Die deutsch-russischen Filmbeziehungen Anfang des 20. Jahrhunderts bis Beginn des 21. Jahrhunderts

Ziel der vorliegenden Studie war es, die Entwicklungen deutsch-russischer Filmbeziehungen in den verschiedenen historischen Phasen zu verstehen, die Auswirkungen von politischen und wirtschaftlichen Veränderungen auf die Filmbeziehungen zu analysieren und die Bedeutung für den Globalisierungsprozess...

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Main Author: Kuklina, Natalia
Contributors: Borscheid, Peter (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2015
Geschichte und Kulturwissenschaften
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Ziel der vorliegenden Studie war es, die Entwicklungen deutsch-russischer Filmbeziehungen in den verschiedenen historischen Phasen zu verstehen, die Auswirkungen von politischen und wirtschaftlichen Veränderungen auf die Filmbeziehungen zu analysieren und die Bedeutung für den Globalisierungsprozess mit seinen verschiedenen Formen des Kulturtransfers zu bestimmen. Zu diesem Zweck wurde die Arbeit in drei Kapitel gegliedert, die bestimmten historischen Phasen in der Entwicklung der Filmbeziehungen entsprechen. Dabei ergab sich, dass die Entwicklung der deutsch-russischen Filmbeziehungen insgesamt stark von großen kulturpolitischen Ereignissen beeinflusst wurde. Manchmal standen diese Ereignisse der deutsch-russischen Zusammenarbeit im Filmbereich im Wege (z.B. die Zensur in der DDR und der Sowjetunion, der Zweite Weltkrieg, später der Kalte Krieg und der Mauerbau 1961), manchmal gaben sie dagegen Anregungen zu ihrer Entwicklung (beispielsweise die Filmemigration nach der Revolution 1917, Deutschlands Wiedervereinigung und die Perestroika in Russland). Die deutsch-russischen Filmbeziehungen wurden durch technische, politische, ökonomische und ideologische Momente bedeutend geprägt. Anfang des 20. Jahrhunderts basierten die Filmbeziehungen vor allem auf dem Filmtechniktransfer. Aber auch ökonomischen Ziele, wie die Stärkung der europäischen Filmproduktion gegenüber der amerikanischen sind dieser Zeit zuzuordnen. In der Nachkriegszeit und zur Zeit des Kalten Krieges war die Motivation zur Kooperation und zum Filmexport zwischen Deutschland bzw. der DDR und Russland vor allem politischer Natur. Nach 1990 sind die deutsch-russischen Kulturbeziehungen auf eine völlig neue Grundlage gestellt worden. In der Zeit der Globalisierung, des Internets und der internationalen Arbeitsteilung sind die technischen Möglichkeiten und Ziele der Zusammenarbeit ganz andere als in den Zeiten des Kalten Krieges. Auf der anderen Seite ist die anfängliche Euphorie, die mit den Transformationsprozessen in Russland verbunden war, einer schnellen Ernüchterung gewichen. Die Untersuchung der Einspielergebnisse und Einschaltquoten ergab, dass Filme aus Russland im deutschen Kino nur wenig präsent waren. Das Gleiche gilt auch für den deutschen Film in Russland. Die deutsch-russischen Filmbeziehungen standen seit 1990 vor einer Reihe finanzieller und technischer Schwierigkeiten: Transportprobleme, Zollprobleme, hohe Leihgebühren und Kosten für die Synchronisation. Um diese Herausforderungen zu bewältigen und die Zusammenarbeit weiterzuentwickeln, ist es wichtig den Dialog zwischen den beiden Partnern weiterzuführen.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2016.0091