Implizite Einstellungen zu Alkohol bei Patienten nach stationärer Entgiftung

Das Ziel dieser Arbeit bestand in der Erweiterung der bisher im Rah-men von gesunden Probanden erforschten Zusammenhänge impliziter Alkoholkognitionen und Trinkverhalten auf ein Studienkollektiv alko-holabhängiger Probanden mit Hilfe eines bipolaren Impliziten Assozia-tionstests (IAT). Eswurden Zusa...

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Main Author: Aydin, Derya Sehrazat
Contributors: Kircher, Tilo (Prof. Dr. med.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2016
Medizinische Psychologie
Subjects:
IAT
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Das Ziel dieser Arbeit bestand in der Erweiterung der bisher im Rah-men von gesunden Probanden erforschten Zusammenhänge impliziter Alkoholkognitionen und Trinkverhalten auf ein Studienkollektiv alko-holabhängiger Probanden mit Hilfe eines bipolaren Impliziten Assozia-tionstests (IAT). Eswurden Zusammenhänge zwischen impliziten Al-koholeinstellungen und Laborparametern, suchtanamnestischen Da-ten, expliziten Maßen der Alkoholeinstellungen, alkoholrelatierten Fragebögen und neuropsychologischen Kennwerten betrachtet.Die Labormarker CDT, γGT und MCV zeigten gemischte Resultate im Hinblick auf ihre Korrelation mit den gefundenen IAT-Effekten. So scheinen sich γGT und MCV nicht zur Bewertung impliziter Alkohol-kognitionen zu eignen, während der Labormarker CDT im Patienten-kollektiv mit dem IAT-Effekt korrelierte. Auch bei der Vorhersage des CDT konnte der IAT hier über explizite Alkoholeinstellungen hinaus zusätzliche Varianz aufklären.Es konnten Zusammenhänge zwischen erhöhten Summenscores im klinischen Alkoholismus-Fragebogen MALT und positiven impliziten Alkoholkognitionen gefunden werden. Ein gefundener quadratischer Zusammenhang zwischen Trinkmenge und IAT-Effekten bei gesunden Probanden konnte im Patientenkollek-tiv nicht repliziert werden. Es zeigte sichkein Zusammenhang zwi-schen weiteren expliziten Maßen von Alkoholkognitionen und dem IAT, was auf die Verschiedenartigkeit der zugrunde liegenden Konzep-te zurückgeführt wird. Die Ergebnisse dieser Studie unterstützen Theorien der dualen kognitiven Verarbeitung suchtbezogener Reize sowie die Theorie des Incentive Sensitization von Substanzabhängig-keit und zeigen Unterschiede zwischen impliziten Alkoholkognitionen bei Patienten im Gegensatz zu gesunden Alkoholkonsumenten auf. Es bestätigt sich erneut, dass der Alkoholabhängigkeit ein komplexes Bedingungsgefüge zugrunde liegt, in der einzelne Faktoren summativ die implizite Einstellung bezüglich des Suchtmittels Alkohol prägen.
Physical Description:107 Pages
DOI:https://doi.org/10.17192/z2016.0760