Raumzeitliche Mobilitätsdynamiken im Kontext wissensintensiver Arbeit - Zur theoretisch-konzeptionellen Fundierung und empirischen Analyse von Dynamisierung und Flexibilisierung der berufsbedingten zirkulären Mobilität von Wissensarbeitenden

Der wissensbasierte sozioökonomische Strukturwandel ist in der sozialwissenschaftlichen Forschung inzwischen weitgehend anerkannt. In hochentwickelten Ländern findet eine kontinuierliche Verschiebung hin zu forschungs- und wissensintensiven Wirtschaftszweigen statt und wissensintensive Tätigkeiten g...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
1. Verfasser: Kohl, Hendrik
Beteiligte: Strambach, Simone (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2016
Geographie
Ausgabe:http://dx.doi.org/10.17192/z2016.0463
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Zusammenfassung:Der wissensbasierte sozioökonomische Strukturwandel ist in der sozialwissenschaftlichen Forschung inzwischen weitgehend anerkannt. In hochentwickelten Ländern findet eine kontinuierliche Verschiebung hin zu forschungs- und wissensintensiven Wirtschaftszweigen statt und wissensintensive Tätigkeiten gewinnen an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund rückt auch Wissensarbeit in jüngerer Zeit vermehrt in den wissenschaftlichen Fokus – auch der räumlichen Forschung. Die Alltagsmobilität von Wissensarbeitenden war jedoch bislang kaum Gegenstand systematischer wissenschaftlicher Untersuchungen. Dabei gibt es zahlreiche Hinweise in verschiedenen Forschungssträngen, dass die raumzeitliche Organisation von Wissensarbeit im Vergleich zu stärker materiell geprägten Tätigkeiten anderen Mechanismen unterliegt. Wie sich diese Prozesse aber auf die „alltägliche“ berufsbedingte zirkuläre Mobilität von Wissensarbeitenden auswirken, ist eine bislang noch weitgehend offene Frage und die wissenschaftlichen Forschungs- und Diskussionsstränge sind bislang unverbunden. An dieser Forschungslücke setzt die Arbeit an und geht sowohl auf theoretisch-konzeptioneller als auch empirischer Ebene der Frage nach, wie Wissensarbeit und ihre spezifischen Tätigkeiten die berufsbedingte zirkuläre Mobilität beeinflussen. Durch die Zusammenführung von Erkenntnissen aus der räumlichen Innovations- und Wissensforschung und der Mobilitätsforschung werden Synergiepotenziale genutzt, die es ermöglichen, die fluiden raumzeitlichen Bindungen von Wissensarbeit und ihre komplexen Implikationen für die berufsbedingte zirkuläre Mobilität differenzierter zu analysieren. Darauf aufbauend werden neue Operationalisierungsansätze entwickelt, um die analysierten konzeptionellen Zusammenhänge empirisch systematisch zu untersuchen. Die Ergebnisse aus zwei repräsentativen Online-Surveys mit Wissensarbeitenden aus dem Wissenschaftsbereich der Universitätsstädte Göttingen und Marburg zeigen, dass die berufsbedingte zirkuläre Mobilität von Wissensarbeitenden durch räumliche und zeitliche Dynamiken und Flexibilisierungstendenzen charakterisiert ist, die in signifikantem Zusammenhang mit der Wissensintensität der Tätigkeiten stehen. So wird festgestellt, dass die berufsbedingte zirkuläre Mobilität von Wissensarbeitenden neben einer höheren Intensität auch von qualitativen Merkmalen wie einer zeitlichen Diskontinuität im Tages- und Wochengang geprägt ist. Zudem wird die Arbeit deutlich öfter an verschiedenen Orten ausgeübt und Dienst- und Geschäftsreisen finden öfter über verschiedene räumliche Skalen hinweg statt.
Beschreibung:151 pages.
DOI:http://dx.doi.org/10.17192/z2016.0463