland (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2017
Zahn-, Mund- u. Kieferheilkunde
Schlagworte:
FRC
REM
TMB
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:1.1.1 Hintergrund und Ziele Sog. glasfaserverstärkte Komposite (Fiber Reinforced Composites=FRCs) sind dentale Füllungskomposite, die für die restaurative Versorgung großflächiger posteriorer Kavi-täten zum Einsatz kommen. Sie zeichnen sich durch ihr biomimetisches Verhalten aus und wurden mit dem Ziel entwickelt sowohl eine Randspaltbildung als auch das Fortschreiten eines durch hohe Kaubelastung auftretenden Schmelzrisses durch Imitation der belastungspuffernden Eigenschaften der Schmelz-Dentin-Grenze zu ver-hindern. Ziel der vorliegenden In-vitro-Studie ist die Belastungsfähigkeit von zwei FRCs (XENIUS® base und everX Posterior™) mit einem herkömmlichen Komposit (Heliomolar®) im Hinblick auf Randspaltbildung vor und nach thermo-mechanischer Belastung (TMB) zu vergleichen. 1.1.2 Material und Methode 40 extrahierte, intakte menschliche Weisheitszähne wurden mit je einer tiefen mesio-okkluso-distal Präparation versehen und die tragenden Höcker um 3 mm reduziert. Im Anschluss wurden die Zähne in 5 Gruppen (n=8) eingeteilt und inkrementell mittels verschiedener Komposite gefüllt (Gruppe 1: reines Heliomolar®; Gruppe 2: reines XENIUS® base ; Gruppe 3: reines everX Posterior™; Gruppe 4: XENIUS® base Kern mit 2 mm Heliomolar® Abschlussschicht; Gruppe 5: everX Posterior™ Kern mit 2 mm Helio-molar® Abschlussschicht). Um ein Austrocknen der Zähne zu verhindern wurden diese in einer 0,1 %igen Thymollösung aufbewahrt. Die Wurzelspitzen wurden 3 mm apikal der Schmelz-Zement-Grenze gekürzt. Mit Hilfe von Doppelmischabformungen wurden Epoxid-Kunststoff-Replika vor und nach thermo-mechanischer Belastung (100000 x 50 N und 2500 Thermozyklen zwischen 5 und 55 °C) angefertigt. Die Randspalten der approxi-malen Füllungsabschnitte wurden mittels Bildgebung eines Rasterelektronenmikroskops (REM) bei 200facher Vergrößerung vermessen. Die Auswertung und die statistische Analyse der gewonnenen Daten erfolgte mittels des Programms SPSS 17.0 (Superior Performing Software System). 1.1.3 Ergebnisse Die künstliche Alterung der Probenzähne durch TMB führte in allen Gruppen zu einer signifikanten Verschlechterung der Randkontinuität. Die Probenzähne der Gruppe 2 (reines XENIUS® base) zeigten die signifikant schlechtesten Werte der Randqualität (79,2 %). Auch die Probenzähne der Gruppe 3 (reines everX Posterior™) hatten nach TMB eine Randkontinuität von nur 85,2 %. Bessere Werte zeigten die Gruppen 1, 4 und 5. Die Verwendung von everX Posterior™ in Kombination mit dem Komposit Heliomolar® (Gruppe 5) wiesen bei den großflächigen Klasse-II Kavitäten eine Randkontinuität von 90,3 % auf. Bei der Verwendung des herkömmlichen Komposits (Gruppe 1) wurde ein kontinuierlicher Rand von 92,3 % festgestellt. Das beste Ergebnis hatten die Proben-zähne der Gruppe 4 mit einem perfekten Rand von 94,3 %. Die Ergebnisse vor TMB zeigten einen perfekten Füllungsrand von 100 % in allen fünf Gruppen. 1.1.4 Praktische Schlussfolgerungen Die gewonnenen Ergebnisse dieser In-vitro-Studie lassen die Aussage zu, dass die Applikation von glasfaserverstärkten Kompositen im Vergleich zur Füllungstherapie mit einem herkömmlichen Komposit keine signifikante Verbesserung der Belastungsfähig-keit von Molaren mit großflächigen Klasse-II Kavitäten zeigt.
Beschreibung:100 pages.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2017.0594