Mediation in Intergroup Conflict: The Role of Empathy Between Conflict Parties

Conflict mediation is a structured intervention by an impartial mediator, which aims at the conflict resolution by facilitating communication between two or more conflict parties (e.g., Kressel, 2006; Moore, 2003). Impartiality of the mediator means that she or he is not involved and does not take s...

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Main Author: Gutenbrunner, Lisa
Contributors: Wagner, Ulrich (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:English
Published: Philipps-Universität Marburg 2017
Psychologie
Subjects:
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Table of Contents: Mediation wird in vielen Gesellschaftsbereichen angewandt, um Konflikte zwischen Einzelpersonen oder Gruppen zu bearbeiten (z.B. Bastine & Wetzel, 2000; Bercovitch & Fretter, 2007; Bingham et al., 2002; Burrell, Grimes, & Allen, 2014; DeRouen et al., 2011; Hiltrop, 1989; LaPlant Turkiewicz & Allen, 2014). Mediation ist ein strukturiertes Verfahren der Konfliktbehandlung, das durch vermittelnde Tätigkeit einer oder mehrerer allparteilicher Drittparteien, den Mediatorinnen oder Mediatoren, eine gütliche Konfliktlösung anstrebt (z.B. Ballreich & Glasl, 2011; Mattenschlager & Meder, 2004). Insbesondere im Bereich der Intergruppenkonflikte (d.h. der wahrgenommenen Konkurrenz zwischen Gruppen, Tajfel & Turner, 1979) stehen überzeugende Nachweise zur Effektivität von Mediation jedoch noch aus (z.B. Pruitt, 2011). Mediation wurde sowohl im Rahmen von Feldforschung als auch im Rahmen von Laborexperimenten evaluiert (z.B., Esser & Marriott, 1995). Die Ergebnisse der Mediationsevaluation im Feld sind in aller Regel hoch extern valide. Die interne Validität ihrer Befunde ist jedoch häufig fraglich: Da größtenteils keine Kontrollgruppen-Designs verwendet werden, kann eine Konfliktlösung nicht kausal auf den Einsatz von Mediation zurückgeführt werden (z.B. Wall & Dunne, 2012). Die Ergebnisse der Laborexperimente hingegen sind überwiegend hoch intern valide, jedoch wurden diese für ihre mangelnde externe Validität kritisiert. In Laborexperimenten werden für gewöhnlich Konflikte simuliert und hoch standardisierte, vereinfachte Mediationsverfahren von Laien durchgeführt. Es stellt sich daher die Frage, ob sich die Ergebnisse auf eine professionelle Mediationspraxis übertragen lassen (z.B. Esser & Marriott, 1995; Ruble & Cosier, 1982). Insgesamt ist in der Forschung die Verein¬barungs¬rate (agreement rate, d.h. der Anteil der Mediationsfälle, der mit einer Vereinbarung endet) am weitesten verbreitet, um Mediationserfolg zu operationalisieren (z.B. Herrman, 2006). Da jedoch auch Mediationen ohne Vereinbarung wertvolle Prozesse zwischen den Konfliktparteien anstoßen können, wurde eine Verbesserung ihrer Beziehung als alternatives Erfolgskriterium vorgeschlagen (z.B. Bush & Folger, 2004; Hedeen, 2004; McGillis, 1997). Des Weiteren schränkt eine häufig mangelnde Reliabilität der eingesetzten Messinstrumente in Feld- und Laborstudien die Güte von Evaluations¬ergeb¬nissen ein. Mit der vorliegenden Arbeit möchten wir einen Beitrag leisten, die oben ange¬deuteten Forschungslücken zu bearbeiten. Im Rahmen dreier Experimente bestätigten wir die Hypothese, dass Mediation die positiven Intergruppeneinstellungen im Konflikt fördert. Dieser Effekt wurde über ein erhöhtes Maß an Empathie zwischen den Konfliktparteien vermittelt. Es ließ sich zeigen, dass der Einsatz einer Mediatorin oder eines Mediators dabei eine entscheidende Rolle spielte. Die Anwendung von Perspektivübernahmetechniken hatte darüber hinaus eine positive Wirkung auf die Einstellung und Empathie zwischen den Mitgliedern von Gruppen im Konflikt. Das experimentelle Design der drei Studien erlaubt hoch intern valide Rückschlüsse auf die Effektivität von Mediation in Intergruppenkonflikten (vgl. Shadish et al., 2002). Die Durch¬führung der Mediation durch eine professionelle Mediatorin oder einen professionellen Mediator in (teilweise) realen Konflikten erhöhte darüber hinaus die externe Validität der Ergebnisse. Schließlich wurden die Ergebnisse aller Studien mit Hilfe von Struktur¬gleichungs¬modellen ausgewertet, was eine reliable Testung der Effekte ermöglichte (vgl. Brown, 2006). Angesichts dieser Befundlage können wir Praktikerinnen und Praktiker dazu ermutigen, Mediation in Intergruppenkonflikten durchzuführen, um die Intergruppen¬beziehung zu verbessern. Dabei ist es empfehlenswert, Perspektiv¬übernahme¬techniken durch¬zuführen, um die wechselseitige Empathie zu unterstützen und positivere Intergruppeneinstellungen zu fördern. Im Kontext von Inter-gruppen¬konflikten mit asymmetrischen Machtverhältnissen zwischen den Gruppen erscheint es jedoch lohnenswert, in zukünftigen Studien den ersten Hinweisen nach¬zugehen, dass die Relevanz von Empathie und dem Gefühl, gehört zu werden, für Minoritäten und Majoritäten unterschiedlich ist (vgl. Bruneau & Saxe, 2012). Insgesamt könnte es sich darüber hinaus lohnen, weitere psychologische Prozesse erfolgreicher Konflikt¬mediation zu untersuchen. Beispielsweise weisen einige Autorinnen und Autoren auf die Bedeutung der Zunahme von Vertrauen zwischen den Konfliktparteien hin, um Inter¬gruppenkonflikte zu lösen (z.B. Kelman, 2005; Kramer & Carnevale, 2003).