Stellenwert der kontrastmittelunterstützten Sonographie im Vergleich zur konventionellen B-Bild Sonographie in der Darstellung von Milzlazerationen bei Patienten mit traumatischen und nicht-traumatischen Milzverletzungen: eine retrospektiv deskriptive Studie

Das Krankheitsbild der traumatischen Milzverletzungen wurde bereits in vielen Studien untersucht und beschrieben (Tinkoff et al., 2008). Dahingegen treten die spontanen Milzverletzungen sehr viel seltener auf, Symptomatik, Diagnostik, Therapie und Verlauf wurden nur ver...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
1. Verfasser: Rosling, Mascha
Beteiligte: Görg, Christian (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2017
Medizin
Ausgabe:http://dx.doi.org/10.17192/z2017.0206
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Zusammenfassung:Das Krankheitsbild der traumatischen Milzverletzungen wurde bereits in vielen Studien untersucht und beschrieben (Tinkoff et al., 2008). Dahingegen treten die spontanen Milzverletzungen sehr viel seltener auf, Symptomatik, Diagnostik, Therapie und Verlauf wurden nur vereinzelt beschrieben (Cölle, 2003; Weaver et al., 2013; Wehbe et al., 2008). In dieser retrospektiven Studie wurden die Krankeitsbilder von 62 Patienten mit traumatischen und spontanen Milzverletzungen, die in einem gleichen Zeitraum in einem universitären Ultraschallabor diagnostiziert wurden, miteinander verglichen und analysiert. Der Fokus des Vergleiches lag auf der Klinik, dem sonographischen Erscheinungsbildes und Grading (sowohl im B-­‐Bild US als auch in der CEUS), der Therapie und dem Verlaufs. Es konnten deutliche Unterschiede bei den klinischen Daten hinsichtlich Alter, Grunderkrankungen und Verlauf gezeigt werden. So waren Patienten mit traumatischen MV jünger, hatten keine Splenomegalie, keine maligne Grundkrankheit und keine verletzungsbedingte Mortalität. Patienten mit spontaner MV waren älter, zeigten häufiger eine Splenomegalie, hatten vermehrt eine maligne Grunderkrankung und eine erhöhte Mortalität innerhalb der ersten vier Wochen nach Diagnose einer MV. Im sonographischen Erscheinungsbild konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen traumatischen und spontanen Milzverletzungen festgestellt werden: Es handelt sich weitgehend um fokale, intraparenchymatös lokalisierte, vorwiegend echoarme oder isoechogene Läsionen. Sie weisen sich durch Inhomogenität in ansonsten homogenem Milzgewebe aus. In der CEUS heben sich MV durch fokale homogen echofreie Läsionen bzw. Areale mit fehlender Kontrastmittelanreicherung im Vergleich zum umgebenden Milzgewebe ab. Schwerwiegende Komplikationen wie Grad 4 Lazerationen traten in beiden Gruppen gleich häufig auf. Hinsichtlich des Stellenwert der CEUS im Vergleich mit der B-­‐Bild Sonographie konnte bestätigt werden, dass die CEUS der B-­‐Bild-­‐Sonographie überlegen war was die sichere Diagnosestellung und dem Grading der Milzverletzung betraf. Die CEUS beeinflusste in Subgruppen die Therapiewahl. Bei jedem Verdacht auf eine Milzverletzung sollte eine CEUS durchgeführt werden. Die Häufigkeit von unterschiedlichen Therapiemaßnahmen wie Splenektomie, interventionelle radiologische Prozeduren und klinisch/sonographischen Verlaufskontrollen variierten zwischen spontanen und traumatischen MV nicht. Abschließend kann gesagt werden, dass sich das Krankheitsbild der spontanen Milzverletzungen vor allem hinsichtlich der Klinik, dem Verlauf und der Prognose deutlich von dem Krankheitsbild der traumatischen Milzverletzungen unterscheidet. Hinsichtlich des sonographischen Erscheinungsbild im B-­‐Bild und CEUS zeigen sich identische Verletzungsmuster.
DOI:http://dx.doi.org/10.17192/z2017.0206