Auswertung von Ringversuchen zur zytologischen Knochenmark-Diagnostik der Gesellschaft zur Förderung der Qualitätssicherung in medizinischen Laboratorien e.V. (INSTAND)

Auswertung von Ringversuchen zur zytologischen Knochenmark-Diagnostik der Gesellschaft zur Förderung der Qualitätssicherung in medizinischen Laboratorien e.V. (INSTAND) Einleitung: Die zytomorphologische Untersuchung von hämatologischen Erkrank-ungen ist ein bedeutsames diagnostisches Werkzeug. Di...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Rotermund, Markus
Beteiligte: Neubauer, Andreas (Prof. Dr. med.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2016
Innere Medizin
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Auswertung von Ringversuchen zur zytologischen Knochenmark-Diagnostik der Gesellschaft zur Förderung der Qualitätssicherung in medizinischen Laboratorien e.V. (INSTAND) Einleitung: Die zytomorphologische Untersuchung von hämatologischen Erkrank-ungen ist ein bedeutsames diagnostisches Werkzeug. Die Qualität der Diagnostik ist Schwerpunkt des Ringversuches. Insgesamt wurden 1772 Einzelpräparate erstellt und bewertet. Die Bewertungen erfolgten abhängig von der Art des Fehlers und dem Schweregrad der Erkrankung. Alltägliche Erfordernisse an die Zytomorphologie und realistische, klinische Bewertungsmaßstäbe an Diagnose und die Bedeutung für den Patienten flossen in die Beurteilung ein. Unter Berücksichtigung der WHO-Klassifikationen und der gesetzlichen Rahmenbedingungen für Qualitätssicherung wurden die Ergebnisse diskutiert. Methoden: Die Auswahl und Bewertung der Präparate erfolgte zunächst durch einen Referenzzytomorphologen. Unter Zuhilfenahme eines Fragebogen und weniger Zusatzangaben, sollte die Teilnehmer eine zytomorphologische Diagnose erstellen. Die Teilnehmer erhielten abschließend Ergebnis und Fehleranalyse zum Teil durch Videoprints der Präparate erläutert. Die Fehleranalyse war auf die Labore beschränkt, die über 70% der Gesamtpunktzahl erreicht haben. Ergebnisse: Die Diagnosen und Fehlerquoten verteilen sich über 4 Schweregrade mit einer Spannbreite zwischen 0,0 % bis 35,1 %. Ungewöhnlich hoch sind die Quoten bei Nomalbefunden (16,1 %) und myeloproliferative Neoplasien (10,0 %), letztere trotz eindeutigen Laborvorgaben wie z.B. einer deutlichen Thrombozytose über längere Zeit. Falsche Diagnosen finden sich bei der hämolytischen Anämie in 13,9 % und bei der megaloblastären Anämie in 15,1 %, wobei in diese in den meisten Fällen mit einer Myelodysplasie verwechselt worden sind. Bei den Fällen von Myelodysplasien findet sich insgesamt eine Fehlerrate von 23,5 %. Die Fehlerrate bei den MDS-Subtypen liegt bei RARS (11,5 %), RAEB (35,1 %) und 5q-Minus-Syndrom (34,6 %). Bei der akuten Leukämie reicht die Fehlerrate bis 5,6 %. Der Remissionsstatus der AML (7,9 %) und der akuten lymphatischen Leukämie (10,6 %) stellt eine Herausforderung dar, vor allem bei der AML M4 E0. In diesem speziellen Fall haben nur 17,2 % der Teilnehmer ein frühes Rezidiv diagnostiziert. Von einem anderen Blickwinkel aus betrachtet sind Diagnosen, wenn sie von den Teilnehmer gestellt wurden, wie MDS vom Typ RAEB, in 87,9 % der Fälle richtig. Bei reaktiven Veränderungen liegt die Quote der richtigen Diagnose aber nur bei 10,6 %. Ausblick: Neben weitreichenden Fortbildungsangeboten sollte ein Expertenpanel, wie in den laufenden Studien z.B. der CLL- oder AML-Studiengruppe, zur Erstellung einer Referenzdiagnose zur Verfügung stehen. Moderne digitale Medien können helfen die notwenigen Arbeitsabläufe zu vereinfachen.
Beschreibung:100 pages.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2016.0466