Mechanisms of Fatigue in Everyday Life

Es handelt sich bei dem Dokument um eine kumulative Dissertation, die einen Übersichtsartikel und drei empirische Studien umfasst. In Form des Übersichtsartikels wurde zunächst ein Überblick über die prominentesten Beispiele von Definitionen von Erschöpfungssyndromen (Neurasthenie, das chronische E...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
1. Verfasser: Dörr, Johanna M.
Beteiligte: Nater, Urs M. (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Englisch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2016
Psychologie
Ausgabe:http://dx.doi.org/10.17192/z2016.0363
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Zusammenfassung:Es handelt sich bei dem Dokument um eine kumulative Dissertation, die einen Übersichtsartikel und drei empirische Studien umfasst. In Form des Übersichtsartikels wurde zunächst ein Überblick über die prominentesten Beispiele von Definitionen von Erschöpfungssyndromen (Neurasthenie, das chronische Erschöpfungssyndrom und Burnout) erstellt (Doerr & Nater, 2013). Außerdem wurde in diesem Artikel die Abgrenzung der Syndrome zu Depression diskutiert. Der Übersichtsartikel schlussfolgert, dass Erschöpfungs-Syndrome in der Tat in ihren Kriterien stark überlappend und daher nicht sinnvoll voneinander abzugrenzen sind. Vor allem sollte Wert auf eine gründliche Ausschluss-Diagnostik gelegt und die Funktionalität der Begriffe reflektiert werden, bevor sie Verwendung finden. Es scheint von besonderer Bedeutung, herauszufinden, wie das Symptom Erschöpfung entsteht und welche Mechanismen zu klinisch bedeutsamer, medizinisch unerklärter Erschöpfung führen. Ein solcher Mechanismus könnte „Stress“ sein. Als wichtigste Stress-responsive biologische Systeme gelten die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HHNA) sowie das Autonome Nervensystem (ANS). Ziel der empirischen Untersuchungen war es, den Zusammenhang zwischen Stress und Erschöpfung sowie interagierenden Faktoren auf biologischer Ebene (Aktivität der HHNA und des ANS), subjektiver Erlebens-Ebene (Schlafqualität), sozialer Ebene (Partner), sowie behavioraler Ebene (körperliche Aktivität) im Alltag zu untersuchen. Hierfür wurden Studien in Ambulanten Assessment-Designs (Erhebungen von Daten im Alltag von Personen) durchgeführt, um eine direkte Überführbarkeit der Ergebnisse auf Alltags-Situationen zu gewährleisten. In allen Studien wurden die subjektiven Angaben der Probanden zu mehreren Messzeitpunkten täglich über mehrere Tage hinweg jeweils mit Hilfe von Eingaben in iPod touchs® erfasst. Biologische Parameter wurden mit Hilfe von Speichelproben ermittelt, die zu den gleichen Messzeitpunkten gesammelt wurden, und aus denen Cortisol als Marker der HHNA-Aktivität und Alpha-Amylase als Marker der ANS-Aktivität extrahiert wurden. Die erste Studie überprüfte die mögliche Reziprozität von Stress und Erschöpfung sowie die Mediation des Zusammenhangs von Stress und Erschöpfung durch Schlafqualität oder HHNA- und ANS-Aktivität. Die Erhebung fand in einer Studierenden-Stichprobe in zwei unterschiedlichen Phasen (zu Beginn des Semesters sowie in der Prüfungsvorbereitung) statt. Die Reziprozität von Stress und Erschöpfung sowie die Mediation des Zusammenhangs von Stress am Vortag und Erschöpfung am nächsten Tag über Einschränkungen in der Schlafqualität bestätigten sich. Es fanden sich keine Hinweise auf eine Mediation des Zusammenhangs von Stress und Erschöpfung über die Aktivität der HHNA oder des ANS. In der zweiten Studie wurde in einer Stichprobe aus Paaren (Doerr, Nater, Spoerri, Ehlert, & Ditzen, ready to be submitted) die Annahme überprüft, dass sich die alltägliche Erschöpfung abhängig von Einflüssen des Partners zeigt. So wurde von den Paaren eine geringere Erschöpfung angegeben, je positiver die Interaktion mit dem Partner eingeschätzt wurde. Weiterhin konnte die Annahme, dass Erschöpfung, Stress, und der Ausstoß von Cortisol bei Paaren co-reguliert sind (also in positiver Abhängigkeit von den jeweiligen momentanen Werten des Partners stehen), bestätigt werden. Eine Co-Regulation der Alpha-Amylase-Werte mit denen des Partners zeigte sich nur bei Frauen. Die dritte Studie (Doerr, Fischer, Nater, & Strahler, under review) umfasste eine Stichprobe aus Fibromyalgie-Patientinnen (die neben chronischen Schmerzen auch von klinisch bedeutsamer Erschöpfung betroffen sind). Neben den subjektiven Angaben und den biologischen Werten wurde hier zusätzlich die Bewegungsmessung mit Hilfe von Aktigraphie in die Analysen einbezogen. Es zeigte sich eine Vorhersage täglicher (genereller und körperlicher) Erschöpfung durch die Cortisol-Aufwachreaktion am morgen. Weiterhin hing momentane körperliche Erschöpfung mit erhöhten Cortisol-Werten zusammen. Körperliche Aktivität des Vortags zeigte einen Zusammenhang mit Erschöpfung am Folgetag, der jedoch nicht über Cortisol oder Alpha-Amylase-Werte mediiert wurde. Weiterhin zeigte sich momentane Erschöpfung unabhängig von vorausgehender körperlicher Aktivität. Körperliche Erschöpfung sagte jedoch anschließende körperliche Aktivität negativ vorher. Es sollten sich Studien anschließen, die einen längeren Zeitraum (Monate bis Jahre) umfassen. Bezüglich möglicher Interventions- und Präventionsansätze scheint der Einsatz von Stress-Management-Techniken, inklusive einer Erhöhung der Schlafhygiene, sowie der Einbezug des Partners/ der Partnerin (sofern vorhanden) von herausragender Bedeutung. Weiterhin sollten Interventionen, die auf die Erhöhung von körperlicher Aktivität bei chronisch erschöpften Personen abzielen, diese auf einen möglichen kurzfristigen Anstieg von Erschöpfung psychoedukativ vorbereiten.
Beschreibung:137 pages.
DOI:http://dx.doi.org/10.17192/z2016.0363